Luzern

01. Oktober 2019 17:13; Akt: 01.10.2019 17:13 Print

Warum jagt Armee mit Super Puma Einbrecher?

Zur Verfolgung eines Einbrechers bot die Luzerner Polizei einen Super Puma der Armee auf. Möglich macht das ein spezieller Deal zwischen Polizei und Armee.

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Am Samstagabend wurde in der Gewerbezone an der Hasenmoosstrasse in Rothenburg ein Einbruch festgestellt. Ein Täter konnte bereits festgenommen werden. Ein weiterer befindet sich noch auf freiem Fuss. (Symbolbild) Zur Fahndung des zweiten Einbrechers wurde ein Super Puma der Schweizer Armee eingesetzt. Mithilfe der Wärmebildkamera sollte der Täter gefasst werden. (Symbolbild) «Wir konnten den Super Puma bei der Armee mieten», sagt Christian Bertschi, Chef der Kommunikationsdienste der Luzerner Polizei. Es sei jedoch ein Ausnahmefall, dass ein Super Puma zur Fahndung von Einbrechern gebraucht wird. In diesem Fall sei laut Bertschi das Gelände zu unübersichtlich gewesen. (Symbolbild) Einer der beiden mutmasslichen Täter konnte vom Diensthund Tyson gestoppt werden. Dabei handelte es sich um einen 24-jährigen Rumänen, wie die Luzerner Polizei am Montag mitteilte. Der zweite Einbrecher sei auf dem Stand vom Dienstag noch immer auf freiem Fuss. (Symbolbild) Es gäbe eine Abmachung, bei der nicht gebrauchte Super Pumas von Behörden bestellt werden können. Die Schweizer Armee rückt dann in deren Auftrag aus. (Symbolbild) Der Super Puma kann zur Bergung von Tieren und Menschen eingesetzt werden, zur Lokalisierung von Glutnestern bei Waldbränden oder als Materialtransporte. (Symbolbild) Der festgenommene Rumäne muss sich vorerst einigen Befragungen stellen. «Natürlich hoffen wir damit herauszufinden, ob auch andere mutmassliche Täter beteiligt waren», sagt Bertschi der Luzerner Polizei. Danach müsse er sich womöglich vor der Staatsanwaltschaft Luzern verantworten. (Symbolbild)

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Am Samstagabend waren Einbrecher in der Gewerbezone an der Hasenmoosstrasse in Rothenburg unterwegs. Es folgte zunächst eine Verfolgungsjagd durch die Luzerner Polizei. Nach einer Schussabgabe auf den Reifen des Fluchtwagens konnte ein mutmasslicher Einbrecher von Diensthund Tyson gestoppt werden. Der zweite mutmassliche Täter konnte jedoch entkommen.

Täter noch immer auf freiem Fuss

Einer der beiden Männer konnte zu Fuss fliehen. Um ihn ausfindig zu machen, setzte die Polizei auf die Hilfe der Schweizer Armee. «Wir konnten einen Super Puma aufbieten», sagt Christian Bertschi, Kommunikationschef der Kantonspolizei Luzern, auf Anfrage. Es gebe zwischen der Polizei und der Armee eine Abmachung: Falls die Armee ihre Helikopter nicht benötigt, könnten diese der Polizei oder anderen Behörden zur Verfügung gestellt werden. Verfügbar ist der Super Puma an erster Stelle also für die Schweizer Armee. Falls er jedoch gerade nicht genutzt wird, kann er von allen Schweizer Behörden, wie der Polizei oder Gemeinden, gemietet werden.

Spezielles Gelände erfordert spezielle Massnahmen

Dass für eine Einbrecherjagd jedoch gleich ein Super Puma eingesetzt wird, ist laut Bertschi eine Ausnahme. In diesem Fall habe man den Helikopter aufgrund des «speziellen Firmengeländes und der Wälder in der Umgebung» benötigt, so Bertschi. Um welche Firma es sich handelt, bei der eingebrochen wurde, will die Polizei nicht bekannt geben.

Die Luzerner Polizei ging beim Einsatz am Samstag davon aus, dass sich noch weitere mutmassliche Einbrecher auf dem Firmengelände befinden könnten. Das Gelände sei jedoch zu unübersichtlich, um es abzusuchen. Deshalb sei die Wärmebildkamera des Super Pumas notwendig gewesen, um allfällige Komplizen ausfindig zu machen, so Bertschi.

Der Super Puma rettet auch Kühe

Nicht nur zur Fahndung von Einbrechern eignet sich der hochtechnologisierte Armeehelikopter. Er kann auch zum Beispiel Kühe retten. «Alles, was warm ist oder noch Restwärme enthält, kann aufgespürt werden», sagte Daniel Reist, Mediensprecher der Schweizer Armee. So könnten beispielsweise Personen oder Tiere geborgen werden. Ausserdem können bei Waldbränden Glutnester lokalisiert werden. Nicht erhoben wird offenbar die Zugriffsquote bei Einsätzen wie jüngst in Rothenburg im Auftrag der Polizei: «Ob bei einem Einsatz mit solch schwerem Gerät jemals ein Verbrecher gestellt wurde, ist mir nicht bekannt», so Reist.

Polizei ermittelt weiter

Die Luzerner Polizei ist derweil immer noch auf der Suche nach dem zweiten Einbrecher, der trotz Helikopter-Einsatz fliehen konnte. Der festgenommene Rumäne muss sich nach den Befragungen vor der Staatsanwaltschaft Emmen verantworten. Ob bei dem Einbruch etwas entwendet wurde, wird zur Zeit abgeklärt. Bertschi: «Natürlich hoffen wir dabei auch herauszufinden, ob noch andere mutmassliche Täter beteiligt waren.» .

(jab/nob)