Junge Frauen ans Mic

01. Juli 2018 16:17; Akt: 01.07.2018 16:56 Print

«Female* Music Lab» pusht Ladies auf die Bühne

Frauen sind in der Schweizer Musikszene untervertreten. Dies will der Verein Helvetiarockt ändern. Dabei sollen junge Frauen von Frauen lernen.

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Es ist ein Thema, das die Musikbranche in der Schweiz und auch auf der ganzen Welt immer wieder beschäftigt: Die Anzahl der Frauen im Musikbusiness. 2016 betrug etwa der Frauenanteil auf den Bühnen der grossen Ferstivals lediglich zwölf Prozent.

2017 ging einer von zwölf Swiss Music Awards an eine Frau: Beatrice Egli. Den Award erhielt sie aber in jener Kategorie, in der sowieso eine Frau gewinnen musste – Egli erhielt den Award für den Best Female Solo Act. Ansonsten gingen Frauen leer aus.

Nachwuchsförderung und Klischee-Abbau

Die Untervertretung der Frauen will nun der Verein Helvetiarockt zusammen mit dem Treibhaus Luzern und Infoklick Zentralschweiz angehen und lanciert deshalb das Female* Music Lab – ein Pilotprojekt, bei dem Frauen zwischen zwölf und 25 Jahren von professionellen Musikerinnen und DJs lernen können, wie man Beats macht, Songs schreibt und am DJ-Pult Platten auflegt. «Wir wollen damit einerseits Nachwuchsförderung betreiben, andererseits wollen wir mit den Workshops mehr Frauen auf die Bühne und hinter das Mischpult bringen», sagt Kathy Bajaria von Helvetiarockt.

Die Workshops seien bewusst in der elektronischen Musik angesiedelt: «Viele haben immer noch das Klischee im Kopf, dass Frauen mit Technik nicht viel anfangen können. Technische Kompetenzen haben nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern Sozialisierung», sagt sie. «Die Workshops sollen ein niederschwelliges Angebot sein, damit sich Frauen untereinander mit dem Thema auseinandersetzen und austauschen können», sagt Bajaria weiter.

Zuerst in Luzern, danach folgen weitere Städte

Im Juli findet der erste Workshop statt, weitere folgen ab August und im Oktober. Was diesen Sommer in Luzern als Pilotprojekt beginnt, soll in Zukunft auch an weiteren Orten stattfinden: «Das Projekt ist von der Drosos-Stiftung finanziert. 2019 sollen die Workshops an vier Standorten schweizweit durchgeführt werden, 2020 an acht Orten.» Die Erfahrungen aus den Workshops in Luzern sollen genutzt werden, um die Kurse für andere Städte anzupassen.

Auch nach den Workshops soll die Förderung weitergeführt werden. «Unser Ziel ist es, gute Rahmenbedingungen für eine Community aufzubauen. Die Teilnehmerinnen sollen sich auch künftig treffen und austauschen können.»

Neben den technischen Workshops bietet Helvetiarockt auch andere Workshops an wie etwa Workshops für Musikerinnen oder ein Songwriting-Camp.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Normalo am 01.07.2018 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Güte

    Und krampfhafte politische Korrektheit mit inbegriffen. Dem Stern sei Dank.

  • DenkNach am 02.07.2018 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Da stimmt was nicht

    Gibt es proportional so extrem wenig Frauen das die überall an allen Ecken und Enden untervertreten oder benachteiligt sind oder ist die andauernde Nörgelei der gleichmacher-Fetischisten eventuell nicht ganz koscher?

  • Reto am 02.07.2018 01:21 Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage

    Nun auch noch hier künstliche Quotenregelungen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger am 02.07.2018 05:17 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst es bitte bleiben

    Technik liegt leider auch nicht im Blut bei Frauen im allgemeinen und das ist kein Klischee sondern auch Tatsache, klar gibt es Ausnahmen aber wie uns die Geschichte lehrt waren meistens Männer die bahnbrechende Technische Erfindungen geschaffen haben und nicht viele Frauen ! warum will die Politik Männlein und Weiblein gleich setzen ??? Es wird nicht Funktionieren, ganz einfach, Frauen haben andere stärken in gewissen Bereichen wie Männer und das ist auch gut so und soll so bleiben ! Männersache bleibt Männersache, Frauensache bleibt Frauensache Punkt !

  • CookingSamurai am 02.07.2018 03:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was auch immer...

    Durch den ganzen sozial media kram (a-sozial schon eher) wird die jugend vor allem junge frauen immer mehr mit sich selbst beschäftigt sein, statt vertieft in ein erfülltes hobby oder eine arbeit, sind die meisten in ihr handy vertieft, mehrere stunden pro tag ist bei denen schon normal?!

  • Reto am 02.07.2018 01:21 Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage

    Nun auch noch hier künstliche Quotenregelungen.

  • DenkNach am 02.07.2018 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Da stimmt was nicht

    Gibt es proportional so extrem wenig Frauen das die überall an allen Ecken und Enden untervertreten oder benachteiligt sind oder ist die andauernde Nörgelei der gleichmacher-Fetischisten eventuell nicht ganz koscher?

  • Normalo am 01.07.2018 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Güte

    Und krampfhafte politische Korrektheit mit inbegriffen. Dem Stern sei Dank.