Tierisch verschmutzt

18. Juni 2019 18:10; Akt: 18.06.2019 18:10 Print

Am Touristen-Hotspot ist alles voller Taubenkot

Teile der Luzerner Spreuerbrücke und die alte Turbine beim Kraftwerk am Mühlenplatz sind voller Taubenkot. Nun soll die Stadt handeln.

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«Auf der Ostseite der Spreuerbrücke bietet sich ein wenig erspriessliches Bild»: So fasst CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach die Szenerie zusammen, die sich Passanten dort bietet. In einem Vorstoss will er nun von der Stadt wissen, was diese dort zu tun gedenkt.

«Was tut die Stadt gegen den Kot beim Giebel der Brücke», will Schwarzenbach in seiner Interpellation wissen. Zudem will der Parlamentarier auch in Erfahrung bringen, was die Stadt bisher gemacht hat, um diese Missstände zu beheben.

«Taubendreck mach keine gute Gattung»

Doch nicht nur bei der Spreuerbrücke, sondern auch bei der alten Turbine neben dem Kraftwerk am Mühlenplatz scheinen sich Tauben wohl zu fühlen: «Die alten Turbinen sind zu Ablageflächen für den Kot der Stadttauben geworden», schreibt Schwarzenbach. Bei einem Augenschein vor Ort wird schnell klar, dass sich dort oft Tauben aufhalten.

«Die Kapell- und die Spreuerbrücke sind zwei historische Brücken. Während man zur Kapellbrücke viel Sorge trägt, wird bei der Spreuerbrücke weniger gut geschaut», sagt Schwarzenbach auf Anfrage. «Der ganze Taubendreck dort macht keine wirklich gute Gattung», so Schwarzenbach weiter. Das sei sowohl für Touristen als auch für Einheimische nicht appetitlich.

«Momentan ist das keine Visitenkarte»

Der angrenzende Mühlenplatz sei in den letzten Jahren einladender geworden. «Auch der Löwengraben wird in Zukunft noch attraktiver werden. Da könnte man auch auf dem Vorplatz der Spreuerbrücke aufwerten.» So sei etwa auch beim Dekoelement des neuen Kraftwerks die Farbe abgeblättert oder die beiden alten Telefonkabinen stünden schon einige Zeit leer. «Momentan ist das keine Visitenkarte», so Schwarzenbach.

Die Stadt wollte sich auf Anfrage nicht zum Thema äussern, da es sich um einen laufenden Vorstoss handelt.

Kampagne gegen Fütterungen

Pro Tag braucht eine Taube nur 30 Gramm Futter und sie produziert jährlich rund zehn Kilogramm Kot, wie die Stadt Luzern im Rahmen einer Kampagne zu einem früheren Zeitpunkt mitgeteilt hat. Denn jährlich weist die Stadt darauf hin, dass man Tauben nicht Füttern soll, damit die Taubenpopulation nicht grösser wird. Derzeit leben in der Stadt Luzern 2000 bis 3000 Tauben, was einer Menge von 20 bis 30 Tonnen Kot entspricht.

Durch den Kot würden jeweils kostenintensive Reinigungen auf Denkmälern und Hausdächern nötig. Aber auch den Tauben tut so viel Kot nicht gut: Wird die Population zu gross, werden Krankheiten rascher verbreitet.

Noch im Jahr 2001 waren es nach Schätzungen der Stadt rund 7000 Tiere. Diese produzierten jährlich bis zu 80 Tonnen Kot. Die Behörden lancierten damals deshalb das Projekt «Stadttauben Luzern»: Neben regelmässigen Hinweisen auf die Fütterungsproblematik wurden damals auch spezielle Taubenschläge erstellt.

(gwa)