Innerschweizer enttäuscht

05. Dezember 2018 16:01; Akt: 05.12.2018 16:50 Print

«Dieser Moment war wie ein Hammerschlag»

Katerstimmung nach der Bundesratswahl in der Zentralschweiz: Zwei Kandidaten aus Uri und Nidwalden traten an – doch echte Chancen hatten in Bern beide nicht.

Jubel im Wallis und in St. Gallen, lange Gesichter in Uri und Nidwalden. (Video: 20min)
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Die Urnerin Heidi Z'graggen (CVP) als Bundesrätin: Darauf hätten sich die Erstfelder, wo Z'graggen herkommt, sehr gefreut. In ihrer Heimat wurde die Wahl live im Pfarreizentrum an der Leinwand verfolgt:

Die Z'graggen-Fans haben sich in Erstfeld versammelt. (Video: tst)

Während die Stimmzettel ausgezählt wurden, sorgte ein Musiktrio aus Erstfeld für Unterhaltung: «Wir hoffen auf viele Wahlgänge, dann können sie sieben Stunden lang musizieren», witzelte der Alt-Gemeinderatspräsident Paul Jans-Käch noch.

Musikalische Unterhaltung im Pfarreizentrum St. Joseph. (Video: tst)

Doch es sollte nicht sein. Die freudige Stimmung nahm ein abruptes Ende. Bereits im ersten Wahlgang stand fest: Heidi Z'graggen wird nicht die neue Bundesrätin. Sie hatte nur 60 Stimmen erhalten.

Die Enttäuschung ihre Fans war gross. Zuerst wurden die Fähnchen niedergelegt, dann folgte verhaltener Applaus. Schulterzuckend akzeptierten die Erstfelder das Resultat.

Die Urner sind enttäuscht. (Video: tst)

Der Moment der Bekanntgabe sei «wie ein Hammerschlag» gewesen, so Jans-Käch. «Die Genugtuung ist, dass sie trotzdem noch 60 Stimmen gemacht hat.»

Alt-Gemeinderatspräsident Paul Jans-Käch zeigt seine Enttäuschung. (Video: tst)


In Nidwalden herrschte Stille, wo sonst laute Musik läuft: Einige Anhänger von Hans Wicki (FDP) hatten sich im Happy Day Pub in Wolfenschiessen versammelt. Gespannt wurde das Geschehen auf der Leinwand verfolgt.


Im Happy Day Pup verfolgten die Wicki-Fans die Wahl. (Bild: mik)

Aber auch für Wicki reichten die Stimmen nicht. Er erhielt nur 56 Stimmen, fast hundert weniger als Keller-Sutter. Doch Wickis Fans schien das nicht sehr zu überraschen.

Die Reaktionen in Nidwalden waren verhalten. (Video: mik)

Man habe mit diesem Ergebnis gerechnet. «Es ist keine richtige Niederlage», sagt der Pub-Besitzer Sepp Durrer. Wicki habe schliesslich trotzdem 56 Stimmen erhalten.

Der Pub-Besitzer Sepp Durrer hofft, dass Wicki den Kanton Nidwalden weiterhin im Ständerat vertritt. (Video: mik)


(tst)