Berghoff

04. Dezember 2019 18:59; Akt: 04.12.2019 18:59 Print

In Uri kommts zu einer Massenentlassung

Auf Ende März 2020 muss der Industriebetrieb Berghoff im Altdorfer Schächenwald schliessen. Wirtschaftlich würde sich der Standort nicht mehr lohnen.

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Die Berghoff Mechanical Engineering AG mit einem von vier Standorten in Altdorf UR zählte «dort zu den grössten Arbeitgebern», wie die Firma selbst in einem Artikel von 2016 schrieb.

Doch nun müssen sich die 71 Mitarbeiter des Berghoff-Konzerns in Altdorf nach einem neuen Arbeitgeber umsehen. Wie die «Luzerner Zeitung» am Mittwoch berichtete, wird der Standort im Altdorfer Schächenwald aufgegeben. Ausschlaggebend für den Entscheid seien wirtschaftliche Schwierigkeiten gewesen, zumal sich die Maschinenindustrie wirtschaftlich negativ entwickelt hat und die schwache Weltwirtschaftskonjunktur zu starken Bestellrückgängen führte, so die Zeitung.

Rettungsversuch gescheitert

Die Geschäftsleitung habe versucht, den Standort weiterzuführen und neue Kunden zu finden. Doch sei es ihr nicht gelungen, «kurzfristig genügend Bestellungen zu akquirieren, um die Geschäftstätigkeit sicherzustellen».

Der Industriebetrieb habe seit 2013 eine Wachsstumsstrategie verfolgt. Bereits damals befand sich das Unternehmen «in einem stark umkämpften Markt, der durch hohen Preisdruck starke Mitbewerber aus Europa und insbesondere Osteuropa dominiert wurde», wie die Firma in einer Mitteilung schreibt. Ausserdem habe die Aufwertung des Frankens zusätzlichen Schaden ausgerichtet, da über 90 Prozent der Ware ins Ausland exportiert werde.

Hilfe bei der Stellensuche

Betroffen sind insgesamt 71 Mitarbeiter, die noch bis Ende März 2020 beschäftigt werden. Darunter befinden sich 11 Lernende. Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzid ist geschockt. Die Entlassungen lösten diverse Abklärungen aus. «Das Job-Zentrum muss bis dahin bereit sein, denn eine Massenentlassung von 71 Personen ist für den Kanton Uri eine aussergewöhnliche Zahl», so Camenzid zur LZ. «Hier geht es darum, für alle eine neue Lehrstelle zu finden, damit die jungen Leute ihre Ausbildung abschliessen können.»

Camenzid ist davon überzeugt, dass die Entlassenen eine neue Stelle finden würden, denn es handle sich um gesuchte Fachkräfte. «Ich gehe davon aus, dass wir zusammen mit dem Unternehmen die nötig Unterstützung bieten können. Damit dürfen wir nicht bis im März warten», so Camenzid.

(jab)