Engelberg OW

21. Februar 2019 17:03; Akt: 22.02.2019 16:32 Print

1600 t Schnee können jederzeit abrutschen

Die warmen Temperaturen und die Riesenmengen Schnee sorgen am Titlis zu gefährlichen Situationen. Teilweise sind Pisten geschlossen.

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In Crans-Montana VS ist am Dienstag eine Lawine auf einer Skipiste niedergegangen und hat ein Todesopfer gefordert. Für Gleitschneelawinen besteht derzeit gemäss Angaben des Lawinenwarndiensts beim Institut für Schnee und Lawinenforschung erhöhte Gefahr.

Diese Gefahr droht wegen den warmen Temperaturen und weil in den Bergen grosse Mengen Schnee liegen. Am Gemsstock wurden am Mittwoch sechs Meter Schnee gemessen. Am Titlis waren es 5,7 und auf der Melchsee-Frutt 3,8 Meter Schnee.

Die höchste Gefahr und die grösstmöglichen Folgen werden momentan am Titlis registriert. Christoph Bissig, Chef des Pisten- und Rettungsdienstes, geht zwar davon aus, dass ein Lawinenniedergang wie in Crans-Montana in Engelberg topografisch in dieser Jahreszeit fast nicht möglich ist.

Dennoch sagte Bissig gegenüber der «Luzerner Zeitung»: «Wir haben am Mittwoch und Dienstag die Engstlenpiste zeitweise geschlossen und werden das aus Sicherheitsgründen auch in den nächsten Tagen tun müssen, allenfalls sogar bis Ende Saison.» Auch sei auf der Talabfahrt die Standardpiste gesperrt worden, weil diese dort bereits am Morgen von der Sonne beschienen werde.

Geschlossene Pisten sollen nicht befahren werden

«Es warten zwei grosse Schneeblöcke mit je rund 2000 Kubikmetern, die sich bewegen und aufgrund ihres Gewichts jederzeit lösen könnten oder aufgrund von Spannungen, wenn am Morgen die Sonne in den Hang hineinscheint oder am Abend ihn wieder verlässt», sagt Bissig zur Situation gegenüber der «LZ» weiter. Es gehe um eine geschätzte Menge von 1600 Tonnen. Gefährlich seien auch felsnahe, stark aufgeheizte Partien. Da das Gebiet zu wenig steil ist und der Schnee zu sehr gefestigt, bringe auch eine Sprengung nichts.

Im März 2012 ging im Gebiet Engstlenalp eine Lawine auf die Piste nieder. Dort bewege sich momentan nichts, dafür links und rechts von der Piste. Darum sei diese leicht angepasst worden und die Skifahrer würden umgeleitet. Beim Titlis gehe man davon aus, dass 99 Prozent Sicherheit geboten werden könne, für die man auch alles tun würde. Die Verantwortlichen appellieren zudem weiter an die Skifahrer, geschlossene Pisten nicht zu befahren.


(dag)