Bessere Chancen auf Stelle

07. November 2019 15:29; Akt: 07.11.2019 15:29 Print

Nun soll der Computer Flüchtlinge platzieren

Ein Algorithmus soll Flüchtlinge Kantonen zuweisen, in denen die besten Arbeitsmöglichkeiten herrschen. Dafür erhält Dominik Hangartner den Latsis-Preis.

Politikwissenschaftler Dominik Hangartner erhielt den Latsis-Preis 2019 für einen Algorithmus, der Asylsuchende den Kantonen zuweist, in welchen sie die besten Chancen auf eine Arbeitsstelle haben.
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Seit letztem Jahr wird das Projekt des Politikwissenschaftlers Dominik Hangartner in der Schweiz und der USA getestet: Dabei handelt es sich um einen Algorithmus, der Asylsuchende jenen Kantonen zuteilt, in welchem sie die besten Chancen auf eine Arbeitsstelle haben.

Latsis-Preis 19 und 100'000 Franken

Für seine Forschung erhielt der gebürtige Zuger vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Auftrag von der Latsis-Stiftung nun den Nationalen Latsis-Preis 2019 sowie ein Preisgeld von 100'000 Franken.

Wie das Projekt funktioniert

Für das Projekt wurden zwei Gruppen von jeweils 1000 asylsuchenden Familien aufgestellt. Eine Gruppe, die Kontrollgruppe, «werden wie bis anhin unabhängig ihren Erwerbschancen auf die Kantone verteilt», schreibt der SNF in einem Artikel über die Forschungsarbeit. Bei der Versuchsgruppe hingegen wird der Algorithmus angewendet. Die Probanden wissen nicht, zu welcher Gruppe sie gehören. So werde ein Placebo-Effekt ausgeschlossen.

Erste Zahlen sind erfreulich

Zur Freude aller Beteiligten hätten sich positive Ergebnisse beim Pilotprojekt gezeigt. In den USA haben Asylsuchende durch die Anwendung des Algorithmus eine 41 Prozent höhere Chance auf eine Arbeitsstelle, als wenn sie willkürlich einem Ort zugewiesen würden. Auch in der Schweiz ergaben sich erstaunliche Werte: Über 70 Prozent stieg die Chance für Flüchtlinge einen Job zu finden, berichtete das Immigration Policy Lab, bei welchem Hangartner, neben seiner Professur an der ETH Zürich und der London School of Economics, als Ko-Direktor tätig ist.

«Für eine effizientere und effektivere Migrationspolitik»

«Das Ziel unserer Forschung ist Vorschläge zu machen für eine effizientere und effektivere Migrationspolitik», sagt Hangartner in einem Video des SNF. Zukünftig solle der Algorithmus weiter verbessert werden, dass er womöglich in breiterem Gebiet Anwendung findet.

Was mit dem Preisgeld geschieht

Der Latsis-Preis wird jährlich an Forschende unter 40 Jahren vergeben, die in der Schweiz tätig sind. Das Preisgeld wolle Hangartner in ein weiteres Projekt von ihm in Griechenland investieren. «Hier schliesst sich ein Kreis», sagt Hangartner. Denn die Gründer der Stiftung kommen aus Griechenland», berichtete der SNF.

Hangartner habe unter anderem eine eher feindliche Haltung der griechischen Bevölkerung gegenüber Migranten beobachtet. Dies sei so, weil in den letzten Jahren immer mehr Geflüchtete durch Griechenland gereist sind. Nun will er die langfristigen Konsequenzen erforschen.

(jab)