Bradley Fink schoss 40 Tore

16. Juni 2019 14:52; Akt: 16.06.2019 14:52 Print

BVB holt «Wunderkind» (16) vom FC Luzern

Eigentlich sollte Bradley Fink (16) bald in der ersten Mannschaft des FC Luzern mittrainieren. Doch jetzt wechselt das Supertalent zu Borussia Dortmund.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Viele Fussballs-Fans in der Schweiz dürften von Bradley Fink (16) noch nicht allzu viel gehört haben. Das könnte sich bald ändern: Sein Wechsel von der Juniorenabteilung des FC Luzern zu Borussia Dortmund sorgte für Schlagzeilen. So titelte etwa derwesten.de: «Borussia Dortmund mit Überraschungs-Coup – Schweizer Supertalent wechselt zum BVB.» Oder Sport.ch schrieb: «Vom BVB als Wunderkind geadelt: Luzerner Supertalent Bradley Fink wagt den Schritt ins Ausland.»

Umfrage
Was halten Sie davon, wenn ein 16-jähriges Fussballtalent aus der Schweiz in diesem Alter schon ins Ausland wechselt?

Für den 16-Jährigen mit schweizerischem und englischem Pass habe der BVB eine Ausbildungsentschädigung «von gerade einmal knapp 90'000 Euro» an den FCL überwiesen, schreibt «Der Westen» weiter.

«Er könnte direkt in der Bundesliga spielen»

Der 16-Jährige wird auf dem Portal in den höchsten Tönen gelobt:
«Auch wenn Bradley Fink direkt in der Bundesliga spielen könnte – er soll sein Können zunächst bei den U17-Junioren unter Beweis stellen.» Bradley sei kein «x-beliebiges Talent», schreibt «Der Westen» weiter, dies beweise ein Werbevideo, das BVB-Ausrüster Puma mit Fink bereits gedreht hat:

Fink, der 1,90 Meter gross ist, ist Stürmer und spielte bisher für die U16 des FC Luzern. In der letzten Saison hat er 40 Tore erzielt. In der Schweizer U18-Nationalmannschaft durfte er bisher viermal auflaufen – und erzielte dabei drei Tore.

FCL ist enttäuscht

Beim FCL dürfte man wenig Freude haben. Nachwuchschef Genesio Colatrella sagte zu Zentralplus: «Wir haben Bradley stets den nächsten Schritt in die erste Mannschaft aufgezeigt und eine entsprechende Karriereplanung vorgenommen. Doch die Geduld ging offensichtlich verloren.» Bradley sei mit dem Wechsel auf der Allmend «entwurzelt» worden. «Nun wird er in einem grossen Park in Dortmund wieder eingepflanzt in einem Beet voller Pflanzen, die er nicht kennt.»

Colatrella hätte es lieber gesehen, wenn Fink zuerst versucht hätte, sich in der Schweiz durchzusetzen. «Es ist für die Karriereplanung eines grossen Talents sinnvoll, mindestens in der Challenge League gespielt zu haben, bevor man den Sprung ins Ausland wagt.» Von den letzten 86 Spielern, die in der Schweizer A-Nationalmannschaft mindestens zwei Einsätze absolviert haben, seien nur zwei schon im Juniorenalter ins Ausland gegangen, rechnet Colatrella vor. Nämlich Johan Djourou und Diego Benaglio.

Auch AS Rom und Barcelona hatten Interesse

Wie begehrt Supertalent Fink in Europa ist, zeigt auch das Interesse von Clubs wie AS Rom, Espanyol Barcelona oder Hoffenheim, die gemäss Colatrella offizielle Anfragen deponiert hätten. Dortmund übrigens hätte laut «Luzerner Zeitung» gerne noch einen weiteren Luzerner Nachwuchs-Fussballer geholt: Teamkollege Noah Rupp (15) habe ebenfalls ein Angebot vom BVB gehabt. Er bleibe aber beim FCL.

(mme)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eudu am 16.06.2019 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffen wir....

    ...dass sich der Junge gut entwicklet und sich für die CH Nati entscheidet. Ein Top Stürmer wäre mal wieder wichtig.

    einklappen einklappen
  • Alex Keller am 16.06.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schade!

    Eigentlich gibt es genug Negativ-Beispiele, aber bei zu viel Geld und zu grossen Versprechungen schaltet das Hirn ab, vor allem bei den Eltern. Es ist essentiell, wenn er sich hier durchsetzt, dass heisst dann auch, er hat Biss! Im Ausland hat keiner auf Ihn gewartet! Und einfacher wird es auch nicht! Deutschland ca. 90 Mio Einwohner, Schweiz ca. 8,5 Mio

    einklappen einklappen
  • martin brunner am 16.06.2019 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in 3 j. schauen wir

    keine Eltern die Denken,...zwei jahre mehr zeit,... kohle & geltungsdrang, wie kann ein 16j das grosse ganze im auge haben ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Calvin Gross am 17.06.2019 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Vernünftige Spieler

    Finde es bemerkenswert, dass sich der andere Junior (Noah Rupp) gegen die Borussia entschieden hat. Es ist schön, dass es auch positive Beispiele von vernünftigen Spielern mit kompetenten Beratern gibt.

  • Lozärner am 17.06.2019 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu früh und zu billig weg

    Viel zu früh. Wer dass gut heisst, kann sie nicht alle haben. Dann erst 16. Eine lachhafte Entschädigung von 90000. Da sind in Luzern Amateure am Werk, wenn man sieht was ein Barca oder Real für noch jüngere Mio. zahlen. Viel Glück Bradley

    • Martin am 17.06.2019 10:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Lozärner

      Messi war auch gratis ;) Solange ein Junior noch keinen Profivertrag unterschrieben hat ist er billig, man muss nur die offizielle Ausbildungsentschädigung zahlen, Jadon Sancho ging für 150'00 an Man City bevor er dort den Profivertrag unterschrieb und für 5 Millionen an den BVB verkauft wurde. Pulisic war gratis...extremes Beispiel wäre auch Paul Pogba, den konnte Juve 2012 gratis von der Man Utd übernehmen und ihn später für 105 Millionen an Utd zurück verkauft :)

    einklappen einklappen
  • FCL Fan am 17.06.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    alles Gute

    Cool, das freut mich für das Talent!! Borussia Dortmund ist ja sehr bekannt für seine Jugendarbeit und da hat er bestimmt die bessere Infrastruktur und das bessere Coaching als beim FCL Nachwuchs. Und wer ambitioniert ist möchte halt herausgefordert werden und wer in einer Saison 40 Tore schiesst braucht eine neue Herausforderung! Ich finde gut das er sich was zutraut und den nächsten Schritt macht. Von daher kann ich den Entscheid absolut nachvollziehen und wünsche ihm nur das Beste!

  • Zulu am 17.06.2019 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Junge mehr

    der sich wegen dem Geld in Deutschland kaputt machen wird. Es gibt doch genug Beispiele.

  • Luzerner am 17.06.2019 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, aber verständlich

    Momoll, bravo FCL. Immerhin einen Junioren gut ausgebildet. Natürlich ist so ein Wechsel mit Risiko behaftet, man sollte es lieber langsam angehen etc ... aber man kann den Jungen und seine Familie auch verstehen: Bei einem Chaos-Verein wie dem FCL - jetzt meine ich die erste Mannschaft - wo sich jene mit dem dicksten Portemonnaie und der grössten Klappe durchsetzen, aber nicht unbedingt der Sachverstand, würde ich auch nicht zwingend das Risiko eingehen wollen. Da geht einfach Professionalität vor Provinzialität. Muss nicht mal das Geld sein.