Stadt Luzern

27. August 2015 18:45; Akt: 28.08.2015 09:12 Print

Altstadt verliert weiteren Laden an die Uhren

von Daniela Gigor - Wieder weicht ein Kleidergeschäft in der Altstadt einem Uhrengeschäft. Nun trifft sich der Stadtpräsident mit Hausbesitzern, um über den Branchenmix zu sprechen.

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Der Kleiderladen Paul Kehl an der Grendelstrasse 15 wird in die Luzerner PKZ-Filiale integriert. Einziehen in den ehemaligen Kleiderladen wird ein weiteres Uhrengeschäft – die bestehende Boutique Jaeger-LeCoultre wird in das benachbarte freie Ladenlokal umziehen. Eröffnet wurde die Boutique 2011 von der Bucherer AG. «Wir ziehen um, weil diese Boutique mehr Platz benötigt», sagt Jörg Baumann, Marketingdirektor bei Bucherer. Im frei werdenden Lokal von Jaeger-LeCoultre an der Grendelstrasse 11 wiederum wird die Schaffhauser Uhrenmarke IWC einziehen. Laut Baumann möchte IWC am Grendel eine für alle Kunden sichtbare Präsenz in Luzern, welche die ganze Markenwelt von IWC zeigt.

In der jüngeren Vergangenheit gingen in der Altstadt einige alteingesessene Läden zu, teilweise öffneten dort ebenfalls Uhrenläden. Zu dieser Entwicklung sagt Baumann von Bucherer: «Ich denke nicht, dass noch einmal eine Ansammlung von Uhrenboutiquen in der Weggis- oder Kapellgasse auf die Luzerner zukommt.» Er begründet dies damit, dass nun fast alle grossen Marken bereits am Grendel zu finden seien. Zudem sei die heutige Konzentration auch für die Kunden attraktiver.

Stadt lädt Hauseigentümer zu Gedankenaustausch ein

Das Thema Branchenmix in der Luzerner Innenstadt dürfte auch am 8. September thematisiert werden. Dann lädt Stadtpräsident Stefan Roth die Hauseigentümer der Altstadt in die Kornschütte ein. «Der Stadtpräsident legt Wert darauf, sich bei den Liegenschaftsbesitzern für den Erhalt der historischen Häuser zu bedanken und ihre Anliegen kennen zu lernen», sagt Peter Bucher, Wirtschaftsbeauftragter der Stadt. Bei dem Treffen würden aber auch etwa Meinungen und Gedanken über den Branchenmix und die Veränderungen in der Altstadt besprochen werden. Weitere Themen könnten auch die Lebensqualität in der Altstadt im Zusammenhang mit den vielen Touristen sein oder die Zusammenarbeit der Grundbesitzer mit den jeweiligen Ämtern in der Stadt. Bucher: «Wir möchten offen sein und den Hausbesitzern zuhören.» Damit die Meinungen offen ausgetauscht werden können, sind weitere Teilnehmer am Anlass ausgeschlossen.

Markante Änderungen in kürzester Zeit

Für Gesprächsstoff ist jedenfalls gesorgt – das zeigt die Entwicklung der letzten Monate: Beim früheren Musik Hug wird etwa Les Ambassadeurs einziehen. Im einstigen Damenbekleidungsgeschäft Relax am Schwanenplatz werden bereits Uhren verkauft. Auch Vonarburg und das Modehaus Biba mussten Schmuckgeschäften weichen. Noch unbekannt ist, was im Fondue-House oder im Restaurant Hirschen passiert. Jüngst wurde zudem bekannt: Das Restaurant im Zunfthaus zur Metzgern, soll zu Wohnungen umgebaut werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lonalu am 27.08.2015 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Schade! Schon bald gibts in Luzern nur noch Schmuck und Uhrengeschäfte für Touristen. Schlenderte früher gerne durch die Altstadt. Heute bin ich froh wenn ich schnell wieder raus bin aus dem Gedränge.

