Stadtzentrum Luzern Nord

07. Februar 2011 13:27; Akt: 07.02.2011 14:11 Print

Bei Luzern entsteht eine Retortenstadt

Nördlich von Luzern soll ein 300 000 Quadratmeter grosses Stadtzentrum mit 600 Wohnungen und 1000 Arbeitsplätzen realisiert werden.

Fehler gesehen?

Vertreter des Kantons sowie der beiden beteiligten Gemeinden Luzern und Emmen haben am Montag den Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord vorgestellt. Im Zentrum des Gebietes liegt der Seetalplatz, mit 50 000 Fahrzeugen der wichtigste Verkehrsknoten des Kantons. Das vernachlässigte, vom Verkehr geprägte Randgebiet soll dadurch eine neue Identität erhalten und die Innenstadt entlasten.

Reussbühl, das seit 2010 zur Stadt Luzern gehört, und der Emmer Ortsteil Emmenbrücke werden durch die Kleine Emme getrennt. Die Hochwassersanierung des Flusses führt nun dazu, dass die beiden Siedlungsgebiete als neues Zentrum näher zusammenrücken könnten.

Weil wegen des Hochwasserschutzes mehrere Brücken über die Kleine Emme neu gebaut werden müssen, kann auch der Verkehr am Seetalplatz neu organisiert werden. Damit ergibt sich die Möglichkeit, ein neues urbanes Zentrum zu schaffen und die Gegend aufzuwerten.

Drei neue Quartiere

Geplant sind drei neue Quartiere. Beim Bahnhof Emmenbrücke soll eine kleine City mit bis zu zehn Geschossen hohen Häusern realisiert werden. Im Reussegg wird in Flussnähe urbanes Wohnen möglich. Reussbühl, das künftig vom Verkehr umfahren wird, wird aufgewertet.

Die Neubauten sollen helfen, die Innenstadt Luzerns zu entlasten. Entwicklungsmöglichkeiten habe die Stadt sonst nämlich kaum, sagte Baudirektor Kurt Bieder. Als eine Möglichkeit nannte er die Verlegung der kantonalen Verwaltung an den Seetalplatz.

Emmen hofft, dass die vor allem von Auto-Occasionshändlern genutzte Brache rund um den Seetalplatz eine neue Identität erhält, wie Gemeinderat Josef Schmidli feststellte. Die Kleinen Emme soll als «Stadtfluss» attraktive Ufer erhalten.

Realisierung in Etappen

Luzern Nord wird etappiert realisiert. Das Hochwasserschutzprojekt soll ab 2012 umgesetzt werden. Es war nach dem Hochwasser vom Sommer 2005 aufgegleist worden, das allein in der Gemeinde Emmen versicherte Schäden von 320 Millionen Franken verursacht hatte.

Das Strassenprojekt wird gemäss Planung ab 2013 realisiert. Der Seetalplatz wird vollkommen umgestaltet; künftig wird der Verkehr in einem grossen Einbahnring rollen. Busse und Velos erhalten ein eigenes Trassee. Der Bahnhof von Emmenbrücke soll ausgebaut werden.

Der Masterplan bildet die verbindliche Vorgabe für die Überbauungen. Betont wurde an der Medienorientierung die gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Gemeinden und dem Kanton.

Um die Interessen von Kanton, Gemeinden, Grundeigentümern und Investoren zu koordinieren, wird ein Gebietsmanager eingesetzt. Dessen Aufgabe wird es auch sein, die umliegenden Quartiere von Emmenbrücke und Reussbühl einzubeziehen.

(sda)