Verletzte bei Filmdreh

20. Januar 2020 21:02; Akt: 20.01.2020 21:02 Print

«Ich bin kein Straftäter, ich bin unschuldig»

Drei Personen wurden bei einem Filmdreh verletzt. Einen Tag später drehte die Crew im Kanton Schwyz weiter – wieder mit Waffen. Der Produzent wehrt sich gegen Vorwürfe.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei einem Filmdreh in der Boomerang-Bar in Rapperswil-Jona SG sind am Samstag drei Personen verletzt worden. Eine 24-jährige Frau wurde mittelschwer verletzt. Eine weitere Frau (34) und ein Mann (54) wurden leicht verletzt. Sie sollen von Plastikteilen von Platzpatronen getroffen worden sein.

«Ich wollte etwas Hollywood in die Schweiz bringen», sagt Filmproduzent Peter Organ zu «Tele 1». «Es ist eine Katastrophe. Plötzlich kam irgendetwas aus diesen Platzpatronen raus», sagt er. Und: «Ich bin kein Straftäter, ich bin unschuldig.» Zum Vorfall sei es wegen eines «Fabrikfehlers» gekommen. Organ betont auch: «Es kann bei jedem Filmdreh etwas passieren.»

Waffen kamen auch in Schwyz zum Einsatz

Aus einem unklaren Grund ist laut dem Regisseur und Hauptdarsteller Louis Mandylor ein kleines, flaches Stück Plastik aus der Waffe gekommen. «Die Frau, die fünf Meter entfernt war, wurde vom Plastikstück getroffen. Es ist blöd gelaufen», so der Regisseur.

Bereits einen Tag später wurden am Sonntag die Dreharbeiten am Film «Smokers», der im Herbst auf bei Netflix oder Amazon Prime veröffentlicht werden soll, im Kanton Schwyz fortgeführt. Weitere Szenen wurden in einem Restaurant in Schindellegi SZ und vor dem Kloster in Einsiedeln gedreht. Auch am Sonntag kamen beim Dreh Waffen zum Einsatz.

«Die Sicherheit ist das oberste Gebot»

Die Filmcrew wurde dafür speziell geschult: «Man kann keine scharfe Munition in die Waffe stecken», sagt Ralph Wilhelm vom Schweizer Waffenhersteller B&T. So könnten Missverständnisse oder Versehen verhindert werden. «Die Sicherheit ist – egal, ob jetzt mit Filmwaffen oder reellen Waffen – das oberste Gebot.»

Die Filmcrew stehe in Kontakt mit den Verletzten. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Man hoffe, dass die Schauspieler weiter an der Filmproduktion mitmachen könnten.

Polizei wusste nichts von den Waffen

Die Filmcrew verfügte über keine Bewilligung für einen Dreh mit echten Waffen, wie der St. Galler Polizeisprecher Hanspeter Krüsi sagt. «Wir hatten davon keine Kenntnis und eine solche Bewilligung hätten wir auch nicht erteilt», sagt er. Nun laufe ein Strafverfahren. Dabei werde abgeklärt, ob sich die Verantwortlichen etwas haben zuschulden kommen lassen.

«Es müssen diverse Detailfragen geklärt werden», sagt Krüsi. Vor Ort seien rund 25 Personen gewesen, die nun alle befragt werden müssten. Dabei werde unter anderem geklärt, woher die Waffen stammten oder wer damit hantierte. Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, werde die Staatsanwaltschaft den Fall prüfen.

(gwa)