Vierersessel-Absturz

13. Februar 2020 16:00; Akt: 13.02.2020 16:00 Print

Ermittlung läuft nun wegen fahrlässiger Tötung

Ein 40-jähriger Mann, der vergangene Woche beim Sessellift-Unglück auf dem Stoos-Fronalpstock SZ verletzt wurde, ist am Mittwoch seinen Verletzungen erlegen.

Am späten Donnerstagabend ist ein Sessel des Sessellifts Stoos-Fronalpstock SZ abgestürzt. Ein Mann kam ums Leben.
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Am Donnerstagabend, 6. Februar kurz nach 22 Uhr kam es auf dem Stoos zu einem Sesselliftunfall: Ein mit vier Personen besetzter Vierersessel kollidierte auf der Talfahrt im Gebiet Charenstöckli mit dem Windenseil eines Pistenfahrzeuges und stürzte rund 10 Meter ab.

Eine Frau und drei Männer im Alter zwischen 33 und 40 Jahren wurden dabei erheblich bis lebensbedrohlich verletzt. Wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilt, ist nun ein 40-jähriger Mann aus dem Kanton Zürich am Mittwoch an den Folgen seiner Verletzungen verstorben.

Die übrigen Verunfallten, eine Frau und zwei Männer, befinden sich auf dem Weg der Besserung. Die beiden Männer konnten das Spital bereits verlassen.


Die SUST untersucht den Unfall

Weshalb es zur Kollision mit dem Windenseil des Pistenfahrzeuges kam, ist weiterhin unklar und Gegenstand der laufenden Untersuchung. Diese wird von der Staatsanwaltschaft Innerschwyz zusammen mit der Kantonspolizei Schwyz und der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) geführt.

Polizei und Sust sind am Ermitteln

Nach dem Tod des verunglückten Mannes wird im Rahmen des bereits laufenden Strafverfahrens neu auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Dies bestätigte André Steiner von der Staatsanwaltschaft Innerschwyz auf Anfrage. Der Pistenbully-Fahrer wurde nach dem Unfall bereits befragt, ebenso eine Person, welche die Sesselbahn zum Unfallzeitpunkt bedient hatte. Momentan sind laut Steiner keine weiteren Befragungen geplant, erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen und mit Vorliegen des Berichtes der SUST seien allenfalls weitere Befragungen vorgesehen. Der Fahrer des Pistenfahrzeugs befinde sich nicht in U-Haft, wie es auf Anfrage weiter hiess.

Fahrer des Pistenfahrzeuges wird betreut

Am Donnerstag haben sich auch die Betreiber der Stoosbahnen in einer Mitteilung zu Wort gemeldet. «Das ganze Stoosbahnen-Team ist zutiefst erschüttert. In Gedanken sind wir bei ihm, seinen Angehörigen und seinem Arbeitgeber.»

Der Fahrer wird derweil durch seine Vorgesetzten und den Geschäftsleiter der Stoosbahnen AG betreut: «Wir werden ihn und alle anderen betroffenen Mitarbeiter auch weiterhin psychologisch unterstützen», so gut es geht, sagte VR-Präsident Thomas Meyer auf Anfrage. Dazu seien auch Fachleute beigezogen worden. «Alle reagieren unterschiedlich auf die Situation. Die Vorgesetzten entscheiden in Absprache mit den Fachleuten, welche Mitarbeiter wieder eingesetzt werden.»

Lindt & Sprüngli setzt Fahnen auf halbmast

Der verstorbene Mann war Mitarbeiter von Lindt & Sprüngli und war mit Arbeitskollegen auf einem Betriebsausflug. Auch dort steht den Mitarbeitern psychologische Hilfe zur Verfügung. Ein Sprecher von Lindt & Sprüngli teilte mit: «Wir sind zutiefst betroffen und erschüttert, dass unser sehr geschätzter Mitarbeiter seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl sind bei dem Verstorbenen und seinen Angehörigen. Wir sind noch immer geschockt über den Unfall, bei dem auch weitere Teammitglieder verletzt wurden und einen traumatisierenden Vorfall erleben mussten.» Die drei weiteren Verletzten seien auf dem Weg zur vollständigen Genesung.

Der Fokus gelte nun den trauernden Mitarbeitenden am Standort in Kilchberg, für die unter anderem auch ein spezialisiertes Care-Team zur Verfügung stehe. Als «Ausdruck der tiefen Trauer» setzt Lindt & Sprüngli die Fahnen auf Halbmast.

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(fss)