Tierrettung in Küssnacht SZ

06. März 2016 18:39; Akt: 06.03.2016 20:16 Print

«Man riecht die Gülle noch Stunden später»

Jemand muss auch die dreckigsten Jobs erledigen: Unter Lebensgefahr stieg ein Feuerwehrmann in ein Güllenloch, um ein Kalb zu retten. Danach wurde er vor Ort sauber gespritzt.

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Vom Hals bis Fuss voll mit Gülle: So sah ein Feuerwehrmann vom Stützpunkt Küssnacht am frühen Samstagmorgen aus. Der Mann war bei Temperaturen um den Nullpunkt gegen 7.30 Uhr auf einem Küssnachter Bauernhof in eine Jauchegrube gestiegen, um ein Kälblein vor dem sicheren Tod zu retten. Dieses war zuvor ins Loch gefallen.

Der Feuerwehrmann (40)*, der in die Grube stieg, zögerte keine Sekunde. «Man will einfach das Tier retten. Obwohl man am Anfang nicht genau weiss, wie tief ein Güllenloch ist, brauchts keine grosse Überwindung dazu, denn wir haben ja eine gute Ausrüstung. Solche Einsätze gehören zu unserem Job.» Auch Ekelgefühle habe er keine gehabt.

Dennoch müsse man gewisse Voraussetzungen mitbringen. Dazu gehört natürlich die Ausbildung mit dem Atemschutzgerät. «Das Gas im Güllenloch ist lebensgefährlich», sagt Kommandant Mike Schwegler, der ebenfalls vor Ort war. Der Retter des Kalbes sagt weiter: «Man sollte natürlich nicht zu klein sein, damit man nicht gerade vollständig mit Jauche bedeckt ist.»

Güllengeruch trotz Wasserspritze und Dusche

Das Kalb im Güllenloch habe sich ruhig verhalten – «es stand wohl unter Schock, ähnlich wie ein Mensch». Es habe sich auch nicht gegen die Rettung gewehrt. Als es dank der Feuerwehr, die es mit einem Kranfahrzeug aus der Grube hievte, wieder sicheren Boden unter den Füssen hatte, stand sein Retter im Mittelpunkt. Der Mann war bis zum Hals mit Jauche verdreckt. «Ich wurde dann von einem Kollegen sauber gespritzt. Und dann muss man natürlich schnell unter die Dusche.» Diese durfte er noch auf dem Bauernhof geniessen. «Man riecht allerdings die Gülle auch nach Stunden noch leicht, aber das ist nicht weiter schlimm. Ich konnte trotzdem unter die Leute.»

Dreckige Sprüche

Von den Kollegen habe er sich nachher einige Sprüche in Sachen Drecksjob anhören müssen. Aber auch das steckt der Tierretter locker weg: «Die Kollegen sind wohl froh, dass sie nicht selbst in die Gülle mussten. Das nächste Mal triffts dann wieder jemanden anders.» Rund einmal pro Jahr muss die Feuerwehr Küssnacht solche Einsätze leisten. Aber auch er selber würde jederzeit wieder gleich handeln: «Ich bin Feuerwehrmann.»

Als Held feiern lassen will sich der Mann unter keinen Umständen. «Wenn man Menschen oder Tiere rettet, ist das immer ein gutes Gefühl. Aber ich habe nichts allein gemacht, dafür brauchte es ein ganzes Team.» Er möchte deshalb auch nicht mit Namen erwähnt werden: «Es gibt viele Feuerwehrleute, die genau das Gleiche machen wie ich. Und die kommen auch nicht in die Zeitung.»

*Name der Redaktion bekannt

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • k.l. am 06.03.2016 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Auch wenn die meisten es nicht sein wollen: für mich sind unsere Rettungskräfte trotzdem alles Helden. Vielen Dank für Euren täglichen Einsatz!

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  • Lara am 06.03.2016 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schön!

    Solche gute Geschichten hört man immer gerne! Super Einsatz von der Feuerwehr!

  • Gigu am 06.03.2016 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Heute den ganzen Tag nichts gemacht

    und stinke trotzdem :-) Hut ab vor der Feuerwehr! Rennen rein wenn alle rausrennen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lisa am 07.03.2016 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochachtung !!!

    ...das sind die grössten helden die es gibt...danke dasces noch so gute selbstlose menschen gibt.... gaanz viel respekt und anerkennung ...!!!

  • H.R. am 07.03.2016 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Göllegooderi

    Ich habe 13 Jahre in einer Gülletechnik-Firma gearbeitet. Defekte Rührwerke in der Güllegrube reparieren gehörte zum Wochenjob. Mit Lüfter Luft runterblasen und dann los. Würde dies heute nicht mehr getrauen, was ich da alles gemacht habe. Und kosten durfte es dann auch noch nichts.

  • Swissrocks am 07.03.2016 05:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helden von heute

    Danke Kollegen für den Einsatz auch solche Rettung gehören zum jop dazu

  • Mami am 07.03.2016 04:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ihhh

    Ja das kennen wir leider auch! Kleider waschen bringt nix da hilft nur noch entsorgen... Der Geruch bleibt

  • Ratmal Werwol am 06.03.2016 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vor solchen Leuten

    ziehe ich meinen Hut! Helden des Alltags.