Kanton Schwyz

09. Juli 2014 07:57; Akt: 09.07.2014 07:57 Print

Alpamare-Spanner bereut seine Filmerei

Ein Mann muss sich vor Gericht verantworten, nachdem er im Erlebnisbad drei Mädchen beim Duschen gefilmt hat. Er versteckte sein Smartphone in einer leeren Shampooflasche.

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Der Spanner, der im April 2012 junge Mädchen im Alpamare heimlich gefilmt hat, muss sich nun vor dem Bezirksgericht Höfe verantworten. (Bild: Google Street View)

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Der Vorfall geschah am 9. April 2012: Ein damals 39-jähriger Mann aus dem Bündnerland filmte im Freizeitbad Alpamare im schwyzerischen Pfäffikon heimlich Badegäste. Dazu präparierte er eine Shampooverpackung, indem er ein Loch für die Kameralinse seines Smartphones in die Flasche schnitt. Dann wartete er in einer Umkleidekabine, bis die Kabine nebenan besetzt war und schob die Shampoopackung mit der Handykamera unter der Trennwand durch.

Mutige Mädchen verfolgten Spanner

An jenem Tag hatte er aber die Rechnung ohne die drei mutigen Mädchen gemacht, die in seine Spanner-Falle getappt sind. Die drei Mädchen im Alter von damals sieben, zehn und elf Jahren bemerkten die präparierte Kamera-Vorrichtung und verfolgten den Mann daraufhin durch das Erlebnisbad (20 Minuten berichtete). Mit Hilfe des engagierten Bademeisters und eines Passanten wurde der Täter nach einer Verfolgungsjagd auf dem Parkplatz geschnappt und konnte bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Der Spanner gab daraufhin gegenüber der Kantonspolizei Schwyz zu, bereits über 20 Mal im Alpamare Besucherinnen gefilmt zu haben.

Neben Kinder- auch Gewalt- und Tierpornografie

Nach dem Vorfall im Alpamare gab es eine Hausdurchsuchung am Wohnort des Täters im Bündnerland. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ist laut «Höfner Volksblatt» zu lesen, dass die Polizei «mehrfach pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände solcher Art und pornografische Vorführungen, die sexuelle Handlungen mit Kindern oder mit Tieren oder sexuelle Handlungen mit Gewalttätigkeiten zum Inhalt haben» gefunden habe. Ebenso wurde eine CD gefunden, auf der sexuelle Handlungen mit einem Pferd zu sehen waren.

Der Spanner wird nun wegen mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und mehrfacher Pornografie angeklagt. Die Staatsanwaltschaft fordert in ihrem Strafantrag eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 100 Franken sowie eine Busse in Höhe von 2250 Franken. Zudem soll der Angeklagte die Verfahrenskosten von über 8200 Franken tragen. Das Urteil soll diese Woche bekannt gegeben werden.

Täter zeigt Reue

Der kinderlose und ledige Bündner zeigte sich vor dem Bezirksgericht Höfe einsichtig und bekundete Reue für seine Taten. Er erschien ohne Anwalt vor Gericht. Er habe gar nicht gewusst, was er wirklich filmte, weil er nicht wissen konnte, wer sich in der Kabine nebenan befinde, gab er zu Protokoll. Er frage sich inzwischen selbst, warum er das getan habe. Die beschlagnahmten Zeitschriften habe er damals legal an einem Kiosk gekauft; die Pferde-CD habe er geschenkt bekommen, aber nie geschaut. Ein Gutachter hat beim Mann psychische Störungen festgestellt, weshalb er sich nun in ambulante Behandlung begeben möchte. «Ich möchte mein Leben nicht ruinieren, und entschuldige mich bei allen Beteiligten für das Geschehene», sagte er vor Gericht, schreibt das «Höfner Volksblatt».

(msa)