Emil Manser

08. Dezember 2016 13:37; Akt: 08.12.2016 13:38 Print

«Wer mich kennt liebt mich»

Zwölf Jahre nach seinem Tod wird das wohl bekannteste Luzerner Stadtoriginal mit einer Ausstellung geehrt. Neben vielen Plakaten gibts auch persönliche Gegenstände zu sehen.

Museumsdirektor Christoph Lichtin zur Ausstellung über Emil Manser. (Video: gwa)
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«Ist mir grosse Ehre von gleicher Sorte zu sein», «Badzeli oder ich ‹singe›», «Intelikenz ist gerecht verteilt: Jede(r) meint genug zu haben» oder «Der Täter grüsste ohne Motiv» – die Sprüche und Weisheiten des Luzerner Stadtoriginals Emil Manser brachten viele Passanten zum Nachdenken und Schmunzeln. Er schrieb sie auf grosse Tafeln, die er sich umhängte. Gekleidet war er oft in einen Militärmantel, auf dem Kopf ein Adventskranz, im Gesicht ein Charlie-Chaplin-Schnäuzchen. Manser gehörte zum Stadtbild, fast wie der Wasserturm.

Zwölf Jahre nach seinem Tod im August 2004 wird das Stadtoriginal mit einer Sonderausstellung im Historischen Museum Luzern geehrt. Rund 150 Plakate sowie weitere persönliche Gegenstände hat das Museum aus seinem Nachlass erhalten. Davon werden nun erstmals 37 Plakate und weitere Objekte in einer Sonderausstellung präsentiert.

Die Plakate von Emil Manser

«In gewissem Sinn ist er ein Vorbild»

Beschrieben hatte Manser seine Plakate jeweils in krakeliger Schrift. Neben Spielereien mit Farben und Typografie baute der Strassenphilosoph teilweise absichtlich Fehler in seine Texte ein. «Manser arbeitete leidenschaftlich an der künstlerischen Umsetzung seiner Texte», sagt Chrisoph Lichtin, Kurator der Ausstellung und Direktor des Historischen Museums. Denn: Er wusste, dass er nur für kurze Zeit die Aufmerksamkeit der Passanten bekam, wenn diese an ihm vorbeigingen. «Dementsprechend gestaltete er auch seine Plakate und setzte Eyecatcher ein.» Die Plakate verkaufte er auch als Postkarten.

«Emil Manser war eine facettenreiche Persönlichkeit und eine wichtige Figur für Luzern», sagt Lichtin, «in gewissem Sinn ist er ein Vorbild. Manser war ganz sich selbst und tat seine Meinung kund», so der Kurator weiter. Der Plakatkünstler habe sich jeweils wirksam inszeniert.

Historisches Museum ehrt Original mit Ausstellung

Ausstellung dauert bis im April

Mit seinen Sprüchen trat er auch einigen Menschen auf die Füsse: «Nicht alle fanden ihn toll. Einigen ging er auch auf die Nerven.» Dabei hätte der Strassenphilosoph genau gewusst, wie seine Auftritte in der Öffentlichkeit wirkten und spielte auch damit.

Die Vernissage zur Ausstellung «Wer mich kennt liebt mich» findet am Donnerstag statt, die Ausstellung beginnt am Freitag und dauert bis kommenden April. Während der Ausstellung gibt es mehrere Vorträge. Spezielle Angebote zur Ausstellung gibt es auch für Familien oder Schulklassen.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 08.12.2016 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Grosser

    Mir kommen die Tränen, wenn ich an Emil Manser zurück denke, und daran, wie oft er mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte oder mich kurz nachdenklich stimmte. Er war ein grossartiger Strassenkünstler und mehr als nur ein Stadtoriginal.

  • Fred am 08.12.2016 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel Intoleranz

    Dass er einigen auf die Nerven gegangen sein soll, kann ich einfach nicht verstehen. Wer sich daran störte, ist nur noch bemitleidenswert.

    einklappen einklappen
  • Luzerner am 08.12.2016 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Hab ihm ab und zu Geld gegeben

    Dann sah man ihn in der Neustadt beim Coop ein Bierchen kaufen. Radio Müsli kam dann auch ab und zu des Weges mit seinem Kinderwagen und der Soundanlage. War lustig. Gibt es noch Luzerner Originale? Emil? Angy Burri ist ja leider auch nicht mehr unter uns. Hatte stets viel interessantes zu erzählen. Irgendwie wird es immer trauriger. Alle sind inzwischen so gleichgeschaltet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antonio Luzern am 12.12.2016 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wir bräuchten mehr......

    Wir bräuchten mehr solcher Leute in unserer grauen und einheitlichen Gesellschaft. Emil Manser ein Luzerner Original!

  • Luca am 08.12.2016 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merci

    Schade ist er nicht mehr da. Er würde jetzt mit seinem Advenskranz um die Häuser ziehen. Und dem ganzen künstlichem Weihnachtstress ein wenig aufmuntern. Seine Plakate, genial! Seine Sprüche, grandios! Seine Seele vermutlich zerrüttet? Sein Leben nicht einfach. Und doch brachte er Freude und Farbe in die Strassen der Stadt Luzern. Danke Emil Manser das du mich oft zum Lachen, aber auch Nachdenken gebracht hast.

  • Andy am 08.12.2016 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emil Manser

    Schade ist er nicht mehr unter uns!! Ein Mann mit Ecken und noch mehr Kanten, aber immer herzlich! Er gehört zu Luzern wie die Fasnacht! R.I.P.

  • Toni. S. am 08.12.2016 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade..

    Ja an ihn erinnere ich mich gut und leider werden es immer weniger die das gehetzte, gestresste und Streben nach immer mehr mit ihrem Dasein aufmuntern. Man kann über sie Schmunzeln, sie kitzeln unsere Nerven, die einen Lachen herbeiführen können. Ich gebe mir Mühe trotz allem Negativen die uns allen auf die Nerven gehen, wenigstens einmal Täglich herzhaft zu Lachen, dann hat der Tag für mich einen positiven Ausklang. Ps. Oh fast vergessen wir haben hier bei uns ja noch den Peter Gisler auch ein Orginal, den ich bei den vorletzten Gemeinderatswahlen auf die Liste setzte, leider nein.

  • Luzerner am 08.12.2016 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    Hab ihm ab und zu Geld gegeben

    Dann sah man ihn in der Neustadt beim Coop ein Bierchen kaufen. Radio Müsli kam dann auch ab und zu des Weges mit seinem Kinderwagen und der Soundanlage. War lustig. Gibt es noch Luzerner Originale? Emil? Angy Burri ist ja leider auch nicht mehr unter uns. Hatte stets viel interessantes zu erzählen. Irgendwie wird es immer trauriger. Alle sind inzwischen so gleichgeschaltet.