Zug

31. Mai 2018 17:11; Akt: 31.05.2018 17:11 Print

Betrunkener auf Gleis fast von Zug überrollt

Bei der S-Bahn-Haltestelle Zug Schutzengel lag am Mittwochabend ein Mann auf den Gleisen. Er konnte sich in letzter Sekunde vor einem herannahenden Zug in Sicherheit bringen.

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Der Vorfall geschah bei der S-Bahn-Haltestelle Zug Schutzengel. (Bild: Google Street View)

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Grosses Glück für einen 50-Jährigen in Zug: Kurz nach 23 Uhr am Mittwochabend bemerkte der Lokführer eines Interregios, der in Richtung Luzern fuhr, ein Hindernis auf dem Gleis. «Im ersten Moment sah der Lokführer nicht, dass es sich um einen Menschen handelte, er reagierte sehr gut und leitete sofort eine Vollbremsung ein», sagt Frank Kleiner, Sprecher der Zuger Polizei. Während des Bremsmanövers erkannte der Lokführer, dass es sich beim «Gegenstand» um eine Person handelte, die auf den Gleisen lag.

Der Mann (50) konnte sich noch rechtzeitig von den Gleisen wegrollen und so in Sicherheit bringen. Wie die Zuger Polizei weiter mitteilte, war der Mann alkoholisiert. Er wurde mit leichten Verletzungen ins Spital gebracht.

Wieso der Betrunkene überhaupt auf den Gleisen lag, ist noch unklar und wird abgeklärt, heisst es weiter. Die Zugpassagiere mussten den Interregio bei der Haltestelle Zug Schutzengel verlassen und auf andere Züge umsteigen.

Bremsweg kann mehrere hundert Meter lang sein

Der 50-Jährige hat offenbar einen wachsamen Schutzengel, denn je nach Bahnhof fahren die Züge mit hoher Geschwindigkeit durch. Hinzu kommt: «Je nach Witterungsverhältnissen – etwa Schnee, Regen oder Laub auf den Schienen – unterscheidet sich der Bremsweg massiv. In der Regel beträgt er mehrere hundert Meter», sagt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig auf Anfrage.

Wie oft es wegen Personen auf dem Gleis zu Nothalten kommt, kann er nicht sagen: «Schnell- oder Notbremsungen können verschiedenste Ursachen haben. Diese werden statistisch nicht systematisch erfasst.» Vollbremsungen mit einer Verspätung von unter drei Minuten würden nicht erfasst, Vorfälle mit längeren Verspätungen individuell. Sicherheitsrelevante Vorfälle melde das Lokpersonal zudem einzeln.

Besteht Gefahr, kann es Langsamfahrten geben

Befindet sich eine Person auf den Gleisen, wird dies gemeldet: «Sichtet ein Lokführer eine Person in Gleisnähe, alarmiert der Lokführer die zuständige Betriebszentrale der SBB. Aufgrund der Meldung wird je nach Vorfall die sogenannte ‹Langsamfahrt› angeordnet», sagt Ginsig. «Das heisst, die Züge verkehren mit verminderter Geschwindigkeit, bis der Standort örtlich kontrolliert wurde.»

Kommt es zu einem Todesfall auf den Bahngleisen, wird das SBB-Personal psychologisch betreut. Hilfe könne das Personal aber auch in einem Fall wie diesem erhalten: «Muss ein Mitarbeiter wegen eines kritischen Vorfalls ärztlich oder psychologisch betreut werden, steht ihm dies selbstverständlich offen.»


(gwa)