Schwingfest

06. Juli 2014 19:38; Akt: 06.07.2014 19:38 Print

«Es herrschte eine urfriedliche Atmosphäre»

Der Besucheraufmarsch am 108. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest war enorm: Viele angereiste Besucher fanden keinen Platz mehr in der restlos ausverkauften Arena.

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Reto Noetzli feiert seinen Festsieg nach dem Schlussgangsieg gegen Pirmin Reichmuth am 108. Innerschweizer Schwing- und Aelplerfest vom Sonntag 6. Juli 2014 in Cham. Bei bestem Wetter wurde am Sonntag im Sägemehl gekämpft. Tausende strömten an das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in Cham. Es herrschte durchgehend gute Stimmung. Es wurde viel getrunken, gegessen und gelacht. Die Nachwuchsschwinger Carlo (5) und Diego (7) vom Schwingerclub Cham freuten sich bei dieser Hitze besonders über ein Glace. Melanie aus Emmen begleitete ihren Bruder, der Schwingen mag. Aber auch ihr hat es sehr gefallen und die Stimmung sei einzigartig gewesen, sagt sie. Esther und Karin sind aus Malters und Schachen angereist. Esthers Freund schwingt selber und deshalb ist sie oft an Schwingfesten anzutreffen. Bei einem kühlen Bier machen die Beiden eine Pause im Schatten. Mit der Pferdekutsche wurden Ehrengäste über das Geländer transportiert. Die Zwilchhosen waren bei den Temperaturen, die in Cham herrschten, nach den Kämpfen völlig durchgeschwitzt und mussten zum Trockenen aufgehängt werden. Gegen Ende des Schwingfests waren immer weniger der runden Sägemehlfelder besetzt. Im Schlusskampf standen sich nur noch die zwei besten Schwinger gegenüber. Wer eine Pause im Schatten brauchte, begab sich in die gute besuchten Festwirtschafts-Zelte. Marcel und Rolf aus Luzern waren von der Organisation des Schwingfestes begeistert. Schwingen sei eine eidgenössische, schöne, fidele und faire Schweizer Tradition, meint Rolf und stösst auf den Sieger an. Nebst dem Durst musste auch der Hunger gestillt werden. Die Herren am Wurststand haben alles gegeben, um die Gäste zu versorgen. Martin aus Sachseln kennt einige Innerschweizer Schwinger. Er freut sich immer aufs Schwingfest, weil es eine einmalige Sache ist.

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Rund 10'000 Besucher kamen am Sonntag nach Cham für das 108. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest. Es konnten aber längst nicht alle den Schwingern aus nächster Nähe zusehen: «Die Arena fasst 8500 Zuschauer und war restlos ausverkauft», sagt Medienchef Thomas Gretener. Um die Menschenmassen nach Cham zu transportieren, fuhren die Züge der SBB teilweise in doppelter Kapazität – ausserdem hielten die Interregio-Züge ausserordentlich in Cham. Fans ohne Tickets durften zwar nicht in die Arena, aber genossen den Anlass in den Festzelten ausserhalb des Sägemehls. Bereits morgens um halb acht sei die Arena «zu 80 Prozent gefüllt» gewesen. Obwohl Schwingen stetig an Popularität gewinne, sei ein solcher Anlass kein Selbstläufer: «Es ist nicht selbstverständlich, dass wir, ohne gross Werbung machen zu müssen, bereits im April alle gedeckten Sitzplätze verkauft hatten», so Gretener.

Trotz des hohen Besucheraufmarsches vermeldeten die Veranstalter keine Zwischenfälle. «Es herrschte eine urfriedliche Atmosphäre am Fest. Beeindruckend war vor allem auch, wie die Zuschauer in der Arena für Stimmung sorgten», sagt Gretener. Nebst den sportlichen Wettkämpfen gab es ein vielseitiges Rahmenprogramm für die Besucher mit regionalen Musikformationen, Jodlern, Alphörnern und Fahnenschwingern. In den zahlreichen Festzelten um den Schwingplatz herrschte ausgelassene Stimmung bei durstigen Temperaturen. So suchten sich in den Wettkampfpausen viele Besucher Schattenplätze in den kleinen Wäldern auf dem Festgelände.

Rundum zufrieden

«Ein Schwingfest ist immer einmalig und heute stimmt vom Wetter bis zur Atmosphäre einfach alles», sagt etwa Martin aus Sachseln. Unter den Schwingfans waren auch einige ganz junge wie Carlo (5) und Diego (7) aus Rifferswil: «Es gefällt uns sehr hier. Wir sind oft an Schwingfesten, weil wir selber auch schwingen.» Auch Esther aus Malters hat einen Bezug zum Schwingsport, da ihr Freund selber schwingen würde: «Die Leute hier sind total locker. Die Atmosphäre empfinde ich als sehr heimilig, obwohl ich nicht von Cham bin.»

Auch sportlich wäre der Anlass für die Chamer fast perfekt ausgefallen: So wurde der 18-jährige Chamer Schwinger Pirmin Reichmuth erst im Schlussgang bezwungen. Gewonnen hat Reto Nötzli aus Pfäffikon SZ.


(cza)