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  • Lözärneri am 27.08.2015 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    es schmerzt mich sehr

    ... mitanzusehen wie immer mehr geschäfte oder restaurants verdrängt werden. was geschieht mit dem lozärn dass wir doch gerade deshalb lieben weil es so ist wie es ist? hoffe sehr, dass sich die eigentümer dieser gebäude sich in zukunft besser überlegen an wen sie vermieten! Geld ist nicht alles!

  • Gier ist immer ein schlechter Berater am 27.08.2015 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Disneyland Luzern

    Perfekt, macht aus Luzern nur ein Disneyland für Touristen und am Besten vertreibt die mühsamen kleinverdienenden Einwohner der Stadt aufs Land. Die nerven sowieso, sind laut und wählen meistens falsch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antrol am 02.09.2015 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Stadt Luzern? Wo denn?

    Stadt Luzern? Wo soll die sein? Aha... Das ist das grosse Uhrengeschäft, gleich nach den Slums (Baselstrasse) oder?

    • Harry Frey am 02.09.2015 15:50 Report Diesen Beitrag melden

      Paradies

      Das war einmal lieber Antrol. Die Baselstrasse ist längst zum Schweizerischen Drogenparadies aufgestiegen. Ein Bier kriegt man währen den Öffnungszeiten, das weisse Pulver kriegt man rund um die Uhr.

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  • Casiboy am 30.08.2015 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Teil 2

    Es ist daher klar, dass Luzern eine Industrie hat naehmlich die Touristenindustrie. Jede Industrie hat Nachteile und diese wurden aufgelistet. Die Vorteile werden schlicht verheimlicht. Diese sind 8600 direkte Arbeitsplaetze, 810 Millionen Wertschöpfung an Devisen notabene aus dem Ausland. Bahnen und Schifffahrt die vorallem wegen den Einnahmen aus dem Tourismus überhaupt funktionieren. Eine gute Anbindung an den Flughafen sowie eine grosse Diversitaet an Geschaeften für eine Kleinstadt wie Luzern.

  • Peter Müller am 30.08.2015 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Versagen von Politik

    Da sind doch nicht die Hausbesitzer Schuld für den nicht vorhanden Branchenmix, wenn die städtischen Politiker es darauf anlegen möglichst viele Kunden von Geschäften in der Altstadt zu vertreiben, ist das Ganze politisch erzwungen. So wie es aussieht müssen bald sogar die Bewohner von den Altstadt deren Einkäufe auch im Mall of Switzerland tätigen.

  • Casiboy am 30.08.2015 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Tourismusstadt Luzern Teil1

    Jetzt habe ich als Direktbetroffener 54 Kommentare gelesen. Vielen Leuten scheint nicht klar, dass wir vor 15 Jahren in Luzern nur noch 64000 Einwohner hatten. Luzern schrumpfte vor sich hin. Wissen diese Kommentatoren eigentlich, dass es für 80000 Einwohner in einer normalen Stadt 2 Shoppingcenter und im Kern etwa 3 Uhrengeschaefte, 10 Coiffeure, 4 Boutiquen, 5 Schuhgeschaefte, 10 Restaurants, 3 Banken, 3 Sportgeschäfte, 4 Moebelgeschaefte etc. etc braucht. Bei den Sport- und Moebelgeschaeften stimmt das Verhaeltnis etwa. Dank der Lage von Luzern haben wir eine Industrie und diese ist der

    • Peter Müller am 30.08.2015 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      So wenige sind es nicht.

      Im Einzugsgebiet von Luzern leben etwa ca 1.2 Millionen potentielle Kunden.

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  • cheeky620 am 29.08.2015 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Neustadt

    Die Altstadt den Asiaten, die Neustadt den Luzernern. Einst verkam die Neustadt fast, heute ist sie so richtig gmögig geworden. Das Schönste daran, man ist unter sich und stolpert nicht dauernd über formierte Reisegruppen, spuckende Chinesen und stinkende Cars. Wenn ich früher in der Altstadt oder an der Reuss was trinken ging, gehe ich nun halt in die Neustadt, wo es noch das urchige Helvetia gibt usw. Liebe Altstadtkommission, ihr seid sehr einseitig geworden.Werdet glücklich damit und beklagt euch dereinst nicht.