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19. Mai 2016 05:47; Akt: 19.05.2016 05:47 Print

Bastler bauen Linienbus zum Heim auf Rädern um

von Daniela Gigor - Jahrelang war der Bus in Liestal unterwegs – bis zwei Luzerner diesen kauften und zum Wohnbus umbauten. Jetzt steht er zum Verkauf.

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Ein ungewöhnliches Verkaufsangebot gibt es bei Autoricardo.ch zu bestaunen: Einen Man SL 202 Wohnbus. Das gelbe Gefährt trägt zwar den Schrifzug der Autobus AG Liestal. Gekauft haben ihn die beiden Besitzer aber in Hochdorf. «Wir haben ihn gekauft, weil wir den Plan hatten, ihn in einen Wohnbus umzubauen», sagt einer der beiden Mitbesitzer.

Luxuriöser Ausbau

Dies haben die handwerklich begabten Männer während eines Jahres auch getan. Investiert haben die zwei Männer zwischen 400 und 500 Arbeitsstunden. Herausgekommen ist ein fertig ausgebauter Wohnbus mit zwei Doppelbetten, vier Einzelbetten, einer Dusche und einem Lavabo mit warmen und kaltem Wasser. Die Küche ist mit einem Gasherd ausgestattet. Damit dem künftigen Besitzer genügend Unterhaltung geboten wird, haben die Männer auch noch einen Flat-Fernseher mit DVD und DVB-T, also etwa digitales, terrestrisches Fernsehen, sowie ein Radio und einen CD-Player eingebaut. Hinzu kommen zwei Clubtische mit drehbaren Sitzen. Für die kuschlige Wärme in der kalten Jahreszeit sorgt eine Dieselstandheizung. Die Wohnfläche beträgt etwa 25 Quadratmeter.

Künftiger Besitzer muss Lastwagenfahrer sein

Die Busbastler hatten von Anfang an vor, den Bus zu kaufen, umzubauen und mit ihm auf Reise zu gehen. «Neue mögliche Käufer sind Weltenbummler, Camperfreunde oder jemand, der einen weiten Arbeitsweg hat und nicht jeden Tag pendeln möchte», sagt der Mitbesitzer weiter. Günstiger als ein anderes Eigenheim ist der Wohnbus bestimmt. Wie der Verkaufsbeschreibung zu entnehmen ist, kann er für 14 000 Franken sofort gekauft werden. Der Anfangspreis: 12'000 Franken.

Nach Liestal kam der Bus nach Hochdorf

Um den Bus fahren zu können,ist ein Fahrausweis der Kategorie C nötig. Das fahrende Heim hat 28 Jahre auf dem Buckel und bereits 935 000 gefahrene Kilometer hinter sich. Im Moment steht der Bus in Inwil. Über die Vergangenheit des Gefährts kann nicht viel gesagt werden. Bekannt ist bei der Autobus AG Liestal, dass im Jahr 1988 fünf Busse Man SL 202 angeschafft wurden. Sie ersetzten ihre Vorgänger, weil diese zu klein waren. Gefahren sind die Busse auf den Linien 75, 76 und 78. Danach wurde der Bus der Busbetrieb Seetal-Freiamt AG verkauft. Diese setzten ihn in Hochdorf als Schulbus ein. 2009 wurde er von den aktuellen Besitzern gekauft. Diese investierten rund 40 000 Franken in den Innenausbau. Seit 2010 bis 2015 fuhren sie in ganz Europa herum.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sam Keller am 19.05.2016 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das waren noch Zeiten..

    mit diesen Bussen sind wir als Gymnasiasten Anfang 90er täglich jeweils nach Liestal und zurück gefahren, das waren noch Zeiten. schön hat mindestens einer noch überlebt..

  • GG am 19.05.2016 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles bestens, bin beeindruckt

    Nur halt der Motor eines Busses, welcher so 40-50l Most pro 100km schluckt... Vielleicht kommt da auch eine Lösung.

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  • Sh am 19.05.2016 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riesen AAGL Fan

    Für mich als AAGL (Autobus AG Liestal) -Fan,ein Traum! Super gemacht,dann werden diese alten,armen Busse nicht verschrottet! 3 :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 19.05.2016 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Originell und schön !

    14'000 Fränkli für dieses Gefährt ist ein Schnäpschen. Sofort zugreifen. Ein Mobilhome kostet schon 150'000 CHF und viel mehr...!

  • Postauto am 19.05.2016 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstgebaut steht an erster Linie

    Also, logisch kan man für das Geld was Luxuriösers kaufen, aber es ist eben gekauft! Was bekommst Du fürs Geld? Billiges Zeug, wenn Du mal zu Grob ne Schranktür auf machst fällt Sie gleich ab und und.. Wenn Du dann zum Camperfritze gehst wirst Du bestimmt erstaunt sein was so ein kleines Kunstoff Scharnier kostet!!!! Der Ausbau bei dem Bus ist sehr solide gemacht sprich da kannst Du auch mal an Stuhlbein kicken, der Stuhl bleibt ganz. Die Hinterachse haben Sie umgebaut, sprich grössere Übersetzung daher lässt es sich unter 30 Liter fahren. Und nicht vergessen... Der Spass begint beim Bauen!!!!

    • rolf lehner am 20.05.2016 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Postauto

      Das mit der Hinterachse stimmt sicher, doch sollten sie nicht so sehr im Ricardo mit der Höchstgeschwindigkeit angeben. Laut Gesetz in der CH gilt für einen Reisebus (Car) 100 Km/Std.. Die Bussen bei Übertretung sind, je nach Land teuer. Ansonsten finde ich das Projekt als "alter" Carchauffeur sehr toll und die Idee super.

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  • Gasto am 19.05.2016 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferienparadies ?

    Alles gut und recht, Platz mäßig auch toll, leider hier in der Schweiz nur Autobahn Ferien zu machen sind auch nicht gerade lustig da mit so mit einem Gefährt auf keinem Camping Platz kommt. Mal den Gemeinden nach gehen und fragen ob sie es für Asylunterkunft brauchen könnten?

  • Hitsch am 19.05.2016 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    FFB Classic

    Als begeisterter Camper finde ich den Bus wirklich cool, den Ausbau aber trotzdem relativ bescheiden. Da legt man noch 10'000.- CHF drauf und kriegt ein vernünftiges 15-20 jähriges Vollintegriertes, welches mit ¼ des Diesels auskommt. Zudem muss man keinen eigenen Bauernhof haben, um das Teil vernünftig unterzustellen. Aber wirklich gute Arbeit - für mich jedoch keine Alternative. Gute Fahrt allerseits!

  • driver joe am 19.05.2016 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bin ein MAN Bus

    Leute es ist ein MAN Bus und keine Man Bus!