Der Tag nach dem Unwetter

26. Juli 2016 06:47; Akt: 01.08.2016 08:58 Print

«Steine, Äste und Dreck liegen auf den Strassen»

In der Nacht zog ein heftiges Unwetter über den Kanton Schwyz. In Pfäffikon stehen der Dorfkern und die Bahnhofsumgebung unter Wasser.

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Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht auf Dienstag für überschwemmte Keller und Strassen gesorgt. Die Gewitterzelle war am Montagabend über Schaffhausen und Winterthur Richtung Linthebene gezogen. Dort fielen innerhalb von knapp zwei Stunden mehr als 44 Liter Regen pro Quadratmeter.

Der Kanton Schwyz scheint bisher am stärksten betroffen gewesen zu sein. Die Feuerwehren standen hier im Grosseinsatz. Wegen des heftigen Unwetters seien zwischen Mitternacht und sechs Uhr am Morgen insgesamt über 200 Notrufe eingegangen, teilte die Kantonspolizei Schwyz mit. Diese hätten bereits zu über 100 Einsätzen geführt und es gingen weitere Notrufe ein. Meldungen über Verletzte gab es bisher nicht. Teilweise laufen die Einsätze noch.

Strassen, Keller und Garagen überflutet

In Pfäffikon SZ stehen der Dorfkern und die Bahnhofsumgebung unter Wasser. Am Dienstagmorgen sah es an der Oberdorfstrasse in Pfäffikon so aus:

Besonders betroffen war laut der Schwyzer Polizei der Bezirk Höfe, in dem fast alle Ortschaften von Hochwasser betroffen waren. Viele Meldungen betrafen überflutete Strassen, Keller und Garagen. In Wollerau und Schindellegi gingen Erdrutsche nieder, wegen denen laut Polizei auch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist.

So wurde auch die Strecke zwischen Samstagern und Biberbrugg für den Bahnverkehr unterbrochen, wie die Südostbahn in einer Medienmitteilung schreibt. Der Voralpen-Express St. Gallen–Luzern sowie die S-Bahnen Wädenswil–Einsiedeln und Rapperswil–Einsiedeln werden zwischen Pfäffikon SZ beziehungsweise Samstagern und Biberbrugg durch Busse ersetzt. Anschlüsse in Wädenswil, Pfäffikon SZ und Biberbrugg könnten nicht gewährleistet werden. Daher sollte für die Reise mehr Zeit eingeplant werden.

Viel Arbeit zum Aufräumen

Ein Leser-Reporter aus Wollerau konnte in der Nacht nicht schlafen, weil er mit dem Unwetter zu kämpfen hatte: «Der kleine Krebsbach lief über die Ufer, die Strasse wurde überschwemmt.» Zwar habe es in Wollerau schon öfter stark geregnet. Doch: «In den letzten 35 Jahren war dieses Unwetter das bisher extremste.»

Obwohl das Unwetter heftig gewesen sei, sei nicht viel passiert. «Nur ein wenig Sachschaden und eben viel Arbeit, um alles wieder aufzuräumen», so der Leser-Reporter. «Meine Garage und mein Auto habe ich schon sauber.»

Am Dienstagmorgen begannen in Wollerau dann die Aufräumarbeiten. «Steine, Äste und eine dicke Schicht Dreck liegen auf den Strassen», sagt eine Leser-Reporterin.

Schauer haben aber auch eine positive Seite:


Schweizweites Unwetter

In anderen Teilen der Schweiz regnete es ebenfalls stellenweise kräftig, Meldungen über Schäden gab es jedoch bisher nicht. Auf dem Zürichberg wurden innert 24 Stunden 60 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichnet. In Thun waren es laut MeteoNews 39 Liter und in Stachen bei Arbon TG 36 Liter.

So blitzte es über Winterthur:


Es gewittert weiter

Auch am Dienstag und Mittwoch muss laut Meteorologen mit Gewittern und starkem Regen gerechnet werden. Weil der Höhenwind derzeit nur schwach ist, regnen sich die Gewitterzellen über lange Zeit am selben Ort aus.

Zusammen mit der oft hohen Niederschlagsintensität kann es zu kleinräumigen Überschwemmungen und Hangrutschungen kommen. Dabei entscheiden mitunter ein paar hundert Meter mehr oder weniger über sintflutartigen Regen oder trockene Verhältnisse.

Hat es bei Ihnen auch gewittert? Schicken Sie uns Bilder und Videos.

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(chk/qll/sda)