Melchsee-Frutt

17. Juni 2016 17:09; Akt: 17.06.2016 17:26 Print

Bartgeier Alois und Cierzo heben zum ersten Mal ab

Nach der erfolgreichen Auswilderung im Wildtierschutzgebiet Huetstock trainieren die Junggeier fleissig: Ihre ersten Flüge haben sie bereits hinter sich.

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Die jungen Bartgeiermännchen Alois und Cierzo wurden Ende Mai im Eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock nahe von Melchsee-Frutt ausgewildert.

Die zweite Zentralschweizer Auswilderung der Aasfresser verlief bis anhin sehr erfolgreich. Dieses Jahr wurden zwei Männchen ausgesetzt - letztes Jahr waren es drei Bartgeierweibchen. Trotz schlechter Wetterbedingungen lockten die beiden Vögel über 160 Bartgeierfans auf die Tannalp im Kanton Obwalden. «Seit der Auswilderung haben sich die beiden Geier sehr gut entwickelt. Sie werden immer selbstständiger», sagt Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier.

Regelmässiges Training der Flugmuskeln

Vor einigen Tagen hat der Zentralschweizer Bartgeiernachwuchs das Fliegen erlernt. Hegglin: «Wir von der Stiftung freuen uns sehr, dass die beiden Junggeier nun fliegen». Wichtig ist für die beiden Anfänger, dass sie ihre Flugmuskeln regelmässig trainieren. Dazu schwingen sie ihre mächtigen Flügel kräftig ohne dabei vom Boden abzuheben. Es sieht so aus als würden sie kleine Hüpfübungen machen.

Wie das geht, zeigt Bartgeier Alois vor:

Junge Bartgeiermännchen wagen etwa im Alter zwischen 110 und 120 Tagen ihren ersten Flug. Junggeier Cierzo hebte im Alter von 110 Tagen zum ersten Mal ab - Alois im Alter von 112 Tagen. Hegglin: «Cierzo flog am ersten Tag rund drei Minuten lang, Alois nur eine halbe Minute. Beide sind noch etwas unsicher und vorsichtig, da die ersten Flüge ein bisschen wacklig sein können. Auch die Koordination der Landung ist anfangs noch eine ziemliche Herausforderung.»

Bis zum perfekten Flug dauert es zwei Monate

Rund zwei Monate lang müssen die Vögel noch üben bis sie auch ausdauernd über längere Distanzen hinweg fliegen und ihre Nahrung selber suchen können. «Sie sind noch nicht reif genug, um selber auf Futtersuche zu gehen. Daher versorgen wir sie vorderhand noch mit Aas», so Hegglin.

Momentan bewegen sich die Geier in einem Radius von 300 bis 400 Metern. In ihre Auswilderungsnische kehren sie vorerst noch regelmässig wieder zurück. Interessant ist, dass junge Bartgeier weder strikte Einzelgänger noch Gruppentiere sind. Alois und Cierzo gehen immer wieder aufeinander zu und suchen die gegenseitige Nähe. «Es könnte allerdings wie bei uns Menschen auch umgekehrt sein. Doch Alois und Cierzo scheinen sich zu mögen und sind meist sehr friedlich», sagt Hegglin.

(emi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Buckweed am 17.06.2016 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolles Projekt!

    ich weiss schon, wo ich demnächst (mit dem Fernglas im Gepäck) Wandern gehe.

  • Logo Logo am 17.06.2016 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmüde

    Achtung. In der Schweiz lebt es sich als Tier gefährlich.

  • Weihnachtsmann am 17.06.2016 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deshalb sind die Wölfe wichtig

    Sie essen tote Tiere. Wenn man die Wolfskenner von Sibirien befragt, sagen diese auch dass die Wölfe fast immer kranke Schafe reissen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • chrigel am 18.06.2016 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt Zuhause!

    Fliegt nur nicht ins Wallis, dort wird alles was sich bewegt umgehend abgeschossen. War toll auf zu sehen wie Bartgeier aufwachsen.

  • Simon Wegert am 18.06.2016 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Soooooo süüüüüssse Bargeier

    Mehr - ich möchte überall so schöne Bartgeier fliegen sehen. Gratulation an die Projektmacher.

  • Logo Logo am 17.06.2016 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmüde

    Achtung. In der Schweiz lebt es sich als Tier gefährlich.

  • Weihnachtsmann am 17.06.2016 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deshalb sind die Wölfe wichtig

    Sie essen tote Tiere. Wenn man die Wolfskenner von Sibirien befragt, sagen diese auch dass die Wölfe fast immer kranke Schafe reissen.

    • Was zum Geier..... am 18.06.2016 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Weihnachtsmann

      Wölfe? Es geht um Bartgeier! Und die sind einfach faszinierend!

    • Babadu80 am 18.06.2016 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Weihnachtsmann

      Ach...du hast fliegende Wölfe gesehen?;)

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  • Radix am 17.06.2016 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    verfliegen die sich nie ins Land am Rhonestrand - es gebe dort eine Bartgeierluftabwehr Briganderie.