Dramatische Rettungsaktion

10. März 2015 16:12; Akt: 10.03.2015 17:22 Print

17-Jähriger 20 Meter tief in Gletscherspalte gestürzt

Am Titlis ist ein Jugendlicher in eine 20 Meter tiefe Gletscherspalte gestürzt: Die aufwendige Rettungsaktion verlief turbulent, zwei Retter verletzten sich dabei.

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Blick auf den Titlis Gletscher, aufgenommen am 28. August 2012. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

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Am Montag waren ein Vater und sein Sohn (17) im Gebiet des Gletschers auf dem Titlis im Kanton Obwalden mit dem Snowboard unterwegs, doch nicht auf markiertem Hang. «Die beiden fuhren abseits der markierten Piste», sagt Marco Niederberger, Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei. Plötzlich stürzte der Jugendliche in eine Gletscherspalte und fiel 20 Meter tief. Sein Vater alarmierte laut Polizei den Pisten- und Rettungsdienst. Für die Bergung des 17-Jährigen begann eine aufwendige und anspruchsvolle Rettungsaktion – sie dauerte fast sechs Stunden. «Die Retter konnten sich nicht einfach nach unten abseilen. Sie mussten sich Stück für Stück nach unten vorarbeiten, weil alles sehr eng war», erklärt Peter Reinle, Leiter Marketing der Titlis Bahnen.

Die Rettung schien zunächst reibungslos abzulaufen, doch dann der Schock: «Als die beiden Rettungskräfte unten waren, löste sich oben eine Eisplatte und verletzte die beiden leicht.» Sie mussten ins Spital überführt werden. Der Jugendliche konnte schliesslich geborgen werden und wurde ebenfalls ins Spital geflogen.

Warnschilder weisen auf Gefahren hin

Für den verunfallten 17-jährigen und seinen Vater könnte die Rettung teuer zu stehen kommen: «Grundsätzlich hat der Verursacher die Kosten zu tragen», sagt Reinle.

Reinle betont, dass das Gebiet von der markierten Piste durchgehend mit Seilen abgetrennt ist, die täglich kontrolliert werden. Zudem würden Warnschilder auf Gefahren abseits der Piste hinweisen. «Man kann nicht unwissentlich die Piste verlassen.»

Erst Anfang 2015 hatte ein Schulleiter für Empörung gesorgt, als er mit Schülern im Titlis-Gebiet abseits der sicheren Piste gefahren war. Und im Jahr 2007 war eine 6-jährige Skischülerin tödlich verunglückt, nachdem die Gruppe die markierte Piste verlassen hatte.

(pz)