Emmen LU

09. Dezember 2019 20:54; Akt: 10.12.2019 00:32 Print

Das ist die neue Super-Drohne der Armasuisse

Die Armee stellte in Emmen eine von sechs neuen Aufklärungsdrohnen aus Israel vor. Die anderen lassen wegen Zertifizierungen noch sechs Monate auf sich warten.

Ihre Flügelspannweite beträgt 17 Meter, und sie kann über 24 Stunden lang fliegen: Die neue Aufklärungsdrohne der Schweiz. (Video: Tamedia)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Ihre Flügelspannweite beträgt 17 Meter und sie kann über 24 Stunden lang in der Luft bleiben: Das sind die Eckdaten der neuen Aufklärungsdrohne der Schweiz. Eine von sechs israelischen Drohnen, welche die Schweiz anschafft, steht nun auf dem Militärflugplatz Emmen. Vorerst aber hebt sie noch nicht ab.

Ursprünglich hätten die sechs neuen Drohnen, deren Anschaffungskosten sich auf 250 Millionen Franken belaufen, noch 2019 geliefert werden sollen. Denn die bisherigen Aufklärungsdrohnen aus dem Jahr 1995 sind bereits seit Ende November ausser Betrieb. Aber dafür wird es nicht mehr reichen, denn die Auslieferung der neuen Drohnen Hermes 900 HFE des israelischen Herstellers Elbit verzögert sich.

Momentan gehe man davon aus, dass die Verzögerung rund sechs Monate dauere, sagte Roland Ledermann, Projektleiter des Aufklärungsdrohnensystems 15 (ADS 15) von Armasuisse am Montag auf dem Militärflugplatz in Emmen vor den Medien. Bis die neuen Drohnen abheben, werden Helikopter deren Aufgabe übernehmen.

Verspätet und teurer

Grund für die Verzögerung: Bei der Zertifizierung entstand ungeplanter Zusatzaufwand. Sie basiert auch auf einer Zulassung durch die zivile israelische Luftfahrbehörde. Und darauf wartet man noch immer.

Die erhöhten Anforderung bei der Zertifizierung führen aber nicht nur zu Verspätungen bei der Auslieferung, sondern auch zu Mehrkosten. Wie hoch diese sein werden, ist noch unklar und soll im Verlaufe des nächsten Jahres kommuniziert werden, wie Ledermann sagte. Bereits bekannt sind währungsbedingte Mehrkosten.

Ausbildung beginnt Anfang 2020

Eine dieser sechs neuen Drohnen steht bereits in einer Halle auf dem Militärflugplatz in Emmen – Grund genug für die Verantwortlichen, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Schliesslich war die Beschaffung der israelischen Drohnen nicht unumstritten: 2015 war dagegen eine Petition mit über 28'000 Unterschriften eingereicht worden, auch im Parlament gab es kritische Stimmen.

Armee stellt israelische Drohnen vor

Das unbemannte Fluggerät mit einer Länge von neun Metern ähnelt einem Segelflieger. Mit einem 40-Fuss-Transportcontainer wurde es von Israel in die Schweiz geliefert und wäre bereits voll funktionsfähig. Weil die Drohne aber noch am Boden bleiben muss, wird sie ab Anfang 2020 vorerst für die Ausbildung der künftigen Piloten verwendet.

Die Drohnen fliegen können Militärpiloten, welche die entsprechende Umschulung auf die neuen Geräte absolvieren. Die Bedienung sei grundlegend anders als bei den bisherigen Drohnen, sagte Daniel Böhm vom Drohnen-Kommando Emmen. Neben den Piloten braucht es auch Mechaniker, Elektroniker und Telematiker, die sich um die Drohnen kümmern.

«Höher, länger, weiter, besser»

Christoph Fehr vom Kommando Operationen sagte vor den Medien, mit den neuen Drohnen verfüge man künftig über zuverlässige Informationen in Echtzeit. Je kleiner die Armee, umso wichtiger sei die Qualität der Informationen. «Höher, länger, weiter», besser seien Adjektive, welche die neuen Aufklärungsdrohnen bestens umschrieben.

Die Drohnen werden unter anderem auch zur Unterstützung des Grenzwachtkorps bei der Überwachung der grünen Grenze, bei der Suche nach Vermissten in Bergen oder bei der Lagebeurteilung nach einer Naturkatastrophe eingesetzt, sagte Fehr. Stationiert werden sie auf dem Militärflugplatz im Emmen. Von dort aus können sie jeden Punkt in der Schweiz erreichen.

Leiser und ausbaufähig

Die neuen Drohnen sind ausbaufähig. Das heisst, man kann künftig, wenn erforderlich, neue Sensoren einbauen. Das war bei den bisherigen Drohnen nicht möglich. Die Nutzungsdauer des neuen Aufklärungssystems beträgt 15 bis 20 Jahre.

Im Gegensatz zu den bisherigen Drohnen aus dem Jahr 1995 sind die neuen leiser, der Ton ist nicht so hoch und nicht so bissig, wie die Verantwortlichen versichern. Er bewege sich in einem anderen Frequenzbereich.

Die ausrangierten Drohen werden auseinander genommen und entsorgt. Einige schaffen es ins Museum. Zwei hängen in einer Halle auf dem Militärflugplatz in Emmen. Dort sorgen sie nach nur wenigen Tagen im Ruhestand bereits für Nostalgie.

(20 Minuten)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DomDom33 am 09.12.2019 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generell sinnvoll

    Grüne Grenze. Da kann nämlich auch keiner vorher schauen ob die Grenzwächter da sind.

    einklappen einklappen
  • Carlos am 09.12.2019 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armasuisse

    Wer mir ein Projekt der Armasuisse seit deren Brstehen nennen kann, das zur Zeit und im Kostenrahmen abgeschlossen wurde, den würde ich zum CdA vorschlagen!

    einklappen einklappen
  • Markus im AG am 09.12.2019 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Aufklärung tut not

    Die erste Drohne die der Schweiz vorgestellt wurde war ein Schweizer Produkt mit Schweizer Modellbaukunst zusammengestellt in Rupperswil. Da zufälligerweise Israelische Armeeoffiziere zum zeitpunkt der vorführung an einem Sonntag in Emmen waren , wurde die Idee von den Israelis weiterverfolgt da die Schweizer das als "Spielzeug" für nicht wünschenswert erachtet haben.( Pilot damals war U.A Staffelpilot der Simprop Staffel Sektion Schweiz) Desshalb sind die Israelis heute führend auf dem Sektor.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • t.t. am 10.12.2019 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem

    Militärmaterial von einem Land wie Israel zu beziehen finde ich das Letzte.

    • Leo G. am 10.12.2019 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      Hetzen um jeden Preis

      Nun, war ja zu erwarten, dass die Hetzer aus der "Kauft nicht bei Juden"-Fraktion hier aktiv werden wird.

    einklappen einklappen
  • Serdi Bozkurt am 10.12.2019 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bayraktar BR2

    Türkische Drohne, kann bis zu 30std. in der Luft bleiben.Und Fliegt über 9Km hoch. Viel besser, als dieser Israeli Schrott.

    • Radio Eriwan am 10.12.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Hoppla, ich habe etwas verpasst

      Ich wusste gar nicht, dass die Türkei jetzt auch wie Israel ein Hochtechnologie-Land ist.

    • asdf am 10.12.2019 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Wikipedia

      gibt für die israelische Hermes 900 eine Flugdauer von 30-36 Stunden an und eine Dienstgipfelhöhe von 9144 Meter. Kann nicht viel schrottiger sein als die türkische Variante.

    einklappen einklappen
  • Khun Hans am 10.12.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin mal gespannt,

    was die Armee in den nächsten 15 Jahren in unserem kleinen Land so alles aufklären wird...

  • kholdstare am 10.12.2019 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    40fuss Container

    Fuss zu Meter umrechnen ist wohl zu anspruchsvoll.

    • Marco am 10.12.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      Immer was zu reklamieren

      Jeder der sich halbwegs mit Logistik befasst weiss was ein 40-Fuss Container ist. Wenn Ihr Auto 2o Zoll Felgen hat wird das auch nicht extra in Zentimeter umgerechnet, und die SSD in ihrem PC ist 2.5 Zoll. Wieviele cm sind das? Interessiert niemand weil so gebräuchlich.

    einklappen einklappen
  • t.m. am 10.12.2019 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    bei solche waffen deal

    frag ich mich ist das ding so sicher? könnt ja sein das israel chip eingebaut hat das genau das gleiche sehen kann oder zerstören.