Strassen wieder offen

10. März 2012 11:40; Akt: 10.03.2012 17:46 Print

Am Gotthard hat es Bumm gemacht

Der Felsbrocken oberhalb der unterbrochenen Gotthard-Bahnlinie in Gurtnellen UR ist gesprengt worden, bevor er abstürzen konnte. Die Sprengung der 250 Kubikmeter Felsen erfolgte pünktlich um 11.15 Uhr.

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Der absturzgefährdete Felsbrocken oberhalb der seit Mittwoch unterbrochenen Gotthard-Bahnlinie in Gurtnellen UR ist am Samstag um 11.15 Uhr weggesprengt worden. Nach ersten Erkenntnissen verlief die Sprengung erfolgreich.

Aus Sicherheitsgründen wurden am Samstagmorgen während der Sprengung auch Autobahn, Kantonsstrasse und Wanderwege gesperrt. Planmässig wurden Autobahn und Kantonsstrasse um 11.30 Uhr für den Verkehr wieder freigegeben. Nach der rund halbstündigen Sperrung stauten sich die Autos nach Angaben der Urner Kantonspolizei Richtung Süden auf knapp 2 Kilometern.

Räumen und reparieren

Die Bahnlinie bleibt für den Personenverkehr bis am Montagmittag unterbrochen. Nach der Sprengung hatten Geologen den Hang untersucht und danach grünes Licht für die Räumungs- und Reparaturarbeiten gegeben. 50 Mitarbeitende der SBB seien ab 19 Uhr im Einsatz, sagte ein SBB-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Sie müssen das Trassee räumen und die beschädigten Fahrleitungen und Schienen reparieren. Nach einer Überwachungsfahrt und technischen Kontrollen sollen ab Sonntagmittag wieder Güterzüge über die Gotthardstrecke rollen. Der Unterbruch hatte zu grossen Rückstaus im Gütertransport geführt, zumal derzeit auch im Simplontunnel Arbeiten im Gang sind.

Längere Reisezeit

Bahnreisende müssen sich bis Montagmittag gedulden. Bis dahin müssen sie auf Ersatzbusse umsteigen. Die Maximalkapazität pro Stunde beträgt aber lediglich 500 Personen je Richtung, zudem dauert die Reise eine bis eineinhalb Stunden länger.

Am Mittwochnachmittag hatten sich in Gurtnellen 300 bis 400 Kubikmeter Gestein gelöst. Ein Teil davon verschüttete die Bahngeleise. Seither ist die Gotthard-Bahnlinie unterbrochen. Weil ein weiterer Felssturz drohte, musste ein rund 250 Kubikmeter grosser Felsen gesprengt werden.

Auch durch den Simplon verkehren die Züge am Wochenende nur eingeschränkt. Wegen Bauarbeiten dauert die Fahrt durch den Tunnel wesentlich länger, die Anschlüsse in Brig und Domodossola sind nicht gewährleistet.

(sda)