Jäger isst Büsis

01. November 2015 13:22; Akt: 01.11.2015 13:46 Print

«Katzenfleisch schmeckt besser als Kaninchen»

Für den Luzerner Jäger Martin Bühlmann sind Büsis eine Delikatesse. Dafür haben bei ihm Meeresfrüchte nichts auf dem Speiseteller verloren.

storybild

Am Donnerstag in einem SRF-Dok-Film zu sehen: Katzenesser Martin Bühlmann. (Bild: SRF)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Katzenfleisch ist sehr fein und bekömmlich», erklärt der Luzerner Martin Bühlmann (72). Beim Ex-Jäger stehen nicht nur Reh- und Hirschpfeffer auf dem Speiseplan, sondern auch Katzen. Sie würden besser schmecken als Kaninchen, sagt der Hobbykoch im «Sonntagsblick». Zu seinen Lieblingsmenüs gehören: Schweinsohr, Kutteln, Kalbshirn oder -grick – Leber, Lunge, Herz an einer Sauce. Moralische Bedenken hat er keine. «Ich finde solche Gerichte und auch Katzenfleisch ethisch vertretbarer als beispielsweise Meeresfrüchte oder Sushi, das von weit hergeholt wird. Das kommt bei mir nicht auf den Tisch.» Alltag sei der Verzehr von Büsis aber nicht.

Katzenfleisch darf nicht weggeworfen werden

Bühlmann ist in einfachen Verhältnissen in einer Grossfamilie aufgewachsen. Es sei normal gewesen, dass die Katzen verwertet wurden. Seine Mutter hätte meistens daraus einen Braten gemacht. Fühlt es sich nicht schrecklich an, ein flauschiges und liebenswertes Büsi zu töten? «Es fühlt sich nicht anders an als bei einem Huhn – Hauptsache, Schuss oder Schnitt sitzen und das Tier muss nicht leiden.» Die Vermenschlichung von Katzen und Hunden ist dem Luzerner ein Dorn im Auge. Haustiere würden teilweise schon Kleidchen bekommen, dies sei lächerlich. Für ihn sind Katzen gutes und essbares Fleisch, das nicht einfach weggeworfen werden darf. «Wenn Bauern überschüssige Katzen hatten, riefen sie oft mich zu Hilfe.» Er sei dann mit seiner Jagdflinte auf den Hof gekommen und habe das Problem erledigt.

Die Schweiz ist eine der wenigen Ländern in Europa, in denen es noch erlaubt ist, die eigene Katze oder den Hund zum Eigenverzehr und anderen nichtkommerziellen Zwecken zu töten. An den Verzehr von Hundefleisch hat sich Bühlmann noch nicht gewagt. Der Grund: Zwölf Jahre lang war der Spaniel «Julian von Hasenschreck» sein treuer Begleiter. Plötzlich wurde der Hund schwer krank und bekam Atemprobleme. Das Töten seines Vierbeiners habe er nicht jemanden anderen überlassen wollen, dies wäre feige gewesen, so der Tierfreund. «Ich habe das Tier getötet, weil ich es so sehr geliebt habe.»
Der SRF-Dok-Film «Das Tier und wir» berichtet am 5. November, 20.05 Uhr, über Martin Bühlmann.

(pz)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Veganerin am 01.11.2015 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tier ist Tier

    Wer eine Kuh isst, kann auch eine Katze essen....unterscheide selber nicht...

  • Veggie am 01.11.2015 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlussendlich...

    ist es ein Tier wie jedes andere. Mir würde es nie in den Sinn kommen, trotzdem ist da kein grosser Unterschied.

  • Nachhaltige Welt... am 01.11.2015 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Studiert mal Leute!

    Wer Herr Bühlmann kennt, weiss wieviele 100te von Stunden für Hege und Pflege geopfert hat. Wenn er auf der Jagd geschossen hat, dann um die Balance zu halten des Tierbestandes, die vom Kanton vorgeschrieben werden. Die Sensibilisierung des Fleischkonsumes und deren Herkunft und der Mut von Herr Bühlmann finde ich lobenswert. An alle Fleischesser und Kontrahenten, schaut mal das Video im Internet; unser tägliches Brot 2005... Vielleicht verteht Ihr dann die Argumente von Herr Bühlmann. Danke für das nachhaltige Nachdenken und einen schönen Sonntag...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sämi Saurer am 02.11.2015 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Solange die Viecher nicht leiden, das ist das wichtigste an der ganzen Sache, sehe ich kein Problem damit. In vielen Teilen Indiens gilt das Rind auch als heilig, wird aber andernorts verspeist. Das gleiche bei Heuschrecken u.ä. in Westeuropa. Bei uns gibt's nur die kulturelle "Wääh"-Schwelle, welche uns daran hindert, Alternativen auszuprobieren.

  • Nachhaltige Welt... am 01.11.2015 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Studiert mal Leute!

    Wer Herr Bühlmann kennt, weiss wieviele 100te von Stunden für Hege und Pflege geopfert hat. Wenn er auf der Jagd geschossen hat, dann um die Balance zu halten des Tierbestandes, die vom Kanton vorgeschrieben werden. Die Sensibilisierung des Fleischkonsumes und deren Herkunft und der Mut von Herr Bühlmann finde ich lobenswert. An alle Fleischesser und Kontrahenten, schaut mal das Video im Internet; unser tägliches Brot 2005... Vielleicht verteht Ihr dann die Argumente von Herr Bühlmann. Danke für das nachhaltige Nachdenken und einen schönen Sonntag...

  • Johannes Schütze am 01.11.2015 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Alles kommt zurück! Irgend wann in einem anderen Leben wird ein ganz grosses Büsi (Löwe) Rache üben und das gleiche mit ihm tun! Gleiches zieht nicht nur gleiches an....gleiches wird auch mit gleichem ausgeglichen! Und siehe da, der unendliche Büsigeist sieht alles!...:)

  • Biestiel am 01.11.2015 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unvorstellbar.. 

    Könnte ich niemals...Katzen oder hunde verzehren.Esse ja nicht mal Pferd.

  • Veggie am 01.11.2015 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlussendlich...

    ist es ein Tier wie jedes andere. Mir würde es nie in den Sinn kommen, trotzdem ist da kein grosser Unterschied.