Stadt Luzern

06. Mai 2014 12:01; Akt: 06.05.2014 12:01 Print

Asylzentrum Hirschpark nimmt den Betrieb auf

Am Mittwoch öffnet im ehemaligen Pflegeheim Hirschpark in der Stadt Luzern das zweite kantonale Asylzentrum. Bis Ende Woche ziehen die ersten 35 Asylsuchenden ein.

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Wird am Mittwoch eröffnet: das Asylzentrum Hirschpark in Luzern. (Bild: 20 Minuten/gwa)

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Das Asylzentrum Hirschpark bietet Platz für 100 Personen und soll während drei Jahren betrieben werden. Die ersten Asylsuchenden werden bis Ende Woche einziehen. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Familien aus Syrien sowie Familien und Einzelpersonen aus Eritrea, Nigeria, Tunesien und Algerien, wie der Kanton Luzern am Dienstag mitteilte. Bis Ende Mai soll das Zentrum ganz in Betrieb sein.

Das neue Zentrum dient im Kanton Luzern ankommenden Asylsuchenden für die ersten drei bis sechs Monate als Unterkunft. In der Zeit würden sie mit den Schweizer Lebensgewohnheiten vertraut gemacht und rudimentäre Deutschkenntnisse erwerben. Danach sollen die Asylbewerber in privaten Wohnungen oder einer Wohngemeinschaft in den Gemeinden untergebracht werden.

Die Asylsuchenden werden rund um die Uhr betreut. Für den Betrieb des Zentrums ist die Caritas Luzern zuständig. Für die Sicherheit patrouillieren Securitas-Mitarbeiter in und um das Zentrum.

In der Nacht geschlossen

Von 22 Uhr bis 7 Uhr sind die Türen der Unterkunft geschlossen. Es existiert eine Zugangskontrolle. Eine Hausordnung regelt den Zugangsweg sowie die sensiblen Zonen: In der Nähe befindet sich ein Primarschulhaus sowie das Luzerner Kantonsspital.

Für die Asylsuchenden werden Deutschkurse und Beschäftigungsprogramme angeboten. Schulpflichtige Kinder besuchen nicht die öffentliche Schule, sondern werden im Zentrum unterrichtete.

Die Asylbewerber sollen neben Arbeiten in der Unterkunft auch für die Umgebungspflege und gemeinnützige Einsätze zugunsten von Gemeinden eingesetzt werden. Eine vom Kanton gebildete Begleitgruppe soll Probleme frühzeitig erkennen.

Für Erstunterbringung fehlen Plätze

Der Hirschpark ist das zweite kantonale Asylzentrum. Im Sonnenhof in Emmenbrücke betreibt der Kanton eine weitere Anlage mit 120 Plätzen. Ab 2017 ist für den Hirschpark eine längerfristige Nutzung durch die Luzerner Psychiatrie vorgesehen.

Nach der Schliessung der temporären Bundeszentren im Eigenthal und in Nottwil werden dem Kanton Luzern vom Bund wieder mehr Asylbewerber zugewiesen. Für die Erstunterbringung fehlen Luzern gegen 280 Plätze.

Im März 2014 zählte der Kanton Luzern 867 Asylbewerber. 702 davon lebten in Wohnungen, 165 in Zentren. Weitere 137 ohne Zentrumsplatz waren ebenfalls teilweise in Wohnungen einquartiert.

Der Kanton hatte die Anzahl Zentrumsplätze aufgrund einer Strategieänderung des Bundes nach 2004 abgebaut. Weiter können geplante Anlagen in Fischbach und Kriens wegen Widerstandes nicht so schnell wie gewünscht realisiert werden.

(sda)