Polizei warnt vor Waffen

07. Februar 2019 18:34; Akt: 11.02.2019 13:12 Print

«Oft fallen Fasnächtler aus allen Wolken»

Die Polizei hat diese Woche erstmals explizit vor verbotenen Waffen an der Fasnacht gewarnt: Sie führen zu Anzeigen. Es habe sich gezeigt, dass grosse Unsicherheit herrsche, so die Polizei.

Josef Rust von der Luzerner Polizei erklärt, welche Waffen an der Fasnacht erlaubt sind. (Video: gwa)
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Fasnacht ist lustig: Auf Bühnen und Plätzen schränzen Guuggen, in den Gassen der Altstadt flanieren Gruppen- und Einzelsujets und an den Umzügen bestaunen Fasnächtler zu tausenden die aufwändig dekorierten Fasnachtswagen. Rüüdig verreckt!

Weniger rüüdig geht es zu und her, wenn Polizisten bei Fasnächtlern täuschend echte Waffen wie Softair-, Schreckschuss- oder Imitationswaffen finden: Gemäss Waffengesetz ist das Tragen solcher Waffen verboten.

Transparent oder als Spielzeug erkennbar

In einer Mitteilung wies die Luzerner Polizei am Mittwoch darauf hin, dass das Verbot für solche Waffen auch während der Fasnacht gilt. «Man darf nur Waffen dabei haben, die transparent sind oder auf den ersten Blick als Spielzeug erkennbar sind», sagt Mediensprecher Urs Wigger.

Warum die Polizei nun explizit vor der kommenden Fasnacht erstmals in einer offiziellen Mitteilung vor dem Tragen von solchen Waffen warnt, begründet Wigger so: «Wir haben festgestellt, dass sich viele Leute nicht bewusst sind, was gemäss Waffengesetz erlaubt ist. Viele wissen nicht, dass sie sich strafbar machen», sagt der Mediensprecher. «Oft fallen Personen bei Kontrollen aus allen Wolken, weil sie dies nicht wussten.» Denn schon in vergangenen Fasnachten wurden Waffen wie oben beschrieben eingezogen.

Fake-Sturmgewehr an der Fasnacht beschlagnahmt

Josef Rust vom Fachbereich Waffen und Sprengstoff bei der Luzerner Polizei zeigt zum Beispiel ein Sturmgewehr-Imitat, das an der Fasnacht beschlagnahmt wurde, und daneben die Originalwaffe: «Man kann sie praktisch nicht voneinander unterscheiden.» Aber sogar Spielzeugwaffen können ein Problem sein. Rust präsentiert eine silberne Spielzeugpistole. Das Problem an dieser: Sie sei nicht transparent.
Sehen Sie im Video oben diese und weitere Beispiele von Waffen, die nicht erlaubt sind und solchen, die an die Fasnacht mitgenommen werden.

Beim Vergehen handelt es sich jedoch nicht um ein Kavaliersdelikt: «Wird jemand beanzeigt, wird die Waffe sichergestellt und der Fall landet zur Beurteilung bei der Staatsanwaltschaft», so Polizeisprecher Wigger. Je nach Fall und Verschulden werde die Höhe der Busse unterschiedlich festgelegt. Auch bedingte Geldstrafen könnten ausgesprochen werden.

Polizei erhält viele Anfragen

Mit der Warnung wolle man Prävention betreiben. Damit wolle man verhindern, dass gegen Fasnächtler plötzlich ein Verfahren läuft, weil sie sich nicht korrekt informiert haben. «Wir erhalten auch immer wieder Anfragen dazu, was erlaubt ist und was nicht.»

Aufpassen müssen auch Fasnächtler, die beispielsweise einen alten, nicht mehr funktionstauglichen, aber echten Karabiner an als Fasnachts-Utensil oder ähnliche Waffen mitführen wollen. Oder auch alte Armeewaffen, die nicht mehr funktionsfähig sind, sind nicht erlaubt. «Diese fallen ebenfalls unter das Waffengesetz und es ist nicht erlaubt, solche Waffen mitzuführen.»

(gwa)