Merenschwand AG

03. Dezember 2019 19:50; Akt: 03.12.2019 19:50 Print

«Brandstiftung! Alles andere wäre Riesenzufall»

In Merenschwand AG gab es in zwei Tagen drei Brände. Womöglich handelt es sich um Brandstiftung. Die Einwohner sind besorgt.

Sehen Sie die Brandplätze in Merenschwand AG im Video. (Video: JAB)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Sonntag brannte in der Gemeinde Merenschwand AG ein Haus ab. Nur einen Tag später folgten zwei weitere Brände: Zum einen brannte eine Sitzbank im Garten eines Hauses, zum anderen das Inventar einer Scheune in der Nähe.

Verdächtig ist dabei, dass die drei Brandorte nur wenige Meter auseinander liegen. Laut Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, sind sowohl die Sitzbank als auch die Scheune frei zugänglich: «Jedermann hätte dort Feuer legen können. Es ist möglich, dass es sich um Brandstiftung handelt.»

Einwohner sind besorgt

Ähnlicher Meinung ist Jakob Vetter. Er lebt seit 15 Jahren in Merenschwand, nicht weit von der Scheune entfernt. Der Inhaber sei ein guter Freund von ihm. Die Brände seien derzeit das Gesprächsthema im Dorf.

«Vor ein paar Monaten wurden ja schon zwei Brandstifter festgenommen», sagt Vetter. In der Tat: Im August wurden hier ebenfalls drei Brände innert zwei Tagen gelegt. Eine 17-Jährige und ein 22-Jähriger wurden damals festgenommen. Der selbe Mann wurde nun abermals festgenommen. Polizeisprecher Roland Pfister: «In der Nacht wurde eine Person zur Überprüfung durch die Polizei vorläufig festgenommen. Es handelt sich um den damaligen Beschuldigten, einen 22-jährigen Schweizer.»

«Ich habe sogar meine Garage abgeschlossen»

Nun herrsche eine angespannte Stimmung im Dorf, wie Vetter erzählt. «Die Unwissenheit gibt einem schon zu denken.» Er und andere im Quartier seien überzeugt, dass es sich auch jetzt wieder um Brandstiftung handelt. Normalerweise schliesse er seine Garage nie ab, sagt Vetter. Aber: «Nun habe ich sie abgeschlossen. Es kann jeden treffen.»

«Es wäre ein Riesen-Zufall»

Auch Cedric Brühlmann ist beunruhigt. Der Merenschwander wohnt genau zwischen den Brandorten. Für ihn ist klar, dass es sich um Brandstiftung handeln muss: Es wäre sonst ein «Riesen-Zufall», wenn es gleich zwei Mal innert so kurzer Zeit in so kurzer Distanz brenne. Ausserdem solle ein Jugendlicher auf einem Töffli gesichtet worden sein, der vor der Polizei davon gerast sei.

Sein Fazit: «Würde ich in einem Holzhaus wohnen, hätte ich jetzt keine Ruhe. Klar macht man sich Sorgen.»

(jab)