Luzern

28. Oktober 2014 06:02; Akt: 28.10.2014 06:02 Print

Asylsuchende: Kanton will Containersiedlung bauen

Auf dem Areal Eichwald in der Nähe der Allmend in Luzern soll eine Containersiedlung für Asylbewerber errichtet werden. Über die Kosten muss das Parlament entscheiden.

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Das Asylzentrum Hirschpark in Luzern soll durch das Zentrum Eichwald in der Nähe der Allmend ersetzt werden. (Bild: 20 Minuten)

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Der Kanton Luzern benötigt nach eigenen Angaben mindestens 400 Zentrumsplätze, damit er die Asylbewerber aufnehmen kann, die vom Bund zugewiesenen werden. Darum möchte der Regierungsrat auf dem Areal Eichwald in Luzern eine Containersiedlung für bis zu 120 Asylbewerber errichten.

Das Areal Eichwald liegt beim Naherholungsgebiet Allmend. Es erfülle die hohen Anforderungen an das geplante Asylzentrum, schreibt der Regierungsrat in seiner Botschaft an den Kantonsrat. Das benötigte Raumprogramm könne auf dem Areal vollumfänglich realisiert werden. Das Areal würde dem Kanton von der Stadt im Baurecht zur Verfügung gestellt. Vorgesehen ist das Baurecht über zehn Jahre, könnte aber auf maximal 20 Jahre verlängert werden.

Parlament muss über 5,7 Millionen Franken entscheiden

Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude, das in einer L-Form erstellt würde. Mit dieser Bauweise werde berücksichtigt, dass das Grundstück höchstens 20 Jahre genutzt werden könne, schreibt der Regierungsrat weiter. Das Gebäude könne danach zerlegt und an einem neuen Standort wieder aufgebaut werden.

Die Regierung beantragt dem Parlament für die Containersiedlung insgesamt 5,7 Millionen Franken. Der Sonderkredit unterliegt dem fakultativen Referendum. Die Investitionskosten betragen 5,4 Mio. und die Baurechtszinsen für zehn Jahre 300 000 Franken.

Keine Probleme mit Asylsuchenden im Hirschpark

Wenn der Kantonsrat den Sonderkredit bewilligen sollte, könnte das Projekt in 16 Monaten realisiert werden. Dann könnte die Siedlung im Sommer 2016 ihren Betrieb aufnehmen. Der geplante Neubau soll das Asylzentrum Hirschpark ablösen und von diesem auch das Mobiliar übernehmen. Der Hirschpark muss spätestens im Mai 2017 wieder geschlossen werden.

Das provisorische Asylzentrum Hirschpark bietet rund 100 Personen eine Unterkunft. «Im Moment sind wir aber um 30 bis 40 Prozent überbelegt», sagt Ruedi Fahrni, Asyl- und Flüchtlingskoordinator des Kantons Luzern. Ansonsten laufe der Alltag im Hirschpark seit der Eröffnung im Mai dieses Jahres ohne nennenswerten Probleme. Diese Aussage wurde von der Luzerner Polizei auf Anfrage bestätigt. Im Hirschpark leben hauptsächlich junge Männer aus Eritrea, gefolgt von Familien und Einzelpersonen aus Syrien. Weitere Asylsuchende stammen aus Sri Lanka, Afghanistan und China.

(dag/sda)