8-Meter-Loch von Küssnacht SZ

21. September 2017 15:55; Akt: 21.09.2017 18:33 Print

«Wir hatten Glück, dass nicht mehr passierte»

Acht Meter tief und fünf Meter breit ist das Loch, das sich aus dem Nichts in einer Küssnachter Wohnsiedlung im Boden auftat. Auslöser waren Arbeiten an der Südumfahrung.

Das Loch in Küssnacht wird wieder ausgefüllt. (Video: 20min)
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Zuerst Wasser und nun auch noch Sand: Nach dem Anstich für den bergmännischen Tunnel der Südumfahrung in Küssnacht mussten die Tunnelbauer die Arbeiten erneut unterbrechen. Eine Sandschicht hatte sich gesenkt. Rund 18 Meter weit wurde gebohrt, als sich am Mittwoch über dem Vortrieb eine Sandlinse senkte. Dadurch entstand ein acht Meter tiefer Schlot mit einem Durchmesser von rund fünf Metern.


Oberbauleiter Kurt Waber erklärt, wie es mit dem Loch jetzt weitergeht. (Video: 20min)

In der Erdoberfläche, einem Rasenplatz, klafft seither ein Loch mit einem Durchmesser von fünf Metern. Das Loch ist nur knapp zehn Meter von einem Mehrfamilienhaus entfernt. Die Bewohner des Hauses seien kurzfristig in Sicherheit gebracht worden. Verletzt worden sei niemand, führte Oberbauleiter Kurt Waber auf Nachfrage aus. «Wir hatten Glück im Unglück, dass nicht mehr passierte», sagt Waber. Am meisten gefährdet gewesen seien die Mineure. Der Vorfall werde sehr ernst genommen.

Keine 100-prozentige Sicherheit

Auf die Frage, ob wegen den Tunnelarbeiten künftig ein Loch unter einem Haus entstehen könnte, sagt Waber: «Das ist ist reine Spekulation. Ein Restrisiko besteht immer. Wichtig ist, dass der Tunnelvortrieb weiter optimiert wird, damit sich ein solcher Vorfall nicht mehr wiederholt.»

Mitten in Quartier klafft plötzlich ein Riesen-Loch
So sieht das Loch in Küssnacht aus.

«Sehr überraschend versagt»

Es handle sich um einen sogenannten Tagbruch, sagte Waber: «Das ist ein grösserer Vorfall.» Das Sicherheitsverfahren habe sehr überraschend versagt, drei Meter neben der betroffenen Stelle habe man Erkundungsbohrungen gemacht. Waber gab zu bedenken, dass man im Spezialtiefbau stets mit Modellen arbeite. Nun gelte es, die Sicherung anzupassen.

Das Loch wird nun wieder gefüllt

Die angrenzenden Liegenschaften und die neu gebaute Stützmauer wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die instabile Zone werde nun mit technischen Massnahmen verfestigt und als Vorsichtsmassnahme zusätzlich überwacht und vermessen. Das entstandene Loch könne anschliessend wieder aufgefüllt werden.

Der Vortrieb im Tunnel dürfte in zwei bis drei Wochen wieder aufgenommen werden, sagte Waber. Auch die Massnahmen gegen das eindringende Wasser auf der anderen Seite des Tunnels könnten wohl im Oktober umgesetzt werden, sodass im November die Tunnelbauer weiterarbeiten können. «Wir bewegen uns immer noch innerhalb des bewilligten Kredits.»

Im Juli war es Wasser

Mitte Juli war rund die Hälfte der 348 Meter Untertagebau des Tunnels Burg ausgebrochen, als ein unerwarteter Wasserzutritt die Arbeiter zwang, den Tunnelvortrieb einzustellen. Während der Abklärungen dazu, was gegen den Wasserzutritt unternommen werden kann, sollte der Tunnel als Herzstück der Umfahrung statt von Norden von Süden her vorgetrieben werden.

120 Millionen Franken

Die Südumfahrung Küssnacht wird als Hauptstrasse gebaut und total 1230 Meter lang sein. Die Kosten für die Strasse, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten soll, werden auf 120 Millionen Franken veranschlagt.

(sda/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ralf Ed am 21.09.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ähm... was?

    "das sich aus dem Nichts".... "Ausgelöst wurde das Loch durch Tunnelarbeiten.".. Was jetzt?

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  • Marcel am 21.09.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Aha, das passiert auch in CH

    Scheinbar passieren solche Sachen nicht nur den Deutschen und an Orten, wo es gerade eine Eisenbahnlinie drüber hat. Man könnte aber meinen schon, gell?

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  • Kilian Kolb am 21.09.2017 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Städtepartnerschaft

    zwischen Rastatt und Küssnacht liegt geradezu auf der Hand.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • huwi am 22.09.2017 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Luzerner Museggparking?

    Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn das Luzerner Stadtparking unter der Nuseggmauer gebaut würde. Ingenieure planen und berechnen, gut und recht, aber wie die Natur sich verhält, weiss niemend.

  • Pius am 22.09.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reserven eingebaut

    Da soll mir jemals wieder irgend ein Schlauer kommen und sagen die Reserven im Voranschlag seien viel zu hoch. Das Projekt chönne viel günstiger realisiert werden......

  • Butch am 22.09.2017 05:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Danke für den Beitrag. So wird den Leuten vielleicht einmal klar, dass es nicht so einfach ist, einen Tunnel zu bauen.

  • Milchshake am 21.09.2017 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe

    das ist kein böses Ohmen für das Tunnel... ein Pech nach dem andern

  • Vanessa am 21.09.2017 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig. Jedes Kaff bekommt

    eine Umfahrung, aber in Zürich muss der Verkehr durch die ganze Stadt, wenn man ins Seefeld will.

    • Trixx am 22.09.2017 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vanessa

      Sie waren wohl noch nie in Küssnacht...

    • Lukas am 22.09.2017 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vanessa

      Sorry aber Zürich ist nicht der Nabel der Welt. Ausserdem wird das Projekt durch den Kanton und den Bezirk Küssnacht finanziert. Wir haben lange genug darauf gewartet.

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