Zu viel Lärm

09. Januar 2017 05:42; Akt: 09.01.2017 13:43 Print

Anwohner drohen wegen Cordon bleu mit Polizei

Im Restaurant Kränzlin in Luzern werden Cordon bleu serviert – bis zu 20 pro Tag. Das regt einige Anwohner auf. So sehr, dass sie nun mit der Polizei drohen.

Damit das Fleisch fürs Cordon bleu möglichst flach wird, muss der Koch zuerst mit dem Hammer daraufklopfen. (Video: nk)
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Das Restaurant Kränzlin an der Bruchstrasse in Luzern ist im Frühling 2016 in die Räumlichkeiten des ehemaligen Da Milo eingezogen. Auf der Speisekarte steht auch Cordon bleu, das bei der Zubereitung geklopft werden muss.

Das stört eine Anwohnerin gewaltig. «Die klopfen Cordon bleu die ganze Woche hindurch. Das ganze Haus vibriert, sieben Tage die Woche bis spät am Abend», sagt sie gegenüber Zentralplus. Bereits habe sie das persönliche Gespräch mit dem Pächter gesucht. Als das nicht gefruchtet habe, habe sie der Verwaltung gemeinsam mit drei weiteren Parteien einen Brief geschrieben. Weil sich immer noch nichts getan hat, will sie einen zweiten Brief schreiben. Und droht als letzte Konsequenz: «Wir können auch anders, dann gehen wir zur Gewerbepolizei.»

«Produzieren nicht 24 Stunden Cordon bleu»

«Ich mache an einem guten Abend 20 Cordon bleus, im Schnitt sind es rund zehn», sagt Müslüm Karakoc, der Pächter und Wirt des Kränzlin. Er könne die Cordon bleus nicht den Tag hindurch vorbereiten, da die Nachfrage je nach Abend unterschiedlich sei und er verschiedene Arten von Fleisch verwende.

«Wir produzieren ja nicht 24 Stunden am Tag Cordon bleu», sagt Karakoc, «sondern nur, wenn es auch bestellt wurde.» Die Küche habe bis um 22 Uhr geöffnet, in Ausnahmefällen bis 22.30 Uhr. Einige Massnahmen sind aber ergriffen worden, um die Lärmemissionen zu begrenzen: Eine spezielle Holzunterlage für das Fleischklopfen wurde angeschafft und das Fenster zur Strasse hin bleibt beim Zubereiten der Cordon bleus geschlossen.

Notwendige Massnahmen wurden ergriffen

Laut Franz Hunkeler, Inhaber der ImmoDienste Zentralschweiz AG, müssen Mieter in der Nähe eines Restaurants mit Emissionen rechnen. Die notwendigen Massnahmen seien ergriffen worden, sagt er zu Zentralplus. «Die einzige Alternative ist, dass der Wirt keine Cordon bleus mehr produziert. Dann ist das Restaurant wirtschaftlich gefährdet.»

Ruedi Spöndlin vom Schweizer Mieterinnen- und Mieterverband empfiehlt, im Fall von gewerblichem Lärm die Lärmschutzbehörde sowie die Gewerbepolizei zu konsultieren. Es stelle sich die Frage, ob es sich um einen unzulässigen Lärm handelt. Er sieht in baulichen Massnahmen zur Lärmreduktion eine Lösung. Aber: «Mit einem gewissen Lärmpegel müssen Mieter in der Regel leben», so Spöndlin.

Mögliche Lösung: Maschine zum Fleischpressen

Bei der Gewerbepolizei ist Pächter Karakoc bereits selber vorstellig geworden. Er sagt: «Am Schluss finden wir sicher eine Lösung. Zum Beispiel gibt es spezielle Maschinen, um das Fleisch fürs Cordon bleu zu pressen.»

(nk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi der Realist am 09.01.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    20 Stück pro Tag. Die meisten wohl zwischen 19.00 - 21.00 Uhr. Die Nachtruhe gilt ab 22.00 Uhr. Tut mir leid aber ich verstehe die Leute einfach nicht, die in der Stadt wohnen und sich über Lärm beklagen der vor 22.00 Uhr entsteht.

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  • RoteZora am 09.01.2017 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Geschenk Nachbar

    Jetzt ist es das klopfen der Cordon Bleus das stört und irgendwann wirds der Lärm sein den die Gäste verursachen. So jemand findet immer einen Grund zum ausrufen. Vielleicht sollte man halt einfach nicht neben/über einer Beiz wohnen wenn man so sehr auf seine Ruhe bedacht ist !

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  • Ömi am 09.01.2017 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Intoleranz

    Wie intolerant ist das denn? Der Wirt bemüht sich ja auch und ignoriert die Beschwerden ja nich.Wer in einem Haus mit Restaurant wohnt muss mit Lärm rechnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 09.01.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann hört das auf ?

    Zuerst war es Kuhglocken, Kirchturm, Flughafen, jetzt noch Schnitzel klopfen... Was gibt's sonst noch in der Schweiz zum reklamieren ? Mit der Zeit noch der Nachbar der zu laut schnarcht !!

  • Sandro am 09.01.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig zu reklamieren

    Ja ja lässt doch alles zu, immer mehr solche Läden, ich habe oben einem kebapladen gewohnt und es war schlimm, jeden Tag der Gestank, ach ja ich war vorher dort am Wohnen, 20 Jahre sogar...ich verstehe die die Reklamieren sehr gut....denn niemand hört zu...sie können machen was sie wollen. Ihn ihren Ländern könnten wir das nicht machen...

  • Brisch am 09.01.2017 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich auch

    Ich weiss wie es ist Cordon-Bleu zu klopfen. War lange Zeit selber Küchenchef ind habe in all den Jahren weit über 100000 CB hergestellt. Nie haben wir von Nachbarn oder den Hausbewohnern Bemerkungen bekommen deswegen. Hackstock sollte nirgends ankommen und nach Möglichkeit an einen nicht unterkellerten Platz stehen.

  • Bea am 09.01.2017 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine andere Probleme?

    Solche Mitbewohner gibt es leider überall...heute stört sie das Schnitzelklopfen, morgen der Geruch von Pommes und so gehts immer weiter. Hauptsächlich sind es solche Personen, die mit ihrem Leben nicht im Einklang sind. Im Grunde sind dies bedauernswerte Menschen denen ich wünsche, das ganze Leben mit etwas mehr Toleranz, Freundlichkeit und einem guten Schuss Humor zu leben.

  • Gourmet am 09.01.2017 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Banausen Chlopfer

    Fleisch kann man auch Dünn schneiden lassen, statt gross zu klopfen.

    • Martial2 am 09.01.2017 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gourmet

      Als Gourmet sollten Sie wissen, dass das Fleisch geklopft gehört damit Sehne und Nervenpartikeln weich werden und das Fleisch gut kaubar und zart wird. Jeder guter Koch wird's empfehlen !!

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