Mit Bewilligung

22. November 2019 12:48; Akt: 22.11.2019 12:48 Print

Axenstrasse lässt wieder Langsamverkehr zu

Ab 25. November könnte die Fahrt im Gebiet Gumpischtal wegen teils bewilligter landwirtschaftlicher Fahrzeuge wieder verlangsamt werden.

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Nachdem die Axenstrasse für den Schnellverkehr bereits öffnete, dürfen nun zum Ärger einigen Fahrern auch wieder landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Maximal-Geschwindigkeit von unter 60km/h fahren. Sie müssen dabei aber härtere Bedingungen einhalten. Am Tag vor der Fahrt muss bis 17 Uhr eine Bewilligung für eine begleitete Fahrt eingeholt werden. Seit der ersten Wiedereröffnung der Axenstrasse für schnellere Verkehrsteilnehmer hatte sich das Gumpischtal als ruhiger erwiesen. Die Kantonspolizei Uri hat ein Konzept erstellt, unter welchem Langsamverkehr ebenfalls Zugang zur Strasse hat. Damit Fahrzeuge mit einer Maximal-Geschwindigkeit von unter 60km/h das Gebiet Gumpischtal befahren dürfen, muss trockene Witterung herrschen. Es darf keine heftigen oder stürmischen Winde geben, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte. Und die Überwachungs- und Alarmsysteme müssen in Betrieb sein. 80 Meter breit und sechs Meter hoch wird er: der Schutzdamm, der an der Axenstrasse im Bereich des Gumpischtals erstellt wurde. Hinzu kommen drei Meter hohe Schutznetze auf dem Damm. Dieser soll künftig Murgänge und Felsstürze unter der Brücke hindurch lenken. 9. Oktober 2019: Mit diesem Pneukran wurden die Instandstellungsarbeiten am Überwachungs- und Alarmsystem an der Axenstrasse durchgeführt. Am 12. Oktober wurde die Strasse wieder geöffnet. Nach einem Murgang kurz vor 23 Uhr am 2. Oktober wurde die Strasse zwischen Flüelen und der Abzweigung Wolfssprung gesperrt. Mehrere tausend Kubikmeter Gestein sollen sich laut Astra gelöst haben. Teilweise stürzte der Murgang bis in den Urnersee. Personen wurden dabei keine verletzt. Einzelne Reissleinen und Steinschlagschutznetze wurden beschädigt. Die Strasse trug keinen Schaden davon. Wegen dem Wetter können weitere Steinschläge sowie Murgänge erwartet werden. Daher ist das Betreten des Gebiets zu gefährlich. Die Behörden hatten geraten die Axenstrasse grossräumig zu umfahren. Immer wieder kam es in jüngerer Zeit an der Axentstrasse zu Sperrungen: Ab dem 28. Juli 2019 war die Axenstrasse nach einem Steinschlag gesperrt. Am Freitag, 13. September wurde die Strasse wieder für den Verkehr geöffnet. Ein zwölf Tonnen schwerer Stein war am 28. Juli über die Strasse gestürzt. Der Abschnitt der A4 zwischen dem Kreisel Flueelen und der Abzweigung Wolfsprung südlich von Brunnen SZ war aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bei den Arbeiten nach dem Felssturz kamen auch Helikopter zum Einsatz. Die Untersuchungen des betroffenen Gebiets zeigten, dass sich gegen 120'000 Kubikmeter Schuttmaterial im Gumpischtal abgelagert hatten – das entspricht einer Menge von 1200 Lastwagenladungen. Schutz vor Steinschlägen ist nötig: Ein stützenloses Betondach bei der Axenstrasse in Sisikon. Betonelemente stabilisieren die Felswand über der Axenstrasse bei Brunnen. Bereits im Januar 2019 war die Strasse nach einem Steinschlag gesperrt. Beim Südportal der Galerie Zingel hatte sich rund zehn Meter oberhalb der Strasse ein Felspaket gelöst und war auf die Fahrspur gekracht. Schon am Stephanstag im Dezember 2018 kam es zu einem Felssturz. Auch 2017 kam es entlang der Strasse zu einem Steinschlag. Damals stürzten rund 1000 Kubik Fels ab.

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Die wichtigste Verbindungsstrasse zwischen dem Kanton Uri und dem Kanton Schwyz war seit dem 12. Oktober 2019 wieder beschränkt befahrbar, dies aber nur für Schnellfahrer. Aufgrund mehrerer Steinschläge war sie vorher vorübergehend geschlossen.

Zum Ärger von Schnellfahrern

Nun könnte sich der eine oder andere Autofahrer wieder ärgern. Die Strasse schliesst zwar nicht erneut, jedoch könnte sich die Fahrt für Autolenker etwas in die Länge ziehen.

Ab Montag, dem 25. November 2019, sind landwirtschaftliche Fahrzeuge, die eine Maximal-Geschwindigkeit unter 60 km/h haben, wieder zugelassen. Davor waren sie im gesamten Gebiet Gumpischtal, das als Gefahrenzone gilt, verboten. Ausserdem bestand seit den Steinschlägen auch ein Verbot für Fussgänger und Velofahrer. Diese müssen sich weiterhin gedulden, denn eine Passierung des Gumpischtals ist für Fussgänger und Velofahrer noch immer verboten.

«Seit der ersten Aufhebung der Sperrung der Axenstrasse am 13. September 2019 konnten viele wertvolle Erfahrungen hinsichtlich der Gefahrensituation gemacht werden», schrieb die Kantonspolizei Uri in einer Medienmitteilung. Seither zeige sich das Gebiet Gumpischtal mehrheitlich ruhig. Aufgrund dessen hat die Kantonspolizei Uri vom Regierungsrat des Kantons Uri die Aufgabe erhalten, ein Konzept zu erstellen, damit die Strasse auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge befahrbar wird.

Viele Regeln für Langsamfahrer

Bald können diese das Gumpischtal zwar befahren. Sie müssen sich aber noch an einige Regeln halten: Landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen die Gefahrenstelle Gumpisch nur mit einer Bewilligung der Kantonspolizei Uri passieren. Diese Bewilligung kann am Tag vor der Fahrt vor 17 Uhr telefonisch und kostenlos bei der Polizei beantragt werden.

Ausserdem muss das Fahrzeug bei der Fahrt begleitet werden. Eine Fahrt ist nur von Montag bis Samstags möglich (nicht an Feiertagen), zwischen 9 und 10 Uhr und von 14.30 bis 15.30 Uhr, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte. Eine Fahrt werde nur bei trockener Witterung und ruhiger Windlage genehmigt. Zudem müssten die Überwachungs- und Alarmsysteme in Betrieb sein.

Bis 31. Dezember 2019

Das neue Konzept sei aber nur eine Übergangslösung und gelte offiziell bis zum 31. Dezember 2019.

(jab)