Tierpark Goldau

21. Februar 2020 15:36; Akt: 21.02.2020 15:36 Print

Bartgeier-Junges stirbt beim Schlüpfen

Anstelle des verstorbenen Jungtieres liegt nun ein Gips-Ei im Horst des Bartgeier-Paares. Dies weil das Paar bald Ammeneltern eines anderen Jungen werden könnten.

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Am Mittwoch kurz vor Mittag war es so weit. Das Bartgeier-Pärchen Mascha und Hans war wieder mal am Brüten. Wie der Tierpark Goldau aber schweren Herzens feststellen musste, verstarb das Küken noch beim Schlupf.

Und dies obwohl Mascha und Hans bereits erfahrene Eltern sind. Wie der Tierarzt Martin Wehrle vom Tierparks Goldau erklärt, sind Mascha und Hans schon mehr als zehnfache Eltern. Trotzdem sei «ein Bruterfolg nie garantiert», schreibt der Tierpark Goldau.

Gips-Ei als Küken-Ersatz

Trotz dem Tod des Kükens gibt es noch einen Hoffnungsschimmer im Tierpark. Ein anderes Bartgeier-Paar sei ebenfalls in der Zuchtstation am Brüten. Wegen seiner Unerfahrenheit könnte es sein, dass das Paar sein Junges nicht annehmen wird. «Es könnte auch Mühe mit Aufziehen haben und abnormale Reaktionen gegenüber dem Küken aufweisen», sagt Wehrle. Falls dieser Fall eintreten sollte, würden Mascha und Hans als Ersatz-Eltern in Frage kommen.

Zudem gilt grundsätzlich: Wenn Bartgeier mehr als ein Ei legen, akzeptieren sie nur das Erstgeschlüpfte. «Die weiteren Küken werden nicht überleben», so Wehrle. In einem solchen Szenario würden sich ebenfalls Mascha und Hans um das Zweitgeschlüpfte kümmern.

«Wir machen das immer»

Deswegen wurde den erfahrenen und bisher bewährten Bartgeiern-Eltern als Übergang ein Gips-Ei in den Horst gelegt. So würden sie später das Küken anderer Eltern akzeptieren. Bisher sei es noch nie vorgekommen, dass Mascha und Hans ein Junges nicht angenommen hätten. Die Gips-Ei-Taktik ist nichts Aussergewöhnliches. Wehrle erklärt: «Wir machen das immer, wenn eine solche Situation auftritt.»

Ob die frischgebackenen Eltern ihr Junges behalten können oder der Jungvogel von Mascha und Hans aufgezogen wird, ist noch unklar. So oder so: Der Tierpark Goldau hofft, «dass mit dem zweiten Schlupf alles gut läuft und ein gesunder Vogel bei uns aufwachsen kann».

(jab)