Beizen-Gesetz

22. Mai 2019 17:10; Akt: 23.05.2019 09:46 Print

«Polizeistunde dient zur Überwachung des Volkes»

Die Schwyzer Beizen müssen schon um Mitternacht schliessen. Dagegen kämpft die JCVP – mit grossem Erfolg: Bald soll die Polizeistunde fallen.

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Im Kanton Schwyz sollen die Beizen so lange geöffnet haben können, wie sie wollen. Der Kantonsrat hat am Mittwoch die Volksinitiative «Polizeistunde soll fallen!» der Jungen CVP mit 95 zu null Stimmen gutgeheissen.

Damit muss der Regierungsrat, der das Anliegen ebenfalls unterstützte, eine Gesetzesänderung vorbereiten und diese dem Kantonsparlament unterbreiten. Dem Volk vorgelegt wird die Initiative wegen der Zustimmung des Parlaments nicht.

Heute beschränkt im Kanton Schwyz das Gastgewerbegesetz die Öffnungszeiten von gastgewerblichen Betrieben grundsätzlich auf die Zeit von 5 Uhr bis 24 Uhr. Wer länger geöffnet haben will, muss beim Gemeinderat eine Bewilligung einholen.

«Hören wir auf, Schlummertrunk zu kriminalisieren»

Für die Junge CVP ist die Polizeistunde ein «überholtes Instrument zur Überwachung der Bevölkerung». Könnten die jungen Schwyzer im Kanton nicht mehr in den Ausgang gehen, würden sie ihr Abenteuer auswärts suchen, sagte Dominik Blunschy (CVP): «Hören wir auf, den Schlummertrunk zu kriminalisieren.»

Christian Grätzer (FDP) stimmte dem zu. Die Polizei habe wichtigere Aufgaben als «Überhöckler» zu bestrafen. Es sei eine Bevormundung, wenn in einem Restaurant ein Bier nach Mitternacht nur mit behördlicher Bewilligung getrunken werden könne.

Für die Initiative ins Feld geführt wurde ferner, dass das Gastgewerbe Bürokratieaufwand und damit Kosten sparen könne, wenn es keine Verlängerungen mehr beantragen müsse. Auflagen solle es nur noch geben, wenn diese zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung oder des Jugendschutzes nötig seien, sagte Grätzer.

Xaver Schuler (SVP) und Urs Heini (SP) unterstützten namens ihrer Fraktionen ebenfalls die Initiative. Heini wies darauf hin, dass es bei dieser Vorlage auch um Arbeitnehmer gehe, die länger arbeiten müssten. Es gelte aber anzuerkennen, dass sich die Gesellschaft und die Ausgehgewohnheiten geändert hätten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stirnrunzler am 22.05.2019 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Aber Ladenöffnungszeiten schreiben wir wie zu Sowjetzeiten vor.... Offensichtlich ist nur eine einzige Berufsgattung schützenswert....ist Doppelmoral nicht was Schönes? Liberale Öffnungszeiten für alle ist längst überfällig. Der Markt regelt dies von alleine!

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  • Dynax am 22.05.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    nicht um jeden Preis

    "Auflagen solle es nur noch geben, wenn diese zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung oder des Jugendschutzes nötig seien" Vor allem der Jugendschutz sei hier zu erwähnen

  • So ist-Richtig am 22.05.2019 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Besser unsere Gäste hängen dort bis alle Nacht ab als auf dem Bahnhof Areal.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bueb am 28.05.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    In Bern wird das nie geschehen

    Ihr koennt such gluecklich schaetzen. Wir hier in Bern koennen von so was nur traeumen.

  • Marko0912 am 23.05.2019 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein Schritt nach vorne zwei zurück!

    Schwachsinn wer noch so lange sauffen will soll es Zuhause machen, ich weiß ganz genau wie es dan in 2 Jahren wider aussieht nämlich wie auf der Landstraße, nur das man dort versucht es zu verkleinern weil es einfach zu viele besoffene Menschen gibt die bis 7 morgens randalieren und Schlägereien verursachen und von Lärm so wie den Abfall wollen wir erst recht nicht sprechen, im Grunde verschwenden unsere Politiker ihre Zeit und so mit unser Geld wen sie jetzt alles länger öffnen um dan in der Zukunft es wider rückgängig zu machen!

  • Bärgbur am 23.05.2019 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lärmfreie Nächte .....0

    besser moch verschärfen !

  • Mira am 23.05.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Grund für Sperre?

    Ist es Überwachung oder Mitarbeiter Schutz? Oder gar Schutz für die lärmgeplagte Bevölkerung? Egal, Hauptsache die Jungen können jetzt saufen bis in alle Nacht.

    • Josef am 23.05.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mira

      Nicht alle Junge saufen. Die, die um die Bahnhöfe abhängen sind lange nicht die Mehrheit. Es gibt auch Menschen, die es gerne haben, wenn es um sie herum lebt. Bin nicht mehr jung, und die Grabensstille kommt früh genug.

    • Riichä Richi am 23.05.2019 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mira

      Und wer hat den Jugendlichen denn das Saufen vorgemacht ?

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  • Partycus am 23.05.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    24-Std.-Sauferei

    Die 24-Std.-Gesellschaft ist ein Problem. Saufen bis in die frühen Morgenstunden. Jeder bestätigt: nach ca. 03.00 Uhr oft schlägereien, Sachbeschädigungen usw.. Schaut mal in den grösseren Städten (z.B. Basel auf dem ersten Platz). Früher war nicht alles besser, aber auch nicht alles schlechter. Nach 24.00 Uhr ging man in die Disco (Club) und um 03.00 Uhr / 04.00 Uhr war Schluss und man ging nach Hause.

    • meli am 23.05.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      @partycus

      auch bis zur polizeistunde wäre genug zeit vorhanden um sich ins nirwana zu saufen. nein das problem ist "nur" dass die leute ihre grenzen überschreiten. was macht's für einen unterschied ob die leute um mitternacht oder in den frühen morgenstunden besoffen unterwegs sind.

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