Alkohol im Heim

22. April 2019 18:10; Akt: 22.04.2019 18:10 Print

«Sie dürfen trinken, wenn sie nicht ausfällig werden»

Alkoholkranke Senioren dürfen in Pflege- und Altersheimen im Kanton Luzern weiter trinken – solange sie nicht zum Problem für das Umfeld werden.

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Im Altersheim greifen die Bewohner immer öfters zur Flasche. (Bild: Keystone/Ingo Wagner)

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Sie trinken und sind alt: Alkoholkranke Senioren fordern mit ihrer Sucht Spitex- und Heimmitarbeiter im Kanton Luzern heraus, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

Das Problem dabei ist, dass «das Thema in der Gesellschaft tabuisiert wird», wie Barbara Hedinger, Bereichsleiterin Prozess- und Qualitätsmanagement bei der Spitex der Stadt Luzern, sagt. Dabei nimmt der Alkoholkonsum bei älteren Menschen oft zu. Grund dafür seien Vereinsamung oder körperliche Schmerzen.

Altersheim ist keine therapeutische Einrichtung

«Grundsätzlich dürfen Menschen, die ein Alkoholproblem haben, bei uns trinken, wenn sie gegenüber anderen Bewohnern oder auch gegenüber dem Personal nicht ausfällig werden», sagt Roger Wicki, Präsident des Kantonalverbands Luzerner Pflegeheime Curaviva Luzern gegenüber der «Luzerner Zeitung». Denn weder die Spitex noch die Pflege- und Altersheime seien therapeutische Einrichtungen.

Werden die Senioren doch zum Problem, werden Spezialisten sowie der Hausarzt hinzugezogen, wobei stets eine individuelle Lösung gesucht werde.

Leitfaden als Stütze

Vor fünf Jahren hätten verschiedene Organisationen im Kanton zudem gemeinsam einen Leitfaden zum Thema Suchtgefährdung im Alter für Fachpersonen aus Pflege und Betreuung entwickelt. «Das Bewusstsein und die Sensibilität für die Alkoholprobleme ist bei den Mitarbeitenden stark gestiegen», erklärt Barbara Hedinger. Dadurch werde es heute viel besser akzeptiert, dass Menschen mit Alkoholproblemen keine Veränderung wünschten und trotzdem empathisch weiter betreut und gepflegt würden.

Neben Alkohol konsumieren viele Senioren auch andere Substanzen, insbesondere Schlaf- und Beruhigungsmittel. Dabei könne die Wechselwirkung von Medikamenten und Alkohol ein Problem darstellen.

(bsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mary rose am 22.04.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimm

    was haben sie sonst noch vom Leben, oder kümmern sich die Kinder um die Mutter oder Vater, denke eher nein. und im Heim hat auch niemand Zeit für sie, also was bleibt ihnen noch. die Schweizer kümmern sich nicht um ihre Eltern, da könnten wir uns ein Beispiel an den Ausländern nehmen.

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  • Realist am 22.04.2019 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Artikel hier... Weshalb?

    Schon sehr merkwürdig und befremdet. Zwei Artikel mit eher negativem Inhalt gegen "die Alten". Sie sind zu fett, der erste; sie dürfen nur Alkohol trinken wenn... Was soll das? Ist heute "anti alte Menschen Tag?"

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  • Maler50 am 22.04.2019 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei Medikamenten

    Was die Medikamente (Schlaf / Beruhigungspillen) betrifft werden diese vom Arzt gerne verschrieben y vielfach sind die Altersheim Bewohner völlig hilflos gegenüber dem Arzt y dessen Anweisungen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bea am 07.05.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie du mir, so ich dir!

    Dass wir über 70jährigen mal ins Heim müssen ist doch klar Wir wollten ja keine Kinder. Also wer sollte uns denn vor dem Heim bewahren? Und die Berufstätigen Mütter werden auch ins Heim müssen. Denn die jungen werden auch berufstätig sein wollen und Geld Geld Geld zählt.......natürlich gleich verputzen, sonst gibt's keine EL

  • Peter am 23.04.2019 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch kein Besuch von mir

    Die Alten sind selber schuld, müssen sie in diesen Heimen dahin vegetieren, was zu 80% der Alten ihren Kindern angetan haben, ist unverzeihlich, von Schlägen mit Gegenständen, Nahrungsentzug, im dunkeln Keller einsperren usw, auch ich erlebte die Hölle auf Erden in meiner Kindheit, sollen sie einsam sterben und dabei alles noch mal miterleben, was sie ihren Kindern angetan haben

    • Birgit am 23.04.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

      Nur nicht übertreiben

      Und wie viele haben das gemacht von 1000 oder von 10000? Seine eigene Geschichte nicht immer den anderen unterstellen. Ich wünschen ihnen alles Gute und holen Sie sich Hilfe um es verarbwiten zu können.

    • Petra am 23.04.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

      lieber Peter

      ich kann deine Aussage zT. nachvollziehen, habe in meiner Kindheit auch viel Negatives erlebt ABER vergifte dir nicht dein Leben mit Hass, die Vergangenheit kann niemand von uns ändern ... versuche es mit Vergebung, schau hinter die Kulisse der Menschen, die dir Leid angetan haben auch dort ist oft sehr viel Leid verborgen. Vergeben heisst nicht vergessen, denn vergessen wird man nie aber vergeben heisst den Hass in sich selbst loslassen und positiv für sich selbst nach vorne schauen. Liebe erzeugt nicht immer Gegenliebe ABER Hass erzeugt immer Hass

    • Ulli am 23.04.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Ich schliesse mich Birgit an. Eine Therapie tut dringend Not. Unglaublich dass sie solche Argumente anführen... Ich wünsche ihnen viel Erfolg.

    • Die Mutti am 23.04.2019 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Offensichtlich hast du diese Erfahrung gemacht. Nicht alle in den gleichen Kübel werfen wäre angebracht....

    • schoggifresser@gmail.com am 23.04.2019 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Leider hast du damit absolut recht!!! Auch ich bin einer von denen, die bis heute, in der totalen Sozialen Isolation ausharren müssen/mussten! Physische und Psychische Folter erlebt haben zu müssen, von genau diesen ALTEN, die vielleicht jetzt in den Heimen mit ihrem schlechten Gewissen konfrontiert werden, um dieses mit Alkohol zu ersäufen. .. Mag mich seeehr gut an die HORROR Wochenenden erinnern, wo mein Gelegenheitssäufender 'Vater" zuvorderst in der Dorfkirche war und er mir mit Fegefeuer usw. drohte.... Nach der Kirche ging er in die Dorbeiz Jassen und saufen..... Kam er nach Hause und hat beim Jassen verloren, bekamen wir zuhause die Wut zu spüren, Mutter schaute zu.... Hat er gewonnen und kam nach Hause, so hat ihn Mutter gespürt, als sie hingehalten hat.... Bin sehr froh und auch die Angestellten des Altersheimes, dass dieser Typ nicht mehr unter uns ist...

    • schoggifresser@gmail.com am 23.04.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Birgit

      Das hat die grosse mehrheit 'gemacht"...... Von 1000 waren das mindestens 800 Es waren 'leider" die wenigsten Verdingkinder, von denen einige Genugtuung zugesprochen bekamen und OFFIZIELL als Opfer von Missbrauch anerkannt wurden. Es waren auch nicht nur Eltern, Brüder, Verwandte, die mich missbrauchten (und sehr viele andere). Die Lehrer, Pfaffen usw. nutzten unsere Angst aus, um uns auch zu Missbrauchen, weil sie ALLE ganz genau wussten, dass wir 'zuhause" nichts sagen durften, weil wir dann noch mehr Missbraucht worden wären.... Wer es nicht erlebt hat, soll es nicht verharmlosen und vorallem nicht 'darüber" reden, von dem nichts anderes als Unwissenheit besteht...

    • Mira am 23.04.2019 16:09 Report Diesen Beitrag melden

      80%?

      In so einem Fall ist es tatsächlich nicht verwunderlich, wenn die Kinder die Eltern nicht besuchen kommen. Aber kommen Sie, 80%? Das ist doch schon etwas übertrieben. Ich wurde in meiner Kindheit auch geschlagen, wenn ich nicht gehorchte, aber es hielt sich in Grenzen und ich habe auch sehr viel Liebe bekommen. Vielleicht wurden/werden 80% der Kinder geschlagen, aber sicher nicht ein einem Masse, dass man dafür seine Eltern hassen muss. (Nicht, dass ich Schläge gutheisse, unsere Kinder werden gewaltlos erzogen.) Und die Verdingkinder sind noch einmal ein ganz anderes, tragisches Thema.

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  • Ch am 23.04.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Misshandlungen täglich

    Es ist eine Schande, wie in diesen Institutionen mit den alten Menschen umgegangen wird. Bettfertig um 19Uhr, dann bis spätestens um 20uhr müssen alle im Bett liegen, diese Häuser sind nur für die Besitzer gut, denn bei den Alten ist noch Kohle zu ergaunern.

  • Frau Schweizer am 23.04.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finger weg!

    Ehrlich, wäre ich schon im Altersheim, würde ich meinen Kummer wohl auch ersäufen. Da werden mir viele beipflichten die den Altersheimalltag aus eigener Erfahrung kennen. Und die Spitex, das Rote Kreuz und ähnliche Vereine würden besser mal etwas gegen die Vereinsamung und Bevormundung tun, da würde sich so manche Tablette und Spritze plötzlich erübrigen! Allerdings könnte dann natürlich auch viel weniger verdient werden.... Alte Leute sind KEINE Kinder denen man Vorschriften zu machen hat!

    • Gerda am 23.04.2019 09:46 Report Diesen Beitrag melden

      ......

      Das Problem ist aber auch, wenn man zeitlebens nicht gut zu den Mitmenschen war, warum soll man diese plötzlich im Altersheim besuchen? Oder wenn man nie Kontakt suchte, als es einem noch gut ging. Bitte nicht immer alles auf die anderen schieben.

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  • Alter vom Berg am 23.04.2019 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    An alle die sich über die Kinder

    aufregen. Ich bin 70 gehe jeden Morgen zum Stammtisch. Viel würden uns als Alkis bezeichnen, Hauptgetränke, Bier und Wein. Einige von uns ( ich auch), wollen schlicht keinen Kontakt zur Familie. Wieso, wir lieben unser jetziges Leben, wir wollen keine penetrante Kommentare zu unserem Leben, Gesundheit etc. Also lasst uns in Ruhe uns gehts gut. Sollte eines der Kinder in ernsthafte Schwierigkeiten geraten stehen wir trotzdem bereit und helfen.