Luzerner Wunderkind

26. Juni 2013 15:10; Akt: 27.06.2013 06:07 Print

9-jähriger Max darf nicht an der ETH studieren

Mit nur neun Jahren hat er bereits die Mathe-Matur im Sack. Jetzt will Maximilian aus dem Kanton Luzern eigentlich an der ETH studieren. Doch dort ist er als Student noch nicht willkommen.

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Maximilian ist an der ETH nicht als Student willkommen. (Bild: Remo Naegeli)

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Die Primarschule durchlief er in nur drei Jahren. Dann trat er ins Gymnasium Immensee ein, wo er sogleich die Mathematur ablegte – und mit Bestnoten bestand. Maximilian hat mit seinen neun Jahren schon mehr erreicht als viele andere. Doch der hochbegabte Schüler aus dem Kanton Luzern will noch höher hinaus, wie die «Nordwestschweiz» berichtet.

Sein Wunsch: Ein Studium an der ETH Zürich absolvieren zu dürfen. Maximilians Familie bat ETH-Vertreter am Mittwoch darum, dass ihr Sohn als regulär immatrikulierter Student einzelne Vorlesungen im Mathematikstudium besuchen und darin Prüfungen ablegen dürfe.

Die ETH erteilte dem hochbegabten 9-Jährigen aber eine Absage. Sie beschied ihm, aufgrund der klaren Zulassungsbedingungen für ein ETH-Studium sei dies nicht möglich.

Alter nicht massgebend

Entscheidend sei nicht das Alter des jungen Studienanwärters, sondern dass er nicht über eine komplette, eidgenössisch anerkannte Maturität verfügt – er absolvierte schliesslich nur die Mathe-Prüfung – oder eine Aufnahmeprüfung an der ETH bestanden hat. Eine Möglichkeit, sich einzelne Vorlesungen herauszupicken und in diesen die Prüfung abzulegen, gibt es laut Roman Klingler, Leiter der Medienstelle der ETH Zürich, nicht.

Das Studium sei als Vollstudium angelegt und die Basisprüfung am Ende des ersten Studienjahres bedinge, dass sich die Studierenden in allen Fächern «en bloc» prüfen lassen.

ETH will Kontakte vermitteln

Die ETH bietet dem neunjährigen Mathematik-Talent aber an, sich als Hörer an Übungen und Fachdiskussionen mit Studenten und Lehrpersonen zu beteiligen. Sie könne ihn auch in Kontakt mit Personen bringen, die ihm Anregungen geben, wie er seine Mathematik-Begabung innerhalb oder ausserhalb der ETH fördern kann.

Weiter schlägt ihm die Hochschule vor, sich für eine Studienwoche zu bewerben, welche die ETH alljährlich für interessierte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zu mathematischen Fragestellungen organisiert. Dabei bekomme er die Gelegenheit, unter der Leitung von ETH-Dozierenden, andere Jugendliche zu treffen, die seine Leidenschaft für Mathematik teilen.

Ferner wies die ETH beim Gespräch mit Maximilians Eltern auf die jährlich stattfindende Schweizer Mathematik-Olympiade hingewiesen, bei der sich aussergewöhnlich begabte Jugendliche mit Gleichaltrigen messen.

(jbu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Driton Komani am 27.06.2013 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Rechnungen an der Tafel

    Die Rechnunge an der Wandtafel sind falsch. Das Wunderkind (falls die Rechnungen von ihm sind) kann weder ableiten noch integrieren. Und richtig Grenzwerte berechnen kann es auch nicht.

  • Anonymous am 28.06.2013 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler an Tafel

    Nur der Vollständigkeit halber: Was hintendran an der Tafel steht, wurde wohl nur schnell, schnell hingekritzelt um ein gutes Foto zu machen und ist Unsinn. Es handelt sich um ein uneigentliches Integral, das nicht existiert (denn es strebt gegen unendlich). Die Rechnung ist also falsch, vor allem - wie schon erwähnt wurde - ist das unbestimmte Integral der Funktion x -> ln(x) nicht x -> 1/x, sondern die Funktion x -> x*ln(x) - x.

  • ETH-Studentin am 26.06.2013 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unser Schulsystem...

    Das Kind ist nicht speziell hochbegabt, das "Mathe-Flair" wurde ihm nun mal auf die Wiege gelegt (kein Wunder, wenn der Vater Mathi-Professor ist) Dieses Intelligenzniveau zu erreichen wäre jedem Kind möglich, wenn unser Schulsystem nur nicht davon ausgehen würde, dass Kinder dumm sind und so ihre Lernfreude abstumpfen, bzw. auslöschen würde...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonymous am 28.06.2013 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler an Tafel

    Nur der Vollständigkeit halber: Was hintendran an der Tafel steht, wurde wohl nur schnell, schnell hingekritzelt um ein gutes Foto zu machen und ist Unsinn. Es handelt sich um ein uneigentliches Integral, das nicht existiert (denn es strebt gegen unendlich). Die Rechnung ist also falsch, vor allem - wie schon erwähnt wurde - ist das unbestimmte Integral der Funktion x -> ln(x) nicht x -> 1/x, sondern die Funktion x -> x*ln(x) - x.

  • Lou S. Renggli am 28.06.2013 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    warum nicht einmal umgekehrt studieren?

    Warum nicht einmal umgekehrt studieren gehen, und zuerst seinen Titel schreiben, um zum Studium zugelassen zu werden...? Es ist das erste Mal, dass ich höre, dass es möglich ist, gleich alle Klassen eines Gymnasiums zu überspringen! Ich selbst stamme übrigens auch aus dem Kanton Luzern...und schreibe momentan gerade an einer unglaublich aufwendigen Arbeit über tropische Regenwälder, die schon 68 Seiten umfasst! Ich wette Maximilian kann noch viel mehr! Meine Idee es sollte möglich sein, eine Arbeit über ein Fachgebiet zu schreiben, um dafür zum Hauptfach zugelassen zu werden!

  • Schokokuchen 13 am 28.06.2013 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Entscheid

    Finde ich absolut richtig, dass der Junge nicht aufgenommen wird! Kein Zweifel, der Junge hat Talent und muss gefördert werden, aber mit neun Jahren muss und darf man doch noch Kind sein! Fördern ja, aber nicht so. Wie soll er sich denn sozial entwickeln, er muss doch auch eine Kindheit durchleben!

  • Ludwig am 28.06.2013 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Reife Studenten

    Ach ja, die Studenten sind ja auch alle wahnsinnig reif, wenn sie das erste Semester antreten. Ich staune immer wieder....

  • Friso Stutz am 28.06.2013 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ja und?

    Kann er seien Namen auch schreiben?