Was geschah

27. Februar 2013 18:32; Akt: 28.02.2013 12:16 Print

3 Tote, 7 Verletzte - Amoklauf in Menznau

Viktor B. kam, zog eine Pistole und schoss: Der 42-jähriger Mann tötet in einer Schweizer Holzfabrik bei Luzern mindestens zwei Menschen mit einer Pistole. Auch er selbst stirbt.

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Am 28. Februar 2013, dem Tag nach dem Amoklauf von Menznau LU, wehen die Fahnen auf dem Kronospan-Firmengelände auf halbmast. In Willisau LU versammeln sich am Nachmittag des 28. Februar Trauergäste zum Gedenkgottesdienst für die Opfer von Menznau. Einen Tag zuvor, am 27. Februar, hatte ein Mitarbeiter der Holzverarbeitungsfirma Kronospan in Menznau LU ein Blutbad angerichtet. Vier Menschen fanden den Tod, darunter auch der Amokläufer. Drei Menschen waren noch am Tatort ums Leben gekommen, eine vierte Person erlag tags darauf im Spital ihren schweren Verletzungen. Ein grosses Aufgebot von Rettungskräften war in Menznau vor Ort. Unter anderem setzte die Rega drei Helikopter ein, um sieben teils schwerverletzte Personen auszufliegen. Der Täter, Vikor B., hatte am Morgen des 27. Februar, kurz nach 9 Uhr die Firma betreten und mit einer Pistole auf mehrere Mitarbeiter geschossen. Unter den Todesopfern ist auch Kranzschwinger Benno Studer aus Schüpfheim LU. Seinen grössten Erfolg hatte der 26-Jährige 2011 feiern können. Damals gewann er das Innerschweizerische. Ein weiteres Todesopfer ist Christina N., eine ehemalige Nachbarin des Täters. Sie wohnte im Parterre dieses Hauses. Bei der Tatwaffe handelte es sich nicht um eine Armeewaffe, teilte die Polizei mit. Der Gemeindepräsident von Menznau, Adrian J. Duss, zeigte sich am Tag der Tat erschüttert: «Ich bin schockiert und fassungslos.» Erst wenige Tage vor der Tat hatte die Firma Kronospan mitgeteilt, dass die Produktion wegen massiven Rundholzmangels gedrosselt worden sei (im Bild Kronospan-Konzernleiter Urs C. Fluder am Tatort). «Wir müssen heute auf Abstellmassnahmen wegen Rundholzmangels hinweisen», hatte es in einer Mitteilung von Holzindustrie Schweiz vom 23. Februar 2013 geheissen. Menznau ist die südöstlichste Gemeinde des Amtes Willisau und liegt zwischen Wolhusen und Willisau im Kanton Luzern. In dem Ort leben 2800 Einwohner. Das Areal des Holzverarbeiters Kronospan befindet sich am nordwestlichen Rand von Menznau.

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In einer Schweizer Holzfabrik im Kanton Luzern hat ein langjähriger Angestellter heute Morgen das Feuer eröffnet. Mindestens drei Menschen wurden getötet, darunter der Angreifer selbst, wie die Polizei mitteilte. Sieben Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen schwer.

Der Angreifer sei ein 42-jähriger Mann gewesen, sagte der Leiter der Kriminalpolizei des Kantons, Daniel Bussmann. Er sei gegen 9 Uhr morgens in das Gebäude der Firma Kronospan in der Ortschaft Menznau westlich von Luzern gekommen, habe eine Pistole gezogen und geschossen. Wie der Angreifer selbst ums Leben kam war zunächst unklar, sagte Bussmann. Die Polizei riegelte den Tatort weiträumig ab.

Der Geschäftsführer von Kronospan, Mauro Capozzo, sagte, der Angreifer habe mehr als zehn Jahre lang für sein Unternehmen gearbeitet. Er sei ein ruhiger Mensch gewesen. Nichts Negatives sei ihm über den Mann bekannt, sagte Capozzo.

Motiv noch unklar

Kronospan beschäftigt rund 450 Mitarbeiter. Hinweise auf das Motiv des Täters lagen zunächst nicht vor. Entlassungen habe es in der jüngsten Vergangenheit nicht gegeben, sagte Capozzo.

Waffenbesitz ist in der Schweiz weit verbreitet. Bei acht Millionen Einwohnern gibt es rund 2,3 Millionen Schusswaffen. Die Zahl der Verbrechen mit Waffen ist dagegen niedrig. 2009 wurden insgesamt 24 Menschen durch Waffengewalt getötet. Das entspricht einer Rate von 0,3 je 100 000 Einwohner. In den USA ist diese Rate beispielsweise elfmal höher.

Dennoch gibt es einige spektakuläre Ausnahmefälle: 2001 tötete ein Mann bei einer Stadtratssitzung in Zug unweit von Luzern 14 Menschen. Erst im vergangenen Monat tötete ein Mann im Süden der Schweiz drei Frauen.

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(sda)