Bern als Vorbild

01. Mai 2018 16:01; Akt: 01.05.2018 16:03 Print

In Luzern soll es mehr Begegnungszonen geben

In Luzern gibt es nur wenige Begegnungszonen. Das soll sich ändern: Vorbild ist die Stadt Bern.

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Bisher wurden Tempo-30-Zonen priorisiert, künftig könnten mehr Begegnungszonen hinzukommen. (Bild: 20 Minuten/gwa)

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Good News für Luzerner Quartierbewohner: In Zukunft könnten in der Stadt Luzern vermehrt Begegnungszonen eingerichtet werden. So sieht es der Stadtrat vor. In solchen Zonen gilt Tempo 20, und Fussgänger haben dort immer Vortritt. In Luzern gibt es unter anderem Begegnungszonen in der Kleinstadt, am Wesemlinring oder auf der Bahnhof und der Steinenstrasse.

Als Vorbild gilt das Modell der Stadt Bern. Dort können Anwohner bei der Stadt offiziell initiieren, dass auf bestimmten Strassenabschnitten Begegnungszonen geschaffen werden.

Dass dies nun auch in Luzern möglich werden soll, geht auf einen Vorstoss der Grünliberalen zurück. Priorität haben laut Vorstoss Quartierstrassen, bei denen mit geringem Aufwand eine solche Zone eingerichtet und die Wohnqualität verbessert werden kann.

«In der Agglomeration gibt es viel mehr solche Zonen»

Zudem würden Begegnungszonen wie beim Berner Modell nur dort eingerichtet, wo die Mehrheit der Anwohner das wünscht und bereit ist, «eine gewisse Verantwortung für den gemeinsam genutzten Strassenraum zu übernehmen», wie es im Vorstoss heisst.

GLP-Fraktionschef Jules Gut freut sich über die geplante Änderung: «Wir haben festgestellt, dass dies ein Bedürfnis bei vielen jungen Familien ist», sagt er. «In der Agglomeration gibt es viel mehr solche Zonen.» Dort könnten etwa Kinder auf den Strassen spielen und die Autos trotzdem noch durchfahren.

Für Gut wichtig: «Es soll kein Verbot für Autos sein, sondern ein Miteinander im Verkehr.» Er ist überzeugt, dass dies auch in der Stadt geht: «Wenn es in der Bevölkerung Leute gibt, die solche Zonen wünschen, sollen sie dies bei der Stadt anregen können.»

Bisher Tempo-30-Zonen priorisiert

Ein Grund, weshalb Luzern bisher vergleichsweise wenige Begegnungszonen realisierte, sei, dass die Stadt der Einführung von Tempo-30-Zonen Priorität einräumte, wie der Stadtrat in seiner am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme schreibt. Damit wollte er Quartiere ruhiger, lebenswerter und sicherer machen.

Aufgrund der positiven Erfahrungen anderer Städte mit Begegnunszonen – wie etwa Bern, Zürich, Winterthur oder Basel – und im Sinne der Förderung von Strassenraum als Lebensraum stehe der Stadtrat der Einrichtung zusätzlicher Begegnungszonen in der Stadt grundsätzlich positiv gegenüber.

Der Stadtrat weist aber darauf hin, dass die Quartierbevölkerung für die Schaffung einer Begegnungszone unter Umständen die Reduktion von Parkplätzen in Kauf nehmen müsse, weil enge Parkplatzverhältnisse die Sicht für Kinder einschränken.

(gwa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.Ch am 01.05.2018 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    schliesst doch am besten die Seebrücke, dann können sich dort die Grünen treffen, umarmen und sich gegenseitig Wattebäuschchen zuwerfen, beim Bahnhof am besten auch nur noch Busverkehr durchlassen...Der Verkehr ist schon schlimm genug. 30er Zonen überall machen das ganze noch schlimmer. Auch was in Kriens geplant wird ist einfach nur noch Verkehrstechnischer Schwachsinn.

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  • zack20087 am 01.05.2018 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht nicht

    diese begegnungszonen gehören abgeschafft. strassen sind zum autofahren da, begegnen kann man sich auf einem spielplatz, rasen oä. 20 kmh sind kaum einzuhalten. aber schön noch einen radarkasten aufbauen...

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  • Butch am 01.05.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, wie romantisch...

    Begegnungszone... super! Strassen sind für den Verkehr da. Also für Velos, Mofas, Motorräder, Autos und LKW's und nicht zum Spielen. Dafür gibt es Spielplätze, Parks, Sportanlagen, Gärten usw.. Diese ewigen 30-er Zonen und Spielstrassen überall, nur noch zum Ko...en!

Die neusten Leser-Kommentare

  • tedd_ am 03.05.2018 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein hoch auf die Grünen

    Mehr Begegnungszonen weniger Parkplätze und rundherum 30-er Zonen mit Verkehrshindernissen mitten auf der Strasse. Sehr geschickt eingefädelt. Autofahrer sind in LU wohl bald nicht mehr willkommen. Wird vermutlich bald noch Strassenzoll einkassiert. Für gewisse Fussgänger ist ja sowieso überall Begegnungszone so wie die mit Blick auf Handy und Kopfhörer ohne zu schauen über die Strassen watscheln. Wird mit solchen Massnahmen nur noch gefördert.

  • Ling Young am 03.05.2018 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Grüßen in die Begegnung

    Dann sollten die Luzerner aber zuerst Grüßen lernen,siehe Schötz ,da wird man von Kindern und Erwachsenen nicht gegrüßt ?Begegnungsplätze? Für was ,jeder schaut doch nur für sich

  • P72 am 03.05.2018 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrsinfarkt ahoi

    Grandiose Idee...und rundherum bricht der Verkehr komplett zusammen. Beispiel Brand des Restaurant Schlüssel. Eine Strasse wurde gesperrt, dass reichte schon für ein totales Chaos drum herum!!!

  • Peter am 03.05.2018 02:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrlich

    Ich hoffe der Regierung ist bewusst, dass eh nur noch Leute durch die Stadt fahren (müssen) weil es keine Umfahrung gibt.

  • Voll Gas am 02.05.2018 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Jawohl

    Vollgasgentrifizierung. Das kommt bestimmt gut.