Kiffende Nachbarn

23. Juli 2019 21:55; Akt: 23.07.2019 21:55 Print

«Wir vereinbarten, dass sie nur in der Küche kiffen»

Viele Leser finden die Aufregung um Kiffer in den Allmend-Hochhäusern daneben. Einige können die Mieter aber verstehen.

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In den Allmend-Hochhäusern wird gekifft, einige Parteien fühlen sich gestört. Die Verwaltung ist bemüht, die Mieter zu gegenseitiger Rücksichtnahme zu bewegen – mittels Verbot auf einem Display. Das sorgte bei den 20-Minuten-Lesern für Gesprächsstoff.

«Wie Fleischgeruch für Vegetarier»

Leser Hugo schreibt: «Die ersten Zeichen, dass verdichtetes Bauen nur Probleme macht. Rauchen, kiffen, kochen, Lärm, Nacktheit, Lichter, etc. Das kann nicht gut kommen.» Und auch
Butterfly101 meint: «Damit muss man rechnen wenn man an einem solchen Ort wohnt! Für kein Geld der Welt würde ich mir das antun. Und das obwohl mich Cannabis-Rauch nicht stört ;)».

Heidi Heidnisch schrieb folgenden Kommentar: «Akzeptanz bringt Wohlgeruch». Jeder Mensch hätte Vorlieben und Abneigungen. So finde etwa ein Vegetarier den Geruch von bratendem Fleisch in der Regel abscheulich. «Da die Menschen im Westen seit über 80 Jahren darauf konditioniert werden, dass Cannabis etwas schlechtes sein soll, reagieren sie wie Vegetarier auf Grillgeruch», schreibt sie.

Und sogar einen therapeutischen Ansatz schliesst sie nicht aus: «In der Aromatherapie verhilft Cannabis-Duft zu besserem Schlaf wie auch Lavendel, verhindere Alpträume, lindere Atembeschwerden und beruhige. Daher ist Cannabis wohl eher zu den Wohlgerüchen zu zählen», schreibt sie weiter.

Von fürchterlich über harmlos bis wohltuend

Leserin Marie kennt das Leiden der Allmend-Mieter: «Fürchterlich!! Ich hatte zwei Jahre einen Nachbar, der den ganzen Tag dieses Zeug rauchte. Wir mussten die Fenster schliessen. Die sollen das Zeug rauchen aber auf dem Mond!»

Auch pragmatische Lösungen scheinen möglich. So schreibt Pfirsichchen: «Da dort wohl alle glücklich leben wollen, sollte man zusammensitzen und gemeinsam eine Lösung suchen». Vorstellbar sei ein Kompromiss. «Mit einer ehemaligen WG vereinbarten wir, dass sie nur in der Küche kiffen». So sei kein Rauch mehr ins Schlafzimmer gelangt und niemand habe sich mehr daran gestört.

Thomas hingegen ist anderer Meinung: «Kommt mal runter!
Das ist ein feiner Duft, wie ein Raumerfrischer. Wo soll hier die Belästigung sein? Leben und leben lassen!»

Umfrage zeigt: Alles halb so wild

In einer Umfrage, an der sich über 3700 Leser beteiligten, sprachen sich die User wie folgt aus: «Was soll die Aufregung? Auch Gerüche wie Fisch, Weichspüler, Windeln und billige Parfums gehören in einer solchen Überbauung dazu», hielten am meisten für zutreffend, nämlich 40 Prozent.

31 Prozent erging es bereits ähnlich wie den Mietern in den Hochhäusern: Auch sie ärgern sich über den penetranten Geruch.
Für «Ich kiffe selber, also stört mich der Geruch nicht – im Gegenteil» sprachen sich 21 Prozent der Teilnehmer aus.

Sechs Prozent sind gar umgezogen und leben jetzt ohne nervigen Rauch. Nur zwei Prozent gaben an, dass sie sich mit ihren Nachbarn auf einen Kompromiss hätten einigen können.

(nob)