Hausbesetzungen

08. April 2018 17:26; Akt: 08.04.2018 17:26 Print

60 Besetzer nisten sich in Luzerner Haus ein

Eine Luzerner Villa wurde von rund 60 Personen besetzt. Nach kurzer Zeit zog die Gruppe allerdings wieder ab. Nun haben sie eine andere Liegenschaft besetzt.

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In der Nacht auf Samstag sind rund 60 Hausbesetzer in eine leer stehende Luzerner Villa an der Obergrundstrasse in Luzern eingedrungen. Die Gruppe nennt sich Pulpa.

Sie kritisierten den Leerstand und wollen, dass die Räume wieder genutzt werden. «Während es vielen Menschen nicht mehr möglich ist, in der Stadt zu leben, können vermögende Einzelpersonen Raum während Jahren beanspruchen, ohne ihn in irgendeiner Form zu nutzen», teilt die Gruppe mit. Anwohner, Besitzer und Stadtrat seien über die Besetzung informiert worden.

Laut Polizei verliessen sie später das Gebäude wieder: Die Besetzung sei in der Nacht aufgelöst worden und die Leute seien wieder abgezogen, so eine Polizei-Mitarbeiterin. Beim betroffenen Haus handelt es sich um eine Backsteinvilla aus dem Jahr 1889. Sie gehört gemäss Grundbuch einer sechsköpfigen Erbengemeinschaft.

Pulpa ist umgezogen

Doch Pulpa hat am Samstag erneut ein Gebäude besetzt: Das obere Stockwerk der Liegenschaft Auf Musegg 1 sei im Besitz der Stadt Luzern und werde seit Jahren nicht genutzt. «Wir sind der Überzeugung, dass eine Stadt von den Menschen lebt, die sie als ihre Umgebung gestalten», teilt Pulpa mit. «Dafür braucht es Orte die Raum bieten für kreatives Schaffen, Begegnungen und Diskussionen.»

In den vergangenen Jahren war es in Luzern wiederholt zu Hausbesetzungen gekommen. Erst im Januar drangen Unbekannte in eine Wohnung der SBB an der Güterstrasse beim Bahnhof ein. Im April 2017 räumte die Polizei eine besetzte Villa, ebenfalls an der Obergrundstrasse. Das Nachbargebäude war bereits im April 2016 während knapp drei Wochen von einer Gruppe besetzt worden. Im Juni 2016 hatte zudem ein Kollektiv ein Haus an der Sternmattstrasse während neun Tagen besetzt.

Über zwei Dutzend Personen wurden in der Folge wegen Hausfriedensbruchs oder Gehilfenschaft dazu mit Geldstrafen respektive Bussen belegt.

(tk/sda)