Fahrplanwechsel

02. Juli 2015 17:32; Akt: 05.07.2015 09:21 Print

«Stadtteil Littau ist noch nicht optimal erschlossen»

Der neue Fahrplan sieht vor, dass die Direktverbindung am Abend vom Stadtzentrum nach Ruopigen in Reussbühl eingestellt wird. Doch jetzt gibts neue Hoffnung für die Betroffenen.

storybild

Bietet abends und am Sonntag eine Direktverbindung nach Ruopigen: der 12er-Bus. (Bild: 20 Minuten/sam)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Aufgrund der Sparmassnahmen des Kantons soll das Angebot im öffentlichen Verkehr punktuell abgebaut werden. So hat der Verkehrsverbund Luzern etwa angekündigt, dass mit dem Fahrplanwechsel vom kommenden Dezember der Südpol am Samstagabend weniger gut erreichbar und auf den Linien 9 ,10 , 18 und 19 zu Randzeiten weniger Busse verkehren sollen. Zudem soll auch die Linie 12 betroffen sein: Heute fährt abends und an Sonntagen der 12er von Littau Gasshof noch nach Ruopigenhöhe. Diese Zusatzschlaufe zum Roupigen soll jetzt eingestellt werden. Damit würde für diesen Stadtteil die einzige ÖV-Direktverbindung ins Stadtzentrum wegfallen. Die Bewohner müssten künftig auch abends und am Wochenende umsteigen und mit der Linie 13 ans Ziel gelangen.

Littau ist noch nicht optimal erschlossen

Besonders der Leistungsabbau Richtung Südpol und damit in das Entwicklungsgebiet Luzern, wo in den nächsten Jahren Tausende Wohn- und Arbeitsplätze entstehen werden, wie auch Abbau in Littau sind dem Luzerner Stadtrat ein Dorn im Auge: «Der Stadtteil Littau ist noch nicht optimal erschlossen. Dort das Angebot zu reduzieren wäre kontraproduktiv», sagt Umwelt- und Verkehrsdirektor Adrian Borgula. «Direktverbindungen aus einem Quartier zum Stadtzentrum und zwischen den Stadtgebieten Littau und Reussbühl sind ein wichtiges Argument zur Benützung des Busses.» Zudem würde der direkte Anschluss von Ruopigen zum Zentrum St. Michael verloren gehen. «Gerade am Abend und am Wochenende finden dort viele Veranstaltungen statt», sagt Borgula. Für die Besucher würde es bei einer Kürzung der Linie mühsamer, zum Zentrum zu gelangen.

Frequenzen sollen ab 2017 steigen

Ob die Direktverbindung nach Littau mit Fahrplanwechsel tatsächlich eingestellt wird, ist laut Christoph Zurflüh vom Verkehrsverbund Luzern (VVL) noch nicht sicher. «Es wird angestrebt, die Einstellung um ein Jahr zu verschieben», sagt der VVL-Sprecher. Denn: 2017 sollen der geplante Bus-Hub am Seetalplatz und die neue Linie 3 von Kriens nach Emmenbrücke in Betrieb genommen werden. Weiter gibts Doppelgelenktrolleybusse auf der Linie 2 und die Linie 13 wird zur neuen Linie 40 Littau Bahnhof–Ruopigen–Waldibrücke. Zurflüh spricht von einem «Quantensprung im ÖV-Angebot».

Die Bewohner im Ruopigen müssen dann zwar immer noch bei der Haltestelle Frohburg umsteigen. Bei der Haltestelle soll aber dereinst zu Hauptverkehrszeiten alle 3,7 Minuten ein Bus Halt machen. «Das wird für den ganzen Stadtteil zu einer starken Verbesserung des ÖV-Angebots führen», sagt Zurflüh.

Mit den betroffenen Quartiervereinen hat man laut Zurflüh bereits Gespräche geführt. Diese seien sehr konstruktiv verlaufen: «Der VVL hatte ein offenes Ohr für unsere Anliegen», sagt Fabrizio Laneve, Präsident des Quartiervereins Reussbühl. Der Verein hatte sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt in einem offenen Brief an den VVL gewandt und kritisierte darin den geplanten Abbau. Aber: «Wenn die Einstellung der Linie um ein Jahr verschoben werden kann, wäre das eine optimale Lösung, da für uns ab 2017 ein massiv verbessertes ÖV-Angebot besteht», sagt Laneve. Ob die Einstellung des Linienabschnitts um ein Jahr verzögert wird, entscheidet der Verbundrat Ende August.

(gwa/sda)