Emmenbrücke

31. Januar 2019 18:52; Akt: 31.01.2019 19:01 Print

Diese Schule hat keine Heizung

von Daniela Gigor - 650 Lernende für Sozialberufe haben das erste Gebäude der Schweiz ohne Heizung bezogen. Für die nötige Wärme sorgen dort die Schüler, die Beleuchtung und Elektrogeräte.

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Die Zentralschweizer Organisation der Arbeitswelt Soziales (Zodas) hat in der Emmenweid in Emmenbrücke ihr neues Bildungszentrum für die Ausbildung Fachperson Betreuung eingerichtet. Im Parterre und im ersten Stock des Gebäudes gehen dort 650 Lernende aus der ganzen Zentralschweiz seit Mittwoch ein und aus.

Der architektonisch und energietechnisch, moderne Bau kommt ohne Heizung, mechanische Lüftung und Kühlung aus. «Damit der Wärmeaustausch gut funktioniert, sind grosse Räume nötig», sagt Esther Müller, Geschäftsführerin Zodas.

Im Sommer und Winter soll es angenehm sein

Abgegeben wird die Wärme von den Menschen, die sich im Gebäude aufhalten, dem Licht und der benötigten Geräte. Gespeichert wird die Wärme in den Aussenmauern, die etwa 80 Zentimeter dick sind, sowie in den Innenwänden, Böden und Decken. Müller vergleicht die Bauweise etwa mit alten Klostermauern. Das System soll auch für angenehme Raumtemperaturen an heissen Tagen im Sommer sorgen.


Das «Bürogebäude be 2226» steht im österreichischen Lustenau. Die Zahl 2226 steht laut Müller dafür, dass die Temperaturen nie unter 22 Grad und nie über 26 Grad steigen sollten. «Bei diesen Temperaturen fühlen sich die Leute wohl», sagt Müller weiter. Weltweit gibt es erst zwei Häuser dieser Bauart.

Lüftungsklappen sorgen für Regulierung

Im neu gebauten Haus an der Emmenweid können Fenster nicht geöffnet oder geschlossen werden. Diese Funktion übernehmen in allen vier Jahreszeiten sogenannte Lüftungsklappen, die jederzeit geöffnet werden können. Müller «Die CO2-Konzentration in den Räumen wird laufend übermittelt und wenn nötig werden sich die Klappen automatisch öffnen.»

Müller freut sich darüber, dass Zodas im Haus ohne Heizung einziehen konnte: «So können sich die Lernenden für Sozialberufe ihre Kompetenzen für die berufliche Zukunft in einem Haus der Zukunft aneignen.» Ein weiterer Gewinn für Zodas ist, dass Heizkosten künftig der Vergangenheit angehören, obwohl sich die Mietkosten im marktüblichen Rahmen bewegen würden.