Luzern

29. Mai 2016 17:14; Akt: 29.05.2016 17:14 Print

17 Mal ohne Billet im Zug – 1700 Franken Busse

Innert dreier Monate ist ein notorischer Schwarzfahrer 17 Mal bei Kontrollen erwischt worden. Der Staatsanwaltschaft machen die Schwarzfahrer viel Arbeit.

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Den Kontrolleuren der SBB ging der notorische Schwarzfahrer 17 Mal ins Netz. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Dieser Pendler scheint unbelehrbar: Insgesamt 17 Mal innert dreier Monate wurde ein Zugpassagier zwischen Luzern und Olten von Kontrolleuren der SBB erwischt. Dafür erhält der Pendler von der Staatsanwaltschaft eine Busse von 1700 Franken. Hinzu kommen Zuschläge der SBB in der Höhe von rund 2600 Franken, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtet.

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86 Bussen in nur zwei Wochen

Der notorische Schwarzfahrer ist kein Einzelfall: Ein weiterer Schwarzfahrer ging den Kontrolleure innert sechs Wochen gar 13 Mal ins Netz. Dafür gibts eine Busse von 1300 Franken von der Staatsanwaltschaft und auch hier kommen noch Zuschläge der SBB hinzu. Der Luzerner Staatsanwalschaft machen Schwarzfahrer viel Arbeit: In den ersten beiden Wochen des Monats Mai sprach sie in 86 Fällen Bussen aus – damit war jeder vierte Strafbefehl an einen Schwarzfahrer gerichtet, wie die «ZaS» weiter schreibt.

Schwarzfahrerquote von 2,5 Prozent

Das Problem kennt man etwa auch bei Postauto: 145 Millionen Passagiere hat das Unternehmen im vergangenen Jahr transportiert. Dabei geht man laut Mediensprecher Urs Bloch bei Postauto von einer durchschnittlichen Schwarzfahrerquote von 2,5 Prozent aus – dies entspricht rund 3'625'000 Schwarzfahrern jährlich. Und auch bei Postauto gibt es notorische Schwarzfahrer: Postauto Schweiz führt ein Register, in dem die Schwarzfahrer aufgelistet sind. «Dort sind etwa 80‘000 Fälle aufgeführt», sagt Bloch. Von den eingetragenen Fällen waren aber nur etwa 25 bis 30 Prozent im Postauto unterwegs. Denn: «Postauto führt Kontrollen oder das Inkasso auch im Auftrag von anderen Transportunternehmen durch», so Bloch. Die Daten von Fahrgästen ohne Wiederholungsfall werden alle zwei Jahre aus dem Register gelöscht.

«Es gibt im erwähnten Register einen gewissen Anteil von Wiederholungstätern», sagt Bloch. «Der Anteil notorischer Schwarzfahrer ist jedoch gering.» Wird ein Fahrgast zum dritten Mal ohne Billett erwischt wird, geht der Fall an die Polizei: «Es wird direkt ein Strafantrag gestellt. Das weitere Vorgehen liegt dann bei der Polizei. Diese stellt eine Busse oder eine Verfügung aus.» Ob ein Passagier Wiederholungstäter ist, sehen die Kontrolleure übrigens nicht: «Nur die Mitarbeitenden der Inkassostelle haben einen beschränkten Einblick in die Daten.»

SBB erwischte 2015 430'000 Schwarzfahrer

Auch bei den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) hat man mit Schwarzfahrern zu kämpfen: «Es ist schade, dass selbst drastische Geldstrafen bei gewissen Leuten keine Wirkung zeigen. Dass sie ein Abo günstiger käme, leuchtet ihnen nicht ein – oder sie können sich ein solches nicht leisten», sagt VBL-Sprecher Christian Bertschi zur «ZaS». Wie viele Schwarzfahrer jährlich erwischt werden, geben die VBL jedoch nicht bekannt.

Bei den SBB wurden im Jahr 2015 rund 430'000 Schwarzfahrer erwischt. Transportiert wurden insgesamt 366 Millionen Passagiere.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugetobler am 29.05.2016 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Geld

    Bei den meisten Schwarzfahrer kann man gar nichts holen. Die kann man so betreiben wie man will, die leben schon unter dem Existensminimum.

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  • Innerschweizer am 29.05.2016 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön blöd

    Selbst ein GA wäre da noch günstiger gewesen.

  • Tom am 29.05.2016 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB

    Naja. SBB hat auch sehr merkwürdige Bussverfahren. Wer ein Online Ticket hat aber im falschen Zug sitzt wird gebüsst als ob er keines gelöst hätte...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans im Glück am 30.05.2016 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dem Glück ein bisschen helfen

    Was ist den am Schwarzfahren so schön? Wer kann denn da noch die Zufahrt geniessen.? Ein Leben voller Peinlichkeiten für was für einen Preis. Macht Euch das Leben nicht grau und schwarz. Macht es hell und freier.

  • Jane38 am 30.05.2016 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    selber schuld. wer das risiko eingeht bezahlt halt doppelt..

  • BÄÄGU am 30.05.2016 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis gleich

    Also ich finde die Busse ist ja nicht viel grösser als die offiziellen Ticketpreise. Bei den Fahrpreisen überlegt sich noch manscher schwarz zu Fahren.

  • Mr. Spock am 30.05.2016 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bürokratie Schweiz

    ich frage mich überhaupt wieso Schwarzfahrer der Staatsanwaltschaft gemeldet werden. Völlig überflüssig. Die Busse haben sie ja von der SBB schon erhalten und bei Zahlung innert Frist geht alles seinen Gang. So wird der S5aatsanwaltschaft unnötig Arbeit aufgebürdet und dass dort nur schon ein Brief schnell mal 200.- ausmacht ist bekannt.

  • El Turko66 am 30.05.2016 04:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor 10 Jahren...

    Ich bin seit 10 Jahren nicht mehr in ein Zug eingestiegen, aber habe tolle Erinnerungen. Ein Freund von mir war ca. 2 Jahre lang immer ohne Billet unterwegs und wurde etwa 2-3 mal erwischt. Jeedesmal wenn er erwischt wurde, sagte er:" Ich bin immernoch im Vorteil."