Unfall in Hünenberg ZG

04. April 2019 04:40; Akt: 04.04.2019 04:40 Print

«Viele Schüler weinten nach Stromschlag-Unfall»

In Hünenberg ZG starb ein Lehrer beinahe, nachdem er im Werkunterricht von einem Stromschlag getroffen worden war. Bei den Schülern sitzt der Schock tief.

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Es passierte im Werkunterricht am Oberstufenschulhaus Ehret in Hünenberg ZG: Ein Werklehrer (27) wollte am Dienstag seinen Schülern zeigen, wie man Holz einfärbt. Dabei erlitt er einen Stromschlag, der ihn lebensbedrohlich verletzte. Lehrerkollegen reanimierten ihn, ein Rettungshelikopter brachte ihn anschliessend in ein Spital.

«Der Unfall hat uns sehr belastet»

Eine Schülerin sagte am Tag nach dem Unfall: «An unserer Schule hat das sehr viele Schüler sehr fest belastet. Der Unfall ist das grosse Thema bei allen. Am Dienstag haben viele Schüler geweint.» Sie habe ihren Lehrer gefragt, wie es dem verunfallten Werklehrer jetzt gehe. «Er hat mir gesagt, der Werklehrer sei ausser Lebensgefahr.»

«Der Lehrer ist stabil»

Rolf Schmid, Rektor der Schulen Hünenberg, bestätigte, dass der Lehrer anscheinend ausser Lebensgefahr ist: «Ich stehe in ständigem Kontakt mit dem Vater des Verunfallten. Sein Zustand ist stabil.»

«Es liegt kein Fehlverhalten von Schülern vor»

Unter welchen Umständen sich der Unfall genau ereignet hatte, sei noch nicht geklärt. Fest steht aber laut Schmid: «Es liegt kein Fehlverhalten von Schülern vor, das möchte ich klar betonen. Ich bin froh, dass das so ist.» Am Tag des Unfalls hiess es im Dorf noch, ein Schüler habe einen Stecker eingesteckt, als der Lehrer gerade mit Kabeln hantiert habe. Dies sei nicht der Fall und eine Falschmeldung, betont Rektor Schmid.

Schüler wurden am Mittwoch nochmals extra betreut

Auf Situationen wie am Dienstag sei seine Schule vorbereitet, sagt Rektor Schmid weiter: «Wir haben natürlich ein Krisenmanagement, auf das wir zurückgreifen können. In dieser Situation war es ganz wichtig, sofort das Careteam des Kantons Zug aufzubieten. Dazu können wir auf weitere Unterstützung von Fachleuten zurückgreifen, etwa von der Schulsozialarbeit, der Kirche, von Katecheten und dem Schulpsychologischen Dienst.»

Auch am Mittwochmorgen sei die Schülerschaft nochmals extra betreut worden. Zudem können Schüler bei persönlichem Bedarf weiter die Hilfe von Fachleuten anfordern.

Massnahmen, um einen solchen Unfall künftig zu vermeiden, sind noch keine ergriffen worden. Dazu sei es noch zu früh. Schmid: «Wir müssen zuerst den Unfall genau analysieren und ein Debriefing machen.»

(mme)