Schwyz

15. September 2010 17:58; Akt: 15.09.2010 18:06 Print

Bericht zum Fall Lucie bleibt geheim

Der Bericht der PUK des Schwyzer Kantonsrates zum Fall Lucie, des im März 2010 ermordeten 16-jährigen Mädchens, bleibt unter Verschluss. Der Kantonsrat hat einen Antrag zur Veröffentlichung knapp abgelehnt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei der Übermittlung von Handy-Daten, mit denen man das im Kanton Schwyz vermisste Au-Pair-Mädchen zu finden hoffte, kam es zu Verzögerungen. Der Grund liegt bei Unstimmigkeiten bei den Justizbehörden und einem Fehler einer Bundesbehörde.

Die vom Schwyzer Kantonsrat im Frühjahr 2009 eingesetzte Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) kam zum Schluss, dass die Schwyzer Justiz funktioniert habe. Allerdings ortete sie zwischenmenschliche Spannungen. Auf das Schicksal des im Aargau ermordeten Mädchens habe diese Panne allerdings keine Auswirkungen gehabt.

Im Oktober 2009 beschloss der Kantonsrat, dass nur die Zusammenfassung des PUK-Berichtes veröffentlicht werden soll. Der detaillierte Bericht des beigezogenen Experten und die Stellungnahmen der Involvierten dagegen sollten unter Verschluss gehalten werden.

Indiskretionen

Im Sommer 2010 wurden Details aus dem Expertenbericht veröffentlicht. Deshalb wurde jetzt im Kantonsrat ein Wiedererwägungsantrag gestellt und die umfassende Veröffentlichung gefordert.

Das Parlament reagierte am Mittwoch teils heftig auf die Forderung und verurteilte die Indiskretion scharf. Den Medien wurden im Zusammenhang mit der Publikation «kriminelle Machenschaften» vorgeworfen. Es wurde zudem eine Strafuntersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung in Aussicht gestellt. Es müsse ein Exempel statuiert werden.

Die Gegner der Publikation argumentierten, dass sich weder PUK noch Kantonsrat durch Forderungen der Medien unter Druck setzen liessen. Die Befürworter meinten dagegen, dass nur die Veröffentlichung die Glaubwürdigkeit von PUK und Kantonsrat wieder herstellen könne. Sonst koche die Suppe weiter. Die Geheimniskrämerei habe dem Kantonsrat und der Schwyzer Justiz schon jetzt geschadet.

(sda)