Tierquälerei

23. Oktober 2019 18:49; Akt: 23.10.2019 18:49 Print

«Ein Diabolo-Projektil traf meine Katzen»

In Attinghausen UR wurden mutmasslich drei Katzen mit Soft-Air-Pistolen oder einem Luftgewehr angeschossen. Jetzt spricht die schockierte Katzenhalterin.

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Wie die Kantonspolizei Uri mitteilt, gingen Anzeigen wegen Schussverletzungen auf drei Katzen ein. Die Tiere wurden mutmasslich mit einem Luftgewehr verletzt. Alle Vorfälle ereigneten sich innerhalb dieses Jahres im Raum Attinghausen und Umgebung.

«Wir leben seit zwei Jahren in einem Quartier, das an offene Felder angrenzt», erklärt die Besitzerin der Büsis zu 20 Minuten. Sie besässen sechs Katzen; zwei der Tiere kämen fast ausschliesslich zum Fressen nach Hause, die anderen hielten sich meist in der Nähe des Hauses auf, so die Frau.

«Als im März unser Kater mit einer Verletzung am Bein nach Hause kam, dachten wir uns nichts Schlimmes dabei. Auch der konsultierte Tierarzt konnte sich nicht auf eine Ursache der Verletzung festlegen.»

Dann aber wurde sie stutzig: «Einige Wochen später tauchte wieder eine verletzte Katze bei uns auf. Wir fanden einen Knubbel an ihrem Bein. Wieder besuchten wir den Tierarzt.» Als dieser die Wunde gereinigt habe, sei ein sogenanntes Diabolo-Projektil zum Vorschein gekommen. «Ich kannte diese Geschosse nicht und habe mich im Internet dazu schlau gemacht. Solche Geschosse werden bei Luftgewehren oder Softair-Pistolen verwendet. Ich war entsetzt.»

Drittes Geschoss

Die Frau sagt: «Damals dachten wir noch nicht an einen Zusammenhang mit dem ersten Vorfall im März. Wir entschlossen uns jedoch, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.»

Als sie im September bei einer weiteren Katze eine unregelmässige Stelle im Fell entdeckt habe, sei sie erschrocken: «Bei genauerer Betrachtung stellte ich fest, dass auch sie einen Metallkörper im Fleisch hatte.» Wieder musste die Familie mit dem Tier zum Arzt, die Katze musste sediert und die Wunde versorgt werden. «Auch diesen Vorfall brachten wir zur Anzeige. Und jetzt war klar; auch die erste Wunde, im März beim Kater, musste von so einem Projektil stammen.»

«Ich kann mir nicht vorstellen, wer so etwas tut»

Die Frau rästelt nun, wer auf ihre Katzen schiesst: «Wir haben keine Feinde in unserer Nachbarschaft. Auch überall, wo wir zuvor lebten, fanden wir immer eine Lösung, wenn sich jemand durch unsere Katzen gestört fühlte.» Man könne sich doch unterhalten. Zum Beispiel könne man die Katzen mit Wasser von einem bestimmten Ort fernhalten. «Zudem haben wir bei uns draussen ein Outdoor-Katzenklo installiert. Dieses wird von den Katzen auch rege genutzt.»

Die Frau hält für möglich, dass Jugendliche die Tiere als lebendige Zielscheibe verwendeten. «Ich bin sehr froh, dass keines der Tiere bleibende Schäden davontrug. Ich hoffe auch, dass so etwas nicht mehr geschieht. Manchmal mache ich mir jetzt Sorgen, wenn die Katzen draussen unterwegs sind.»

Strafe bei Tierqälerei

Die Katzen-Schützen könnten sich strafbar gemacht haben: «Wer ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder dessen Würde in anderer Weise missachtet, hat bei einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe zu rechnen», steht im Tierschutzgesetz.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Personen, die Hinweise zu den Vorfällen oder zur möglichen Täterschaft machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Uri unter der Nummer 041 874 53 53 zu melden.

(nob/20 Minuten)