Kanton Zug

15. Juli 2014 17:59; Akt: 15.07.2014 17:59 Print

547 Abtreibungen in fünf Jahren

Die Zuger Regierung zieht Bilanz zu den Abtreibungen in den letzten fünf Jahren. Das medizinische Personal kann sich aber weigern, diese einzuleiten.

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Im vergangenen Jahr wurden im Kantonsspital Zug 85 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Zwischen 2008 und 2013 sind im Kanton Zug 547 Schwangerschaften abgebrochen worden. 436 oder rund 80 Prozent der Eingriffe erfolgten im Kantonsspital, wie der Zuger Regierungsrat in der am Dienstag publizierten Antwort auf eine SVP-Interpellation schreibt.

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Zuger Kantonsspital bewegte sich in den vergangenen fünf Jahren zwischen einem Tiefstwert von 51 im Jahr 2010 und einem Höchstwert von 128 im Jahr 2009. Im vergangenen Jahr wurden 85 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Abgetrieben wird im Kantonsspital sowohl medikamentös als auch operativ.

Von den Arztpraxen wurden zwischen 2008 und 2013 insgesamt 105 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. In der Andreasklinik in Cham gab es seit 2010 keine derartigen Eingriffe mehr. Einzig 2009 wurden vier Abtreibungen vorgenommen.

Der überwiegende Teil der Schwangerschaftsabbrüche im Kanton Zug werden innerhalb der ersten 12 Wochen nach Beginn der letzten Periode vorgenommen. Lediglich in 13 Fällen erfolgte der Abbruch nach der 12. Schwangerschaftswoche.

Personal wird nicht gezwungen

Wie aus der Antwort des Regierungsrates weiter zu entnehmen ist, werden im Kantonsspital grundsätzlich keine Medizinalpersonen zur Mitwirkung bei Schwangerschaftsabbrüchen gezwungen. Davon ausgenommen seien einzig Schwangerschaftsabbrüche, die zur Rettung des akut bedrohten Lebens der schwangeren Frau notfallmässig durchgeführt werden müssen. Solche Abbrüche seien jedoch äusserst selten.

(sda/sda)