Urteil gefällt

03. Januar 2019 05:50; Akt: 03.01.2019 05:50 Print

2600 Schallplatten und 64 Pneus gestohlen

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen Mann für schuldig befunden, Pneus, Musikgeräte und Schallplatten gestohlen zu haben. Er kassierte eine bedingte Gefängnisstrafe von 19 Monaten.

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Ein 52-jähriger Mann musste sich vor dem Luzerner Kriminalgericht wegen Diebstahls verantworten. (Bild: 20 Minuten)

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Der 52-Jährige war am Diebstahl von 64 Pneus beteiligt und stahl aus einem Keller Musikgeräte und 2600 Schallplatten. Das Kriminalgericht befand den Beschuldigten des Diebstahls, der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs, der Hehlerei und des Aufnehmens fremder Gespräche für schuldig.

Weil der Mann während des Verfahrens im Kanton St. Gallen einen Strafbefehl von zwei Monaten kassierte, sprach das Luzerner Kriminalgericht die Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe aus. Die Probezeit beträgt vier Jahre. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren gefordert, die Verteidigung eine bedingte Strafe von vier Monaten. Die Verteidigung meldete gegen das Urteil Berufung an.

Flucht in die Kleine Emme

Der Beschuldigte war im Februar 2016 im Luzerner Stadtteil Littau verhaftet worden, als er vor der Polizei in die Kleine Emme flüchtete. Die Polizei war ausgerückt, weil bei einem Pneuhändler ein Einbruchalarm ausgelöst worden war.

Die Staatsanwaltschaft und das Kriminalgericht kamen zum Schluss, dass der 52-Jährige mit einem Komplizen 64 Pneus gestohlen hatte. Von diesen konnte die Polizei nur gerade 14 Stück sicherstellen.

Der Angeklagte hatte die Tat teilweise bestritten. Er sagte vor Gericht aus, dass er nur am Diebstahl der 14 aufgefundenen Pneus beteiligt gewesen war. Er warf dem Pneuhändler vor, sich unrechtmässig bereichern zu wollen, indem er falsche Angaben zur Anzahl der gestohlenen Reifen gemacht habe.

Musikalisches Diebesgut im Internet verkauft

Während den Ermittlungen stellte die Polizei fest, dass der Mann einen weiteren Diebstahl begangen habe. So soll er zwischen Anfang Dezember 2015 und Ende Januar 2016 in Emmenbrücke aus einem Keller Musikgeräte, Instrumente und 2600 Schallplatten gestohlen haben. Diese Gegenstände verkaufte seine Lebensgefährtin nachweislich im Internet auf einer serbischen Verkaufsplattform.

Die Ausführungen des Beschuldigten zu diesem Tatvorwurf überzeugten das Kriminalgericht nicht. So gab der mutmassliche Dieb etwa an, die Ware vom Geschädigten für rund 2000 Franken abgekauft zu haben. Der Besitzer bestritt aber den Verkauf der Ware.

Die Staatsanwaltschaft und das Gericht gehen davon aus, dass sich der Beschuldigte Zutritt zum Kellerabteil verschaffen konnte, weil er für eine ehemalige Mitbewohnerin des Geschädigten in dessen Wohnung Renovationsarbeiten durchführte. Die Richter bezeichnen im Urteil das Vorgehen des Beschuldigten als «perfide» und als Vertrauensmissbrauch.

Weiter sprach das Gericht den Beschuldigten der Hehlerei schuldig, weil er einen gestohlenen Baulaser verkaufte. Zudem soll er zwei private Gespräche aufgezeichnet haben, und zwar in der Wohnung des Mannes, dem er die Musikgeräte und Schallplatten im Kellerabteil gestohlen haben soll.

Wegen Einreiseverbot den Namen geändert

Das Kriminalgericht geht davon aus, dass der Mann, der aus Bosnien-Herzegowina stammt, ein «Kriminaltourist» sei. Zu seinen Ungunsten wertete das Gericht, dass der Mann, um ein Einreiseverbot in die Schweiz zu umgehen, kurzerhand seinen Namen änderte. Er sei nicht gewillt, sich an die Rechtsordnung der Schweiz zu halten, betonten die Richter.

Einschlägig vorbestraft ist der Beschuldigte nicht. Das Gericht erachtete deswegen den unbedingten Vollzug der Freiheitsstrafe für nicht notwendig. Es entschied sich aber für die lange Probezeit von vier Jahren.

(dag/sda)