Sportfohlenauktion

22. September 2019 17:34; Akt: 22.09.2019 17:34 Print

Dieses Fohlen ist viermal teurer als die anderen

von Daniela Gigor - Nach einem packenden Bieterduell wechselte das Fohlen Una Stella an der Sportfohlenauktion in Sursee für 39'000 Franken seinen Besitzer. Ein Rekordpreis.

Impressionen von der 29. Sportfohlenauktion in Sursee, die am Samstag durchgeführt wurde. Dabei erzielte ein Fohlen den Rekordpreis von 39'000 Franken.
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An der 29. Ausgabe der Sportfohlenauktion in Sursee LU hat ein Bieterduell am Samstag für höchste Spannung gesorgt: Mit der Startnummer 13 stolzierte Una Stella RHS CH (Rene Helfenstein Sempach, Schweiz) in den Auktionsring. Das fünf Monate alte Fohlen wurde von René und Josef Helfenstein gezüchtet und die Stute mit der besten Springerabstammung liess die Herzen höher schlagen.

Es entwickelte sich ein packendes Bieterduell, das lange fast nicht enden wollte. Schlussendlich liess der Auktionator seinen Hammer beim Preis von 39'000 Franken fallen. Dies ist der höchste Preis, der jemals an einer Sportfohlenauktion in Sursee erzielt wurde. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis an der Auktion lag bei 10'500 Franken.

«Wir überlegten uns lange, sie zu behalten»

Darüber freut sich René Helfenstein, der gemeinsam mit seinem Vater Josef Springpferde züchtet: «Dies ist ein sensationeller Preis und auch eine Anerkennung für unsere Arbeit.» Der noch heute als Springreiter aktive 75-jährige Josef Helfenstein züchtet seit 40 Jahren erfolgreich Springpferde. Auf dem Hof leben fünf Pferde und pro Jahr erblicken jeweils zwei bis drei Fohlen das Licht der Welt. Una Stella zu verkaufen war gar nicht so einfach, wie Helfenstein sagt: «Es war ein sehr schwerer Entscheid und wir überlegten uns lange, sie zu behalten.»

Die Helfensteins sind in erster Linie in der Landwirtschaft tätig, die Pferdezucht dient als zweites Standbein. Josef Helfenstein kennt sein Metier auswendig und er studiert genaustens die Siegerhengste der Springreiten, um diese mit seinen Stuten zu paaren. Sein Wissen gibt der Vater seit vielen Jahren an seinen 48-jährigen Sohn weiter. Dieser sieht einen Grund für den Erfolg darin, dass die Pferde aus der RHS CH-Zucht von erfolgreichen Springreitern geritten werden.

Fohlen hat einen langen Weg vor sich

«Zwei Pferde aus unserem Stall werden beispielsweise von Niklaus Schurtenberger geritten», sagt René Helfenstein. Schurtenberger belegte an den Olympischen Sommerspielen in Peking im Jahr 2008 den dritten Platz im Springreiten mit der Mannschaft.

So ist laut Helfenstein der Bruder von Una Stella wohl mit verantwortlich dafür, dass in Sursee dieser hohe Preis erzielt wurde: «Dieser Hengst wird von Niklaus Schurtenberger auf hohem Niveau von 145 Zentimeter-Parcour geritten.»

Der neue Besitzer macht sich nun ebenfalls Hoffnungen, dass sein neustes Pferd im Stall ein gutes Springpferd wird. Bis die Stute soweit ist, hat sie noch einen langen Weg vor sich: «Sie wird noch bis Ende Oktober bei uns bleiben und anschliessend bis zu ihrem dritten Lebensjahr auf eine Fohlenweid kommen. Erst dann wird der Zeitpunkt reif sein, mit ihrer Ausbildung zu beginnen», sagt Helfenstein weiter.

Astronomischer Preis für Fohlen Nummer 13