Luzern Tourismus

22. Januar 2020 21:21; Akt: 22.01.2020 21:21 Print

Wie reagiert Touristen-Hotspot auf Killer-Virus?

von Daniela Gigor - Das neuartige Coronavirus breitet sich in China rasch aus. In Luzern wäre man medizinisch gerüstet, wenn Touristen krank würden.

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Die Anzahl der Fälle der mysteriösen Lungenkrankheit steigt in China täglich. Auch in anderen asiatischen Ländern sind Fälle mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Einen ersten Fall gibt es auch in den USA zu verzeichnen. Der betroffene Mann reiste aus China ein und wurde vorsichtshalber in ein Spital eingeliefert.

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Im Hinblick auf diese Krankheit stellt sich die Frage, wie in Luzern mit der Bedrohung umgegangen wird, wo Woche für Woche tausende Touristen aus China und anderen asiatischen Ländern ankommen. Denn: Die tödliche Lungenkrankheit ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Aktuell ist die Reisetätigkeit der Chinesen besonders ausgeprägt, da am Samstag das chinesische Neujahrsfest begangen wird. Sibylle Gerardi von Luzern Tourismus sagt: «Die Chinesen reisen dann intensiv im eigenen Land, aber auch ins Ausland, etwa nach Luzern. Wie viele es sein werden, ist uns nicht bekannt.»

Luzern steht mit Bund und Schweiz Tourismus in Kontakt

In Fällen wie mit dem aktuellen Corona-Virus stehe Luzern Tourismus mit der Vertretung von Schweiz Tourismus in China in Kontakt und würde informiert, sobald sich dies auf das Reiseverhalten auswirken würde oder Massnahmen vor Ort nötig würden, hiess es auf Anfrage.

Zudem würde Luzern Tourismus in einem solchen Fall mit den entsprechenden Bundesämtern und kantonalen Stellen zusammen arbeiten und die Weisungen der WHO verfolgen, die am Mittwochabend in Genf besprochen werden. Gerardi: «Hotels sind auf solche Vorkommnisse sensibilisiert und vorbereitet. Falls Massnahmen nötig würden, würden wir dies auch mit Luzern Hotels, dem Verband der Luzerner Hoteliers koordinieren.»

Der Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall sagte zur Bedrohung aus China, falls sich in der Schweiz Verdachtsfälle ergeben sollten, habe das BAG die Kantone angewiesen, diese Fälle gemäss den bestehenden Richtlinien für einen älteren Typus des Coronavirus abzuklären und zu behandeln. Das betreffende Virus wurde MERS-CoV genannt. «Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit BAG ist das Nationale Referenzzentrum für neu auftretende Viruserkrankungen in Genf in der Lage, bei Bedarf das neue Coronavirus labordiagnostisch nachzuweisen», sagt Harstall.

Luzern würde auch Kontaktpersonen überwachen

Im Notfall würden Verdachtsfälle hospitalisiert und isoliert. Auch Personen, die in engem Kontakt mit einem bestätigten Fall gekommen wären, müssten dann überwacht werden. Harstall beruhigt aber: «In Europa sind gemäss unserem Wissenstand bisher keine Fälle aufgetreten.» Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätze das Risiko einer Einschleppung nach Europa und die Schweiz aktuell als gering ein.