Kriminalgericht LU

17. Mai 2018 09:27; Akt: 17.05.2018 16:07 Print

Serien-Bankräuber und Kinderporno-Konsument

Ein dreifacher Bankräuber muss sich am Donnerstag vor dem Kriminalgericht Luzern verantworten. Bei den Überfällen sprach der Schweizer Balkan-Slang.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der mutmassliche dreifache Bankräuber soll auch eine Versicherung, ein Kreditunternehmen und die Steuerbehörden betrogen haben. Weiter wird er der versuchten Erpressung und der Pornografie beschuldigt.

Der 56-jährige Schweizer war im Juli 2016 nach einem Banküberfall in Weggis festgenommen worden. Diese Tat war von einem Polizisten, der als Privatperson die Bank aufsuchen wollte, beobachtet worden.

Wie es in der Anklageschrift heisst, flüchtete der Beschuldigte nach dem Überfall auf die Rigi. Wenige Stunden später wurde er auf Kaltbad festgenommen. Es stellte sich heraus, dass er bereits 2015 in Rothenburg und Hochdorf Banküberfälle verübt hatte. In Rothenburg trug er eine knallrote Fasnachtsmaske.

Bankräuber trank sich vorher Mut an

Gemäss Anklageschrift trank sich der Beschuldigte vor den Überfallen jeweils mit Wodka-Orange Mut an, maskierte sich dann und forderte mit einer Soft-Air-Pistole in der Hand Bargeld, wobei er jeweils einen gespielten Balkan-Slang sprach. Er erbeutete insgesamt Banknoten im Wert von rund 280'000 Franken.

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, hatte der Mann seit Jahren finanzielle Schwierigkeiten. Er soll deswegen noch mehrfach weitere Delikte begangen haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, versucht zu haben, von einem entfernten Verwandten 280'000 Franken zu erpressen. Er trat dabei in den Erpresserbriefen als Mafioso auf.

Sieben Jahre Haft beantragt

Während zwei Jahren bezog der Beschuldigte von einer Versicherung Krankentaggelder von über 180'000 Franken. Gemäss Anklageschrift tat er dies zu Unrecht, weil er gleichzeitig mit vollem Pensum arbeitete.

Die kassierten Krankentaggelder versteuerte er nicht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann zudem vor, sich mit falschen Angaben bei einem Finanzinstitut einen Kredit verschafft zu haben.

Besitz von kinderpornografischen Fotos

Die Ermittler stiessen bei dem Beschuldigten auch auf Laptops und Festplatten mit kinderpornografischen Bildern. Darunter waren auch suspekte Aufnahmen seiner eigenen Tochter.

Der Beschuldigte gibt die ihm vorgeworfenen Taten weitgehend zu. Er befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

(sda